Glen Hansard Rhythm And Repose

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Anti / Indigo — 15.06.12

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Auf Rhythm And Repose, dem Solodebüt des Folk-Sängers Glen Hansard aus Dublin, tritt das Elend der gefühligen Weltbeschreibung über die Studioschwelle. Hinein in das Rampenlicht dieser Welt. Hansard weiß genau, was er tut. Er, der 1970 in der Hauptstadt Irlands geboren wurde, treibt sich seit der Filmproduktion The Commitments im Jahr 1991 in der Muckerszene herum, spielte und sang seither mit der Rockband The Frames. Im Jahr 2007 spielte Hansard in der romantischen Sozialtragikomödie Once nicht nur eine der beiden Hauptrollen, zusammen mit Markéta Irglová, mit der er das Duo The Swell Season bildet und der die zweite Hauptrolle in Once zukommt, komponierte und intonierte Hansard auch den Soundtrack. Folk, Rock, Soul in verschiedenen Arrangements und Betonungen prägten diese Œuvres.

   Nun also Rhythm And Repose. Es könnte Folk sein, mit schlichten Mitteln Geschichten von Belang erzählen. Doch wenn sich aus der im Walzertakt pickenden Akustikgitarre die Stimme Hansards erhebt, die bedeutsam die Worte »you will become« wiederholt und sich von bittersüßen Violinen umspielen lässt, klingt das gefährlich nach Kitsch – und es wird bestimmt nicht besser, wenn Hansard dann die »echos of another time« in Erinnerung ruft und dabei bekennt, das Richtige tun zu wollen, doch nicht heute Nacht. So viel Vernunft in einem Song, das ist der Triumph des Normalotums. Und so geht das weiter, in Text und Ton. Hingetupfte Rhodes, »überraschend« in die Romanze schneidende E-Gitarren, Flamenco-Spielereien: nach außen gekehrte Innerlichkeiten allenthalben. Doch die Töne transportieren kaum mehr als die Beflissenheit, bloß nichts falsch zu machen im Fühlen, Denken und auch im Musikmachen.

   Entstanden ist dieses Album so, wie es die lange Musikerbiografie Glen Hansards eben möglich machte. Zur Studioband gehörten etwa der Bassist von Martha Wainwright oder der Slide-Gitarrist David Mansfield, der Bob Dylan auf seiner Rolling Thunder Revue begleitet hat. Klar, dass solche Menschen präzise Musik machen. Doch hier bleibt die Präzision innerhalb des Schemas. Kein gutes Album, dafür eines voller Klischees.

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