Drei-De, Animiert

liars-brats

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Jüngerer Natur ist die elektronische Entwicklung der Liars auf ihrem aktuellen Album WIXIW. Exemplarisch dafür steht das stampfende Brats. Im Englischen sind die Gören den Ratten sprachlich sehr nahe, rattenähnlich sieht dann auch der Hase aus, den ein von Regisseur Ian Cheng und Team animierter Jäger durch eine graue Welt der Antiphysik verfolgt. Auch die Band (im Oktober wieder auf Tour, s.u.) hat ihren verstörenden Auftritt. Nur warum tragen alle orange Jacken? Natürlich, das Video wurde mit Motion Capture aufgezeichnet, Madeline Hollander choregrafierte.

   John Talabot wiederum taucht im Video zu Lamento selbst nicht auf. Der Franzose Joshua Catalano hat sein Werk allerdings auch inoffiziell zu diesem Stück angelegt, das nicht auf Talabots in diesem Jahr veröffentlichten Debütalbum ƒin (Rezension in Spex #337) enthalten ist, sondern auf der vorangegangen EP FAMILIES. Familientauglich ist dann auch die knallbunte, mit zahlreichen geometrischen Formen spielende Weltenfahrt in der Ich-Perspektive. 

   Wenn beide Videos nun digital schrotten und zu einem großen Klumpen zusammenfügen würde, käme wohl ein Objekt wie jener pulsierende Asteroid in Wijd von Massacooramaan heraus. Dieser setzt sich konkret u.a. aus zahlreichen Flaggen und Schwertern zusammen, strahlt radioaktiv (oder gar solar?) und wurde von Kingdom & Subtrança entworfen. Letztere hatten bereits das Video zu Nguzunguzus Water Bass Power (Timesup Sand Remix) gemacht, ersterer ist Dave Quams, so Ms bürgerlicher Name, Labelchef bei Fade To Mind, wo seine EP Dead Long Time gerade erschien. Das musikalische Häckselwerk samt bul

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Video — Liars Brats


Video — John Talabot Lamento

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Liars live:
23.10. Berlin — Festsaal Kreuzberg
24.10. Heidelberg — Club K
29.10. Zürich — Abart
30.10. München — 59:1
31.10. Wien — Szene