Zola Jesus Seekir

So schön verstrahlt mit Gurdjieff

Text: Thomas Vorreyer

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Bevor Zola Jesus am kommenden Sonntag beim Melt! Festival in Gräfenhainichen auftritt, gibt es mit Seekir noch ein neues Video aus ihrem phänomenalen Album Conatus zu hören. Es handelt sich um die konsequente Fortführung des Plattenartworks. Wir notieren dementsprechend: Weiß ist das neue Schwarz. Auf einem fremden Planeten, so die finale Andeutung, inszeniert Regisseurin Jacqueline Castel nach Sea Talk nun Nika Rosa Danilova und Tänzerinnen als tanzenden Kult in gleißend-weißem Lichte.

   Marteria dürfte das freuen, doch hinter der Pop-Musikvideo-Ästhetikverpackung steckt ein philosophischer Kern, den das Enneagramm auf Danilovas Gesicht verrät: So wurde selbiges Symbol ebenso vom Esoteriker Georges I. Gurdjieff entwickelt, wie jene geweihten Gurdijeff Tänze, denen die Video-Choreografie Vanessa Walters' (zuvor u.a. mit Fischerspooner tätig) nachempfunden ist. Der Armenier arbeitet in den Anfängen des 20. Jahrhunderts an einem esoterischen Christentum zur harmonischen Entwicklung des Menschen; ein Ausweg für Zolas finstere, musikalische Selbstkasteiung?

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