Donna Summer verstorben

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Traurige Nachrichten, sie wollen nicht abreißen … Wie TMZ berichtet, hat die Disco-Ikone Donna Summer, bürgerlich: Donna Gaines, heute den Kampf gegen den Krebs verloren. Die aus Massachusetts stammende Sängerin erlebte ihre musikalische Sozialisation im Gospelchor, später durch Motown, Psychedelic Rock und Vorbilder wie Janis Joplin. Als Darstellerin des Musicals Hair gelangte sie Ende der 60er nach München, wo sie später ihre Solokarriere mit einem Cover von Sally Go 'Round the Roses als Debütsingle. Ihr erstes Album, Lady of the Night, erschien dann 1974. Damals schon mit an Bord: die beiden Produzenten Giorgio Moroder und Pete Bellotte, die auch an ihrem sagenumwobenen Durchbruch Love to Love You, Baby von 1975 beteiligt waren.

   Die Idee zu diesem von herzhaftem Stöhnen durchsetzten, erotischen Mantra stammte von Summer selbst. Eine erste, im üblichen Radioformat auf wenige Minuten beschränkte, zunächst kaum erfolgreiche Version entwickelte sich dann auf einer Privatparty von Casablanca Records-Gründer Neil Bogart zu einem in Dauerschleife die Nacht versüßenden Hit. Am Telefon orderte Bogart bei Moroder in München eine verlängerte Version des Stücks, die schließlich 16:50 Minuten erreichte, in welchen das immer auch laszive Versprechen von Disco kulminierte.

   Moroder über die erneuten Aufnahmen: »Damals hat es keine Loops gegeben, man konnte nicht samplen. Ich weiß nicht wie oft, aber Donna mußte ungefähr sechzig Mal stöhnen. Das war alles live.« Summer bestritt später, die neue Version masturbierend auf dem Boden liegend eingesungen zu haben, während Neil Bogart dem Song auf seine eigene Art und Weise zum Erfolg verhalf: Da nun zu sperrig für das US-Radio geworden, soll er bei einem Sender in L.A. höchstselbst und gewaltsam den durchgehenden Einsatz der Platte für eine Nacht erzwungen haben, wie David Guetta in Spex #335 erzählte.

   Mit u.a. Bad Girls, Hot Stuff, Last Dance oder I Feel Love folgten zahlreiche weitere Hits. Summer, die insgesamt fünf Grammy Awards in ihrer Karriere erhielt, wendete sich nach dem Prostituionsopus Bad Girls vom Disco-Sound ab und wechselte 1980 von Casablanca zu Geffen. Da hatte sie längst auch mit ihren Starallüren Schlagzeilen und war psychisch aus dem Gleichgewicht geraten; gleich mehrmals versuchte sie sich selbst das Leben zu nehmen, wie sie später zugab. Noch 1979 schloss sie, die aus einem sehr religösen Haushalt stammte, sich deshalb der christlichen Erweckungsbewegung an. 

   Ab Mitte der 80er geriet ihre Schaffenskraft ins Stocken, zahlreiche Compilations und Best-Ofs füllten die Regale. Blutleer geriet schließlich ihr letztes Album, das Comeback Crayons, anno 2008, versöhnlich stimmte dafür aber im Folgejahr ein Auftritt in Berlin. Derzeit soll sie an neuem Material gearbeitet haben.

   Donna Gaines wurde 63 Jahre alt. Möge sie in Frieden ruhen.

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