Schampus, Baby, Schampus!

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    Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: wer die Beatles, interpretiert von und porträtiert in den Worten und Werken von KLAUS BEYER nicht kennt, kann unmöglich zum essentiellen Kern der Band aus Liverpool vorgedrungen sein. Aus eigener Kraft ist das nicht zu schaffen. Beyer, der gelernte Kerzenzieher, DIY-Pionier, Schauspieler, Super8-Filmer und legendäre Protagonist der Berliner Subkultur hat mit seinen Übersetzungen und Neueinspielungen sämtlicher Studio-LPs von John, Paul, George und Ringo deren Poesie und Witz in einer Art und Weise freigelegt, wie es keinem Exegeten, keiner noch so perfekt imitierenden Cover-Band und wohl noch nicht einmal den Beatles selbst je gelungen ist.

    Seit 1999 With The Beatles als Mit den Beatles erschien, wurde den Mitgliedern des Klaus Beyer-Fanclubs jedes Jahr ein weiteres Album zugänglich gemacht. Auf Lass es sein folgte Gummi Seele, nach Rätselhaft Magische Tour kam Ein Harter Tag und über die Kloster Strasse erreichte der lange aber gar nicht mal so verschlungene Weg nun zum Finale das Opus Magnum: Das Weisse Album, das mit Zurück in die USSR beginnt, Wein, Baby, Wein serviert, Helter Skelter sinniger Weise Durcheinander nennt und zu dem auch noch einige Bonustracks enthält: Schweinchen, live eingespielt mit Die Sterne 2003 oder Amsel mit Nora Pirsch von 1996. Die Record-Release-Party fand bereits am 6. August im Kreuzberger Club Monarch statt, doch schon sein nächster Auftritt, am Montagabend im Rahmen des Krake Festivals im Roten Salon der Berliner Volksbühne dürfte beweisen, dass es für Klaus Beyer auch ein Leben nach dem Lebenswerk gibt – die Frage inwieweit zum Beispiel die feingliedrigen Klangwelten des zuvor die Bühne bespielenden Markus Popp alias Oval Bezüge zu Beyers Revolution 9 herstellen werden, könnte zu manch einem erkenntnisreichen Moment und zu neuen Horizonten führen.

    Sicher ist, dass einmal mehr jenen Worten Genüge getan werden dürfte, die Beyers Manager, der jahrzehntelange Mutter-Gitarrist Frank Behnke 1995 als Herausgeber des Großen Klaus Beyer Beatles Buches formulierte: »Hier ist es unmöglich geworden, den Mensch vom Werk zu trennen: beides ist miteinander verwoben. Das Eine ist ohne das Andere nicht nur wirkungslos, wie vielleicht bei anderen modernen Künstlern, sondern sinnlos! Hier ist kein Stümper am Werk, der nach oben will, keine gescheiterte Existenz, die sich öffentlich beweisen muss, kein verborgenes Genie, das auf die Entdeckung wartet. Hier sieht man einen Menschen, der das tut, was er tut.«

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VIDEO: KLAUS BEYER – Ein Tag im Leben

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KLAUS BEYER live:
15.08. Berlin – Roter Salon der Volksbühne (beim Krake Festival)

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