Ein Monat im »Madhouse«
Der Produzent Andi Teichmann berichtet von seinen Erfahrungen mit dem deutsch-kenianischen Musikprojekt BLNRB
Text: Selina Nowak
VIDEO: BLNRB - Welcome To The Madhouse (Mini-Doku)
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Während eures Aufenthalts habt ihr auch ein Konzert in Kibera, dem größten Slum Ostafrikas organisiert...
Ja, das ist eine schöne Geschichte. Wir hatten von Anfang an Kontakt mit einem Kunstverein namens Maasai Mbili, der in Kibera ansässig ist. Einige der Künstler, mit denen wir gearbeitet haben, leben auch dort. Die sind ganz oft zu uns ans andere Ende der Stadt gefahren, wofür sie jedes Mal drei Stunden lang unterwegs waren - mit Matatu-Bussen, dem billigsten Nahverkehrsmittel in Nairobi. Da dachten wir uns, wir fahren stattdessen mal zu ihnen und machen dort was. So sind wir mit Platten, Equipment, einer Anlage und einem Stromgenerator nach Kibera gefahren, und haben dort gemeinsam mit den Maasai-Mbili-Künstlern eine spontane Party gemacht.
Weil die Party am Nachmittag stattfand, hatten wir sehr viele Kinder im Publikum. Und auf einmal kamen da zwei Zehnjährigen zu uns auf die Bühne, haben sich als Little King und Robo vorgestellt und fragten, ob sie die Mikrofone haben könnten. Unseren erwachsenen kenianischen HipHoppern ist die Spucke weggeblieben, denn die Kids hatten es einfach total drauf! Wir haben sie dann am nächsten Tag von der Schule abgeholt, zu uns ins Studio gebracht und mit ihnen das Stück Take It Higher aufgenommen.
Habt ihr mit den Künstlern über die Texte gesprochen, die ihr gemeinsam aufgenommen habt?
Wir haben schon manchmal über die Texte diskutiert. Gerade Sasha Perera von Jahcoozi hat immer ein Auge drauf gehabt, dass keine sexistischen Phrasen vorkommen, wie im US-Hiphop, der auch in Kenia für viele ein Vorbild ist. Dann gab es wiederum die sehr religiösen und metaphorischen Texte der Rap-Gruppe Ukoo Flani. Die haben wir uns übersetzen lassen, denn sie waren größtenteils auf Swahili. So war das ein gegenseitiger Dialog.
Was denkst du, habt ihr - Deutsche und Kenianer - voneinander gelernt?
Also was die Kenianer von uns gelernt haben – da will ich jetzt keine Hypothesen aufstellen. Nur für Just a Band kann ich die Frage beantworten. Ich und mein Bruder arbeiten viel mit analogen Synthesizern und seitdem wir dort waren und zusammen gearbeitet haben, kaufen sie sich auch mehr und mehr Synthesizer und Geräte, weil sie doch sehr beeindruckt davon waren.
Ich persönlich habe auf jeden Fall gelernt, offener zu sein. Ich bin nicht mehr ganz so nerdig und gehe entspannter ins Studio. Und Afrika an sich hat es mir angetan. Ich hatte ja vorher keinerlei Bezug zu afrikanischer Musik.
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BLNRB - Welcome To The Madhouse
01 Goldbreaks Variation (Abbas, Kimya, LJ, Teichmann)
02 Madhouse (Nazizi, Jahcoozi, Abbas)
03 Dirty Laundry (Teichmann, Abbas, Kimya, LJ)
04 Msoto Millions (Jahcoozi, Ukoo Flani)
05 Very Necessary (Necessary Noize, Teichmann)
06 Room For Me (Just a Band, Jahcoozi)
07 Ma Bhoom Bhoom Bhoom (Jahcoozi, Ukoo Flani, Radi)
08 Everyday Without You (Teichmann, Alai K)
09 Living Room (Teichmann, Ukoo Flani, Dogs)
10 Monkeyflip (Modeselektor, Nazizi, Abbas)
11 Goldbreaks (Teichmann, Kimya, LJ, Abbas)
12 Take It Higher (Jahcoozi, Little King, Robo)
13 Kumbuka (Jahcoozi, Michel Ongaro, Abbas)
14 Richie Interlude (Teichmann, Ukoo Flani)
15 Kibera Benga (Massai Mbilli, Modeselektor, Just a Band)
16 Away (Just a Band, Jahcoozi, Teichmann, Michel Ongaro)
17 Zamaney (Jahcoozi, Ukoo Flani)
18 Whateverman Dub (Teichmann, Ukoo Flani)
LABEL: Out Here | VERTRIEB: Indigo | VÖ: 08.07.2011

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