Monsters Of SPEX 2013

Monsters Of SPEX — Mit Trümmer, Messer & Zucker (DJ-Set) auf Tour

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Vier besondere Städte, drei besondere Bands, ein besonderes Magazin. Mit einem Satz: Es geht wieder los. 2013 erfährt Monsters Of SPEX, die legendäre Konzertreihe des SPEX-Magazins, einen zeitgemäßen Relaunch. Was 1991 am Kölner Tanzbrunnen mit Nirvana, Sonic Youth und Dinosaur Jr. begann, geht diesen März mit der Hamburger Band Trümmer und Messer aus Münster in eine neue Runde. 

   Doch der Reihe nach: Über die Jahre hat die Monsters-Of-SPEX-Reihe immer wieder zum Zeitpunkt ihres Auftretens noch weitgehend unbekannte Superstars-in-the-making wie Franz Ferdinand, Yeah Yeah Yeahs, Arcade Fire, Phoenix usw. auf hiesige Bühnen geholt. Eine Ironie der Geschichte, denn natürlich handelte es sich bei der Wortmarke Monsters Of SPEX ursprünglich um eine augenzwinkernde Verballhornung jener Schwanzrock-Festivals, die unter dem Namen Monsters Of Rock vor allem in den 80er-Jahren die tatsächlichen Monster- und Dinosaurierbands des Hard Rock im britischen Castle Donington versammelten – also das genaue Gegenteil dessen, wofür SPEX steht und stets stand. 

   Die Parallelen beider Festivals beschränkten sich denn auch auf den Namen. Monsters Of SPEX bildete von Beginn an das musikalische Spektrum eines Magazins ab, das über die Jahre immer wieder Themen setzte, indem es bei neuen Trends und Genres den entscheidenden Schritt vor allen anderen berichtete. Eine Tradition, die in diesem Frühjahr wieder aufgenommen wird: Nachdem SPEX-Live-Events zwischenzeitlich unter dem schlichten Titel »SPEX Live« firmierten, kehrt SPEX nun zurück zum klassischen Monsters Of SPEX.

   Die erste SPEX-Tournee seit 2011 radikalisiert die Intention des ursprünglichen Festivalgedankens, indem sie mit Trümmer und Messer zwei Bands vorstellt, die über den sogenannten Untergrund hinaus noch kaum bekannt sind, aber beide bereits in SPEX stattfanden. Weil wir fest davon überzeugt sind, dass es sich bei diesen beiden Bands – ebenso wie bei Zucker, welche die Abende mit einem DJ-Set abrunden werden – um Vertreter einer neuen Generation handelt, die das hiesige Pop-Geschehen in Bälde entscheidend mitprägen werden. 

   Will man die Referenzschublade für die Münsteraner von Messer aufziehen, dann am besten so: Wütender als Tocotronic singen Messer über »die Wut, die mich zerfrisst, weil das Leben eine Lüge ist«. Stets im Turbostaat-Takt und mit den perfekten Ian-Curtis-Gedächtnismoves ausgestattet, haben sich Messer mit scharf-spitzer Lyrik und selbstbewusster Instrumentation in unsere Herzen gespielt. Messer-Sänger Hendrik Otembra hielt im vergangenen Jahr bereits seine Schwindeltour-Impressionen in einem Band-eigenen Tourblog auf SPEX.de fest und führt dort derzeit auch das »Flecken«-Blog, in welchem er in loser Regelmäßigkeit seine eigenen Aquarell- und Ölmalereien in Wort und Bild vorstellt.

   Trümmer hingegen vermitteln ihre zeitgemäße Neudefinition von Pop aus der Hansestadt einen Ticken ruhiger, aber nicht weniger energisch als Messer. Neben Anklängen an die frühen Blumfeld oder Dackelblut, kommt besonders die US-Post-Punk-Sozialisation der Musiker zum Tragen. Schönsprache ohne Schnörkel, die dennoch nach letzten Offenbarungen und einzigen Wahrheiten klingt. Eine textliche und musikalische Reduktion auf das Wesentliche, die nie in Banalität abdriftet und vor allem bei den intensiv-guten Live-Shows zum Tragen kommt.

   Und zum Abschluss tanzen dann alle zu den auserlesenen Tunes des Zucker-DJ-Teams, die bei allen vier Terminen der Monsters-Of-SPEX-Tour dabei sein werden. Außerdem natürlich vor Ort: Eine SPEX-Delegation; es darf und soll also diskutiert, alles gefragt, vor allem aber die Musik dieser tollen Bands gefeiert werden. Der Vorverkauf läuft online bei Krasserstoff oder alternativ bei Eventim, auf unserem neuen Blog monstersof.spex.de gibt es in den nächsten Tagen weitere Ein-, Voraus- und Rückblicke gesammelt. Bis dann!

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Monsters Of SPEX
01.03.2013 Köln, Artheater
02.03.2013 München, Atomic Cafe
07.03.2013 Berlin, Comet Club
08.03.2013 Hamburg, Molotow
VVK   8,00 Euro zzgl. Gebühren
AK   10,00 Euro

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