The Bell Laboratory & Pantha du Prince Elements of Light

Glockenspiel im magischen Refugium

Text:

The Bell Laboratory & Pantha du Prince »Elements of Lights«
The Bell Laboratory & Pantha du Prince
Elements of Light
Rough Trade / Beggars — 11.01.2013

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Im Sommer 2012 erschien mit dem Debüt des Duos Ursprung (Rezension in SPEX N°338), für das sich Hendrik Weber mit Stephan Abry zusammentat, die erste und bestechend schöne Kraut-Veröffentlichung des Dial-Label-Imperiums. Nach diesem erquicklichen »Mummenschanz« (so ein Ursprung-Stücktitel) wendet sich Weber nun wieder seinem Hauptprojekt Pantha Du Prince zu und veröffentlicht gemeinsam mit The Bell Laboratory ein Album namens Elements Of Light. Wenn die Jahreszeit naturgemäß mit Tageslicht geizt, so soll es zumindest an neuem, erleuchtendem Stoff für hiesige Dancefloors nicht mangeln. Auf denen lässt sich die Dunkelheit schließlich am effektivsten vertüdeln.

   Apropos vertüdeln: In der Tatsache, dass Hendrik Weber im Sommer 2010 etwas Zeit in Oslo vertat, liegt der Ursprung zu seinem jüngsten Release. Hier luden ihn Mattis With und Håkon Vinnogg, die beiden Köpfe des Panta Rhei Projects, auf einen Spaziergang zum städtischen Rathaus ein. Dessen weltberühmtes Glockenspiel, auf dem mehrmals täglich wechselnde Instrumentalisten Konzerte geben, begeisterte Weber so nachhaltig, dass er für sein neuestes Werk ein Begleitensemble aus Glockenspielern castete, in Dänemark tonnenschweres Equipment auftrieb und nach Deutschland karren ließ und eine ganze Sinfonie in fünf Teilen für Laptop und eben großes Glockenspiel alias Carillon aufnahm. Deren Grundstruktur hatte Weber größtenteils schon geschrieben, bevor er mit seinen sechs Komplizen das erste Mal ins Studio ging, darunter Vegar Sandholt, den er damals in jenem zündenden Moment in Oslos Rathaus spielen hörte, Martin Horntveth von der Formation Jaga Jazzist und Heming Valebjorg von den Osloer Philharmonikern. In gemeinsamen improvisierten Sessions wurden die Stücke nochmals aufpoliert und zusammenmeditiert. Einzig die feinen Glockenspielharmonien der Anfangs- sowie Schlusspartie entstanden komplett neu aus diesen Zusammenkünften heraus.

   Im Anschluss an das improvisierte Intro »Wave« findet das zweite Stück »Particle« den Weg auf den eingangs erwähnten Dancefloor. Genau dort machen Hendrik Webers entrückte Beats und dramatische Breakdowns immer noch die beste Figur. Denn so selten er seine Wirkung auch verfehlt: Der verträumt-verhuschte Glockenklang, wie signifikant er für den Pantha-Du-Prince-Sound auch sein mag, macht den Braten allein nicht fett. Das weiß Weber aber selbst am besten, und darum bleibt auch im Zusammenspiel mit The Bell Laboratory irgendwie alles, wie es immer war: Die Sounds entrückt, klar und romantisch, die Tanzfläche ihr magisches Refugium.

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