Candelilla »30«

In großen Höhen und auf großer Tour

Text:

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HeartMutter, das neue Album von Candelilla, erscheint im Januar bei ZickZack, im neuen Video zu »30«, das SPEX nachfolgend erstmals zeigt, scheint aber noch die scharfe Sommersonne. In alpinen Höhen mühen sich der Münchnerinnen bei Sport und Strafarbeit, um sich scheinbar am Ende auf dem selbst geschaffenen Hügel zu entspannen. Ein von Candelilla bereits bekanntes Sujet, denn parallel zur mit Steve Albini aufgenommenen LP, die es in einer von Candelilla handgemachten Version unterwegs und vorab zu kaufen geben wird, gibt es bereits vier Hefte, je eins pro Bandmitglied, die es auf der am Freitag beginnenden Tour (Termine unten) ebenfalls zu erwerben gilt.

   Lina Seybold hat so für but a panoramic view cures heart drei geologisch äußerst interessante (Wir belieben nicht zu spaßen!) Wanderungen durch die Alpen und das Isartal kompiliert und bebildert. Wir lernen: »Am Schwarzsee angekommen kann man mit einem großartigen Blick auf die umliegenden Berge und auf den ruhig da liegenden, vom Schnee gesäumten See eine Brotzeit machen.« Da sind die zwölf zuvor absolvierten Gebirgskilometer schnell vergessen. Ein Mehrwert zur Musik, der sich auch mit Rita Argauers Ihr Hunde lasst mich los fortsetzt. Dort geht es, ebenfalls eher wissenschaftlich, um performative Künste und das Eindringen der Wirklichkeit in die Kunst. Das führt zwangsläufig zum »Prinzip Blut, Schweiß, Tränen« und taucht dann als »Kotzen, Kacken und Bluten« in den Wie-Wenn-Gedichten von Mira Mann unter dem Titel tell it like it is / deep down indside / drunken butterfly. sonic youth – drunken butterfly (dirty: 1992) wieder auf. Die nerdige Referenzen- und Subtanzenvermittlung lässt mit Hobbes, Bright Eyes, Monroe, Tocotronic, Kafka, Banksy dann auch namentlich das kulturelle Spannungsfeld dieser Band auferstehen, mit der sich abschließend Sandra Hilpold in abgeänderter Reclam-Optik befasst. Ihr »Band« im Titel How To Survive [Ohne Band] ist dann nämlich als Bääänd, also: Gruppe, zu verstehen. Die Erkenntnisarbeit muss allerdings selbst geleistet werden, denn außer einigen Fotografien führt das Buch, das eigentlich ein Notizbuch ist, eben nur leeres, liniertes Papier.

   »Das mit der Kunst machen wir nur, um mehr und immer mehr geliebt zu werden.«, lässt Mann ein unbekanntes Du in ihren Gedichten sagen. Ob das auch für Candelilla selbst gültig ist, kann zwischen Oktober und November live nachvollzogen werden. Das »30«-Video, welches Candelilla zusammen mit Anton Kaun realisiert haben, begleiten vier Trailer zu den Heften.

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Candelilla live
05.10. Crailsheim — JuZe
06.10. Hamburg — Nachtasyl
10.10. Wetzlar — Franzis
11.10. Frankfurt — Das Bett
25.10. Innsbruck — Café Decentral
02.11. München — Import Export
10.11. Regensburg — W1
23.11. Pasing — Pasinger Fabrik
08.01. Wien — Rhiz
09.02. Passau — Treibhaus

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