Freitag, der 11. Januar

Die relevanten NEUERSCHEINUNGEN von heute, New Order streamen »Lost Sirens«, Claude Nobs verstorben, The Avett Brothers verlegt u.w.

Text:

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Der heutige Ticker: New Order streamen Lost Sirens, Claude Nobs verstorben, The Avett Brothers verlegt. Dazu neue Songs von Iceage, Lapalux und den Herbert-remixenden Matmos. Außerdem: Die Neuerscheinungen der zweiten Kalenderwoche mit Villagers, The Bell Laboratory & Pantha du Prince, A$AP Rocky, Pere UbuYo La Tengo, Horace Andy und Broadcast in der Kurzbesprechung.

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  • Stream — New Order Lost Sirens
    Nach den Comebackkonzerten der letzten zwei Jahre veröffentlicht die Band nächste Woche eine B-Seiten-Compilation. Die Aufnahmen haben schon einiges auf dem Buckel, stammen sie doch aus den Jahren 2003 und 2004 als New Order, damals noch mit Peter Hook und Phil Cunningham statt Gillian Gilbert, für Waiting for the Sirens' Call im Studio waren. Nun gibt es die acht Stücke vorab zu hören.
  • Trauer — Claude Nobs verstorben
    Der Schweizer Mitgründer und bis 2010 operative Leiter des Montreux Jazz Festivals ist den Folgen eines Skiunfalls erlegen. Nachdem das Festival unter seiner Regide zu einer der wichtigsten Jazz-Veranstaltungen überhaupt geworden war, machten Auftritte von so unterschiedlichen Künstler wie Marianne Faithful, Leonard Cohen, Led Zeppelin, Prince, Peter Tosh, Radiohead, Sonic Youth und Miss Kittin es auch darüber hinaus bekannt. Möge er in Frieden ruhen.
  • SPEX präsentiert — The Avett Brothers verlegt
  • Das Konzert der »Zimmermänner« in München findet nun in der Muffathalle statt. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit. Für Berlin, Hamburg und Köln gibt es ebenfalls noch Tickets. Ihr jüngstes Album The Carpenter hatte es in die SPEX-Jahrescharts geschafft.
  • Stream — Matthew Herbert »The Audience (Matmos Shifted My Tongue)«
    Matmos, die den von SPEX präsentierten CTM.13 eröffnen werden, haben Herbert für dessen Re-Issue von Bodily Functions geremixt (wie auch u.a. DJ Koze).
  • Stream — Iceage »Coalition«
    Die dänische Post-Punk-Band spielt ebenfalls beim CTM.13 und spielt sich mit diesem Stück für ihr im Februar erscheinendes zweites Album You’re Nothing warm.
  • Stream — Lapalux »Guurl«
    Flying Lotus hat den Briten und sein Debütalbum Quick Kiss zu Brainfeeder geholt, der erste Vorgeschmack verrät warum.

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Die relevanten NEUERSCHEINUNGEN von heute

  • Villagers {Awayland}
    Domino
    »Das zweite Villagers-Album {Awayland} ist anders, in vielerlei Belangen. Villagers sind jetzt offiziell eine Band, zumindest für diese Platte. Nach langen gemeinsamen Konzertreisen war klar, dass {Awayland} kein Soloding werden kann. ›I’m grateful for the company‹, heißt es im ›Grateful Song‹, und O’Brien lässt Begleitung zu: Die Beteiligung von Cormac Curran, Danny Snow, James Byrne und Tommy McLaughlin ist deutlich spürbar, die Arrangements sind üppiger, intensiver, orchestraler als auf dem puristischen Debüt, und manchmal, bei ›Nothing Arrived‹ zum Beispiel, gibt es sogar …« — die gesamte Rezension von Christina Mohr zum Album der Woche findet sich hier.

  • The Bell Laboratory & Pantha du Prince Elements of Light
    Rough Trade / Beggars
    »Nun wendet sich Weber wieder seinem Hauptprojekt Pantha Du Prince zu und veröffentlicht gemeinsam mit The Bell Laboratory ein Album namens Elements Of Light. Wenn die Jahreszeit naturgemäß mit Tageslicht geizt, so soll es zumindest an neuem, erleuchtendem Stoff für hiesige Dancefloors nicht mangeln. Auf denen lässt sich die Dunkelheit schließlich am effektivsten vertüdeln. Apropos …« — die gesamte Rezension von Bianca Heuser findet sich hier.

