Beastie Boy Adam »MCA« Yauch verstorben

Text von Thomas Vorreyer
am 4. Mai 2012

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Foto Phil — Andelman — Beastie Boys mit Adam Yauch in der Mitte

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Traurige Nachrichten aus den Staaten: Das Beastie Boys-Gründungsmitglied Adam Yauch ist heute verstorben. Meldungen von Global Grind und TMZ bestätigte mittlerweile ein Nachruf auf der Webseite der Beastie Boys. Yauch, damals noch im Hardcore- und Punk-Fieber, gründete bereits in Jugendtagen die Band Beastie Boys, zu deren erstem Line-Up auch Michael Mike D Diamond gehörte. Mit diesem und Adam Keefe Ad-Rock Horovitz nahm er später das Debütalbum Licensed to Ill auf, das, 1986 veröffentlicht, den Aufstieg der drei weißen Jungs zu einer der wichtigsten Hip Hop-Formationen überhaupt begründete.

   Yauch war darüber hinaus unter dem Namen Nathanial Hörnblowér auch als Regisseur für zahlreiche Bandvideos verantwortlich, so auch für das hyperreferentielle Intergalatic oder das starbesetzte Make Some Noise, die beide einen MTV Video Music Award erhielten – im Gegensatz zu dem von Spike Jonze gedrehten, nicht minder legendären Sabotage-Video. Yauch sah sich damals veranlasst, als Hörnblowér die Preisübergabe an R.E.M. 1994 zu kapern, ähnlich wie Kanye West viele Jahre später. Mit Oscilloscope Laboratories besaß er zudem eine eigene Produktions- und Vertriebsfirma. In seinem Portfolio findet sich auch die Basketballdokumentation Gunnin for That #1 Spot.

   Jahre bevor die Weltöffentlichkeit auf die Freiheitsbewegung in Tibet aufmerksam wurde, gründete Yauch den Milarepa Fund zur Unterstützung und Bekanntmachung dieser. Das Benefizkonzert Tibetan Freedom Concert 1996 in San Francisco gehört zu den größten Veranstaltungen dieser Art. Auch nach dem Anschlägen vom 11. September 2001 organisierte Milarepa eine Benefizveranstaltung in New York.

   2009 war Yauch bei, der unter den Beastie Boys als MCA auftrat, Ohrspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden, eine geplante Tour wurde daraufhin abgesagt, das Album Hot Sauce Committee Part Two erschien verspätet. Als die Band im April in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde, fehlte Yauch erneut aus Krankheitsgründen.

   Möge er in Frieden ruhen.

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