Jack White, Mozart & die fäkale Clownerei

JACK WHITE und die INSANE CLOWN POSSE veröffentlichen den absoluten popmusikalischen Nackenschlag

Text: Thomas Vorreyer

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   Gestern rieben wir uns noch verwundert die Augen und Ohren, hofften auf eine Ente; heute macht sich die Gewissheit breit. (Wer dem Internet die letzten zwei Tage fern geblieben ist, setze sich bitte zunächst.) JACK WHITE, die INSANE CLOWN POSSE und JEFF THE BROTHERHOOD waren gemeinsam im Studio, um den klassischen Komponisten WOLFGANG AMADEUS MOZART zu covern. So ungewöhnlich alleine schon die Kollaboration des Raconteurs- und ehemals White-Stripes-Musikers mit den schwarz-weiß bemalten Horrorcore-Rappern ist, die Titelauswahl krönt den popmusikalischen Nackenschlag: Ausgewählt wurde eine Kantate des damals 26-jährigen Mozarts aus dem Jahre 1782 mit dem derben Namen Leck mich im Arsch.

   Und es ist der erwartbar große wie geschmacklose Mediencoup geworden, den beide Seiten wohl wollten. Man kann die Zeilen über Mozarts »underground shit« zur typischen White-Staccato-Gitarre natürlich auch als epischen Witz verstehen oder eben den längst überstrapazierten Geist des ursprünglichen Punks bedienen. So oder so, ein Interview der Posse mit dem Billboard Magazine offenbart, dass der ehemalige Indie-Star selbst Ausgangspunkt der Zusammenarbeit war. Er schrieb die beiden an und auch die Mozart-Idee stammt von ihm. Statt der gemeinsamen Detroiter Herkunft oder der vielleicht von den White Stripes bekannt vorkommenden Maskerade reizten ihn, laut seiner neuen Freunde, vor allem die Reaktionen:

   »[Jack] told us that nobody got the kind of reaction he got from his friends in the industry when he told them he was going to do a song with us. He said people were like, ›What? You're kidding me.‹ That's what got him excited. His exact quote was, ›We could've done a song with Megadeth and it wouldn't be as talked-about as us working with you guys.‹«

   Mit der B-Seite Mountain Girl soll Leck mich im Arsch am 13. September bei Whites eigenem Label Third Man Records erscheinen. Ein maßgeschneidertes Urteil zur A-Seite fand Travis Edegy alias Pictureplane vor kurzem allerdings in einem gemeinsamen Interview mit Jupiter Keyes von HEALTH über die gleichsam kontroverse Kollaboration vom Hardcore-Dubstep-Produzenten Skrillex und der Nu-Metal-Band Korn: »That song is so next-level terrible that it’s kinda interesting. It’s a sound that’s extremely heavy.« Leck mich im Arsch steht dem in jedem Fall in Nichts nach.

   Zum geschmacklichen Ausgleich deshalb nachfolgend ein weiteres Cover, diesmal allerdings von HEALTH zu Pictureplane's Goth Star. Und auch Jack White, der ja zuvor bereits mit Alicia Keys oder Loretta Lynn zusammengearbeitet hatte, werkelt heimlich an seiner Rehabilitierung: Demnächst wird Third Man zusätzlich ein Livealbum der vollkommen crediblen White Denim veröffentlichen. HEALTH sind derweil am nächsten Freitag, dem 9. September, beim Berlin Festival zu erleben.

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STREAM: Insane Clown Posse ft. Jack White & Jeff the Brotherhood Leck mich im Arsch

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STREAM: HEALTH Goth Star (Pictureplane Cover)

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1 Kommentar:
  1. Dieser Kommentar ist ein Trackback von Presseschau 07.09.: Super-Special-Menue : ByteFM Magazin:

    [...] und machte eine Rap-Guitar-Classical-Version draus. Wie sich das anhört, erfahrt ihr bei der Spex. Ein Urteil verkneifen wir uns an dieser [...]

     
 
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