The Avett Brothers The Carpenter

The Avett Brothers
The Avett Brothers
The Carpenter
Republic / Universal

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Die vorläufige Krönung ihrer Karriere erfolgte für die Avett Brothers aus Concord, North Carolina, bei den Grammy Awards 2011, als sie mit Bob Dylan himself »Maggie’s Farm« zum Besten gaben. Wer ihr Major-Debüt I And Love And You verpasst hatte, konnte ihren mit Bluegrass unterfütterten Folk-Rock spätestens zu diesem Zeitpunkt kennenlernen.

   Das kommende Jahr dürfte mit The Carpenter, ihrem zweiten von Rick Rubin produzierten und insgesamt siebten Studioalbum, ähnlich erfolgreich verlaufen. The Carpenter will viel und erreicht viel, denn Rubin gelingt abermals eine Symbiose aus der Rockvergangenheit und den traditionellen Wurzeln der Band. In alter Nashville-Tradition stehen die Bandmitglieder im Video zu »Live And Die« (siehe unten) mit ihren Instrumenten im Kreis und spielen, singen und grinsen sich gegenseitig an. Über ihnen: eine gigantische US-Flagge. Weitere eindeutige Referenzen auf dem Album (»The calendar says July 4th / But it’s still winter in my heart«) machen die Message leicht verständlich: »Schaut her, Mumford & Sons, ihr blassen Briten! Wir sind die wahren, amerikanischen Anführer der New-GrandOleOpry-Bewegung.«

   Die Mädchen rennen ihnen jedenfalls die Türen ein: Nach den pretty girls aus Matthews, Raleigh und dem »Pretty Girl At The Airport« – Songs an Girls aus irgendwo zu schreiben, ist Avett-Tradition – kommt die Angebetete diesmal aus Michigan. Sind The Avett Brothers also die perfekte Americana-Boygroup? Aber nein. Hier handelt es sich um keine beliebige Muttersöhnchen-Band, und The Carpenter ist kein perfekt poliertes, steriles Produkt. Man hört Menschen. Deren Harmoniegesänge gerade deshalb so elektrisierend sind, weil sie eben nicht makellos verschmelzen wie sonst derzeit im Country-Radio üblich, etwa bei den Civil Wars.

   Man könnte den Avett Brothers Harmlosigkeit unterstellen. Sie mögen es textlich simpel wie der Zimmermann (»Once I was a carpenter and man, my hands were calloused«), aber das sollte man als Furchtlosigkeit deuten. Seth und Scott Avett öffnen ihre Seele und lassen einfach raus, was sie dort vorfinden, während andere genau dieses Vorgefundene vor lauter Angst durch Schlaumeierei zensieren oder aufbauschen. Sie fürchten sich weder vor textlicher Schlichtheit noch vor aberwitzigen, hymnenartigen Hooks. Und wenn ihnen danach ist, brechen sie auch gleich drei goldene Songwriter-Regeln: 1. Schreibe nicht über das Leben auf Tour (»The Once And Future Carpenter«)! 2. Reime nicht alone mit telephone (»Winter In My Heart«)! 3. Schreibe nie, nie, nie über die Geburt deiner Kinder (»A Father’s First Spring«)!

   Es ist ihnen herzlich egal, denn musikalisch meisterhaft, wie sie sind, können sich The Avett Brothers auf eines immer verlassen: auf ihr Handwerk – wie der Zimmermann.

   SPEX präsentiert die Tour der Brothers im März 2013 mit vier Terminen in Deutschland – der Vorverkauf läuft bereits.

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SPEX präsentiert The Avett Brothers live
05.03. Hamburg — Fabrik

06.03. Berlin — Astra Kulturhaus
08.03. München — Muffathalle Theaterwerk
11.03. Köln — Stollwerk

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