Le1f
Musikalische Offenbarungen und perfekte Schulterschlüsse
Text: Jan Wehn, Thomas Vorreyer
*
Markige Bass-Musik, bei der klassische HipHop-Beats nur Zaungäste sind: Das hat das Schaffen von Ojay Morgan alias Zebra Katz mit dem von LE1F gemein. Dessen Dark York-Mixtape (Stream & Download unten) ist eine musikalische Offenbarung, die eklektisch (Ballroom vs Bass vs R’n’B-Standards) alles an die Wand spielt. Mit Das Racist, Spank Rock & Nguzunguzu hat Khalif Diouf bereits zusammengearbeitet und bald erscheint eine neue EP bei Boysnoize Records. Sein bisheriges Meisterwerk heißt »Wut« (Video nachfolgend), ein klappernd-knarzender Dreiminüter als perfekter Schulterschluss zwischen präzisen Flows, modischen Wagnissen und ausgeklügelten Tanz-Performances.
Nur der hinter der Härte der Musik vermutete Körperkult fehlt. »Nas und Jay-Z machen das doch auch nicht«, so Diouf im Interview. »Außerdem gibt es Rapper wie Cazwell oder Gio Black Peter, die zwar nicht schwarz sind, jedoch ständig ihre Arme und Ärsche zeigen. Ein Stripper ist halt noch mal etwas anderes als ein schwuler Rapper.« Ihm gehe es mehr um Performance-Kulturen, die Musik- und Tanzelemente beinhalten – »egal ob Footwork, Baltimore-Club oder Voguing«, erklärt Le1f und lobt Azealia Banks für ihre strengen, rechtwinkligen Moves im Clip zu »1991«.
Le1f's eigene Moves kann mensch heute, morgen und am Samstag in Berlin, München und Graz (Termine unten) live erleben. SPEX präsentiert und verlost für die zwei deutschen Konzerte noch je 2x2 Plätze hier. Dieser Artikel wiederum ist ein Ausschnitt aus »Anythin’ But A ›Q‹ Thang« – aktuell in SPEX N°341 –, der neben Le1f auch Mykki Blanco, Cakes Da Killa, Zebra Katz, Sookee und Kreayshawn über Queerness und HipHop zu Wort kommen lässt.
*
*
SPEX präsentiert LE1F live
24.10. Berlin — Berghain Kantine
25.10. München — Kong
27.10. Graz — Elevate Festival
*

TwitThis
Facebook
Buzz
del.icio.us
Google Bookmarks
Digg
Ping.fm
FriendFeed
Yigg
MisterWong.DE
Technorati
Netvibes
MySpace
Identi.ca
StumbleUpon



