Text:
Klaus Walter
AFRICA HITECH ist das Baby von Mark Pritchard und Steve White alias Spacek. Der australische Brite Pritchard steckt hinter Global Communication, Harmonic 313, Troubleman und etlichen anderen Projekten. Der Bassist, Sänger und Produzent White gründete 1996 im Geiste der Walkers