Donnerstag, der 10. Januar

Text von Thomas Vorreyer
am 10. Januar 2013

Charles Bradley — Neues Album im April

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Der SPEXtrakt kehrt als tagesaktueller Ticker mit den gesammelten Kurzmeldungen aus allen Kulturbereichen zurück. So gibt es von heute an jeden Donnerstag die relevanten Kinostarts (diesmal u.a. Hannah Arendt) gelistet. Dazu: Der Popkongress beginnt in Berlin, die Oscar-Nominierungen sind raus, neue Songs von Junip, Just Blaze und Brenmar, neue Alben von Destiny's Child und Charles Bradley sowie Videos von Lil B und Millennium.

  • Veröffentlichung — Destiny's Child Love Songs
    »I am so proud to announce the first original Destiny's Child music in eight years!« ließ Beyoncé gerade auf Facebook wissen. Das Cover des im Februar erscheinenden Love Songs zeigt dann neben Ms Knowles auch Kelly Rowland und Michelle Williams, wenngleich noch nicht klar ist, ob es sich um ein komplett neues Studioalbum oder doch nur ein aufpolitiertes Greatest Hits handelt. Das R 'n 'B-Trio hatte sich ursprünglich 2005 aufgelöst, nun will frau beim Super Bowl erstmals wieder gemeinsam auftreten. Ein neues Beyoncé-Album soll im April kommen.
    UPDATE   Es handelt sich tatsächlich doch nur um ein aufpoliertes Greatest Hits. Immerhin: Ein neuer Song namens »Nuclear« ist dabei, produziert von Pharrell.
  • Charles Bradley »Victim of Love«Veröffentlichung — Charles Bradley Victim of Love
    Am 5. April wird der 64-Jährige sein erst zweites Album überhaupt bei Dunham / Daptone Records veröffentlichen. Der erst spät entdeckte Soulmusiker versammelt auf Victim of Love nun elf Stücke.
  • Film — Oscar-Nominierungen bekanntgegeben
    Michael Hanekes Liebe (SPEX N°340) ist nicht nur auf der Liste für den besten fremdsprachigen Film, sondern auch auf der für den besten Film überhaupt. So wird sich der Regisseur selbst mit u.a. Steven Spielberg, Benh Zeitlin und Ang Lee messen lassen bzw. sein Werk mit deren Filme Lincoln, Beasts of the Southern Wild und Life of Pi nebst Tarantinos Django Unchained (SPEX N°342). Die Kandidatinnen für die beste weibliche Hauptdarstellerin umfassen mit Quvenzhané Wallis bis Emmanuelle Riva alle Altersstufen, bei den Hauptdarstellern ist auch wieder Joaquin Phoenix mit seinem Comebackauftritt in The Master mit von der Partie, Christoph Waltz bei den Nebendarstellern.
  • Stream — Just Blaze »Behold«
    Das Piano ist zwar eine Überarbeitung seiner eigenen Produktion von Jay Electronicas »Exhibt A«, der HipHop-Spezi schlägt hier aber die House-Richtung ein. Ein Vorgeschmack für eine neue EP auf Fool's Gold, die den Song allerdings wohl nicht enthalten wird.
  • Live — Immergut 2013
    Nach The Notwist, Efterklang, Gold Panda u.w. wurden nun auch Die Heiterkeit für das Festival am 31. Mai und 1. Juni in Neustrelitz bestätigt.
  • Live — Popkongress. Was Pop erzählt?
    10. bis 12. Januar Berlin — UdK Aula (Grunewaldstraße 2-5) & hausungarn
    Die 5. Jahrestagung der AG Populärkultur und Medien der Gesellschaft für Medienwissenschaft GfM bittet von heute bis Samstag zum theoretischen Stelldichein der Pop-Erzählung in Berlin. Die Eröffnung übernehmen um 15 Uhr in der UdK Aula Thomas Düllo und Holger Schulze zum Thema Popforschung, im weiteren Kongressverlauf setzen sich u.a. Nadja Geer mit »Pop, Pose und Postdemokratie«, Marcus Kleiner mit charmanten Serien-Anti-Helden und Kirstin Frieden mit »Kevin Vennemanns ›Holocaust-Diskurs-Pop‹« auseinander. Das Rahmenprogramm im hausungarn (ehemals .HBC) umfasst u.a. einen Thomas Meinecke singenden Thomas Meinecke (heute) und DJ-Sets von Sandra und Kerstin Grether (heute) oder Mascha Jacobs und Aram Lintzel (morgen). Es geht um Körper, Subjekte, Posen – klar. Das komplette Programm findet sich hier.
  • Stream — Junip »Line of Fire«
    José González, Elias Araya, und Tobias Winterkorn veröffentlichen am 22. April ein neues Album bei CitySlang. Vorab gibt es diese Single zu hören.
  • Video — Lil B »I Love You«
    Wem es heute an Liebe mangelt: Der Kalifornier sendet uns reichlich Schmalz aus einem Zootierladen. Nicht unbedingt die beste Tat des »based God«, auch wenn er ganz bescheiden sein Werk das »most honest/touching video of 2013« nennt. Erst vor wenigen Tagen hatte er das Album Tears 4 God veröffentlicht.
  • Stream — Salva & Brenmar »Let Me Bang«
    Gemeinsam mit seinem aufstrebenden LA-Kollegen Paul Salva hat sich unser Lieblingsbrillieträger Bill Salas DJ Deeons Klassiker des Ghetto-Dance angenommen.
  • Video — Millennium »Brain Drain«
    Norman Palm und Ville Haimala von Renaissance-Man haben ihr Bandprojekt zu einem smarten Start-Up umgemodelt. Helle Räume, verchromte Flächen, Fortschritt durch Technik. Und immer dieser Vibe … Die Wohlstandsversprechen der Jahrtausendwende konserviert nun ihr neuestes Video.