  • Yo La Tengo Fade
    Matador / Beggars Group / Indigo
    Mal wieder eine Platte über das Älterwerden, davon gab es schon in 2012 reichlich. Diesmal von der Band aus Hoboken, gerne mit einem nachgestellten »die Darlings der Indie-Szene« (oder war es »der Kritik«?). Tatsächlich leben hier streicherselig die letzten Jahre des letzten Jahrtausends wieder auf. Georgia Hubley, Ira Kaplan und James McNew geben sich – im Gegensatz zu ihren Liveauftritten – wieder zärtlich, der nunmehr angestaubte, altbekannte Sound potenziert sich eben gerade durch diesen Staub in seiner Intimität. Das bessere Kuschelwerk haben zuletzt dennoch Dinosaur Jr. gemacht.

  • A$AP Rocky Long.Live.A$AP
    Rca Int. (Sony Music)
    Am Ende sei ihm der ganze Hype selbst unheimlich geworden meinte Rakim Mayers. Den US-HipHop durfte im letzten Jahr dann doch Kendrick Lamar retten. Nun ist dieser einer von zahlreichen Feature-Gästen (Santigold, Drake, Skrillex, Action Bronson, Florence Welsh, Schoolboy Q, Yelawoolf, Danny Brown …) auf dem lange zurückgehaltenem Mayers-Debütalbum, dass dem Instant-Klassiker-Mixtape Live.Love.A$AP nachfolgt. Und der Swagmaster himself, der vorsichtig auch an der neuen Offenheit im HipHop partizipierte? Der schifft sich gekonnt durch alle Höhen und Tiefen des Epos, und liefert ein solides bis gutes, mitunter gar sehr gutes Album ab – auch wenn mensch das beste bereits vorab gehört hat.

  • Horace Andy Broken Beats
    Echo Beach / Indigo
    Weiter im Legendenkreisel: Horace Andy gehört zum festen Inventar des Roots-Reggae und wurde Spätgeborenen vor allem durch seine Gesangseinlagen für Massive Attack bekannt. Nun hat Echo Beach Künstler wie Rob Smith alias RSD, Oliver Frost, Dubblestandard oder TVS zusammengetrommelt, um 15 Neubearbeitungen (Re-works und Remixe gleichermaßen) von acht Andy-Klassikern anzufertigen. Und Andy hat seine Parts nochmals alle selbst eingesungen. Während Smiths »Bad Man«-Update zu Beginn schon einmal das Club-Abo bucht, geht es danach traumwandlerischer zu.

  • Broadcast Berberian Sound Studio (OST)  Warp / Rough Trade
    Ein britischer Horrorfilm über ein italienisches Horrorfilmstudio in den 70ern – da gab es natürlich ein ganzes namenhaftes Komponistenregister, auf das die Macher zurückgreifen können hätten. Den Soundtrack hat dann aber die hauseigene Band aus Birmingham (Es handelt sich um einen WarpFilms-Film.) übernommen, die hier 37 stimmungsvolle Miniaturen und zwei quasi-Songs versammelt, der Horror- und Retro-Ästhetik in ihrer Fragilität und spröden Erhabenheit gleichermaßen gerecht werdend. Die wahrhaftige Tragik liegt allerdings im vorzeitigen Ableben von Sängerin Trish Keenan, die 2011 James Cargill als letztes Bandmitglied zurückließ. Doch dieser arbeitet schon an einem neuen »Broadcast«.

  • Pere Ubu Lady from Shanghai
    Fire Records / Cargo Records
    Lieber Kritiker- statt Fanliebe? Klasse statt Masse? David Thomas und Band malen die Welt Schwarz wie in besten Zeiten. Sie zittern, zetern, zerren wie im x-ten Frühling, bedienen sich für den Albumtitel beim hochgelobten, aber schwer gefloppten Orson-Welles-Film gleichen Namens. Nur, Obacht! Denn maliziös grinsend guckt der schwarze Verdachtskater von außen durchs Fenster: Was, wenn diese Album, einmal tatsächlich in seiner Komplexität vollends verstanden, doch gar nicht so gut ist, wie es das wohlige Halbverständnis innerlich glauben macht?

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Weitere Vorschläge nimmt die Redaktion wie gehabt über das Kontaktformular (»Fragen zur SPEX.de-Homepage«) entgegen.

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