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Die relevanten FILMSTARTS (Deutschland) der Woche

  • Hannah Arendt
    Frankreich, Kanada, Israel, Luxemburg, Deutschland 2012, Regie: Margarethe Von Trotta, Mit: Barbara Sukowa, Axel Milberg, Janet McTeer, Julia Jentsch u.a.
    Für Margarethe von Trotta spielte Barbara Sukowa (Lola, Europa) schon Rosa Luxemburg und Hildegard von Bingen, nun also die Philosophin und Politikwissenschaftlerin, die mit ihrem Werk Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft und der späteren Berichterstattung vom Eichmann-Prozess einen der wichtigsten Ansätze zur wissenschaftlichen Aufarbeitung des Nationalsozialismus lieferte. Das Biopic fokussiert sich vor allem auf den Prozess und die privaten und öffentlichen Kontroversen rund um Arendts Berichte aus Jerusalem. Das wirkt bisweilen überdramatisiert, bleibt aber auch dank der nicht ausufernden Filmlänge sehenswert.
  • Der Geschmack von Rost und Knochen
    Belgien, Frankreich 2012, Regie: Jacques Audiard. Mit: Marion Cotillard, Matthias Schoenaerts, Armand Verdure u.a.
    Überlebenskampf am Küstenstreifen der Schönen, Reichen und normalen Touristen, der Côte d'Azur: Die Waltrainerin Stéphanie (Cotillard) und der sich mit Gelegenheitsjobs und illegalen Wettkämpfen durchschlagende, junge Vater Ali (Schoenaerts) finden zueinander, nachdem Stéphanie bei einem Arbeitsunfall ihre Beine verloren hat. Ali hilft ihr, eine neue Lebensperspektive zu finden, kann sich selbst aber erst vollständig öffnen, als sein Sohn beinahe bei einem Unfall stirbt. So wirft der Film mit überzeugenden Darstellungen und spröder Romantik die Frage auf, inwiefern persönliche Katastrophen unseren Charakter formen und die soziale Intelligenz prägen.
  • The Art of Flight
    USA 2011. Regie: Curt Morgan. Mit: Travis Rice, Jake Blauvelt, John Jackson u.a.
    Brause gesponsertes globales Pisten-Hopping in Weiß und auf dem Stand der Technik, das Snowboardfans mit allerhand eindrucksvollen Bildern füttert. Mehr dann aber auch nicht.

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Weitere Vorschläge nimmt die Redaktion wie gehabt über das Kontaktformular (»Fragen zur SPEX.de-Homepage«) entgegen.

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  • mexybeck

    Spextrakt war doch ein hübsches Wortspiel. Wieso jetzt so seriös? :(

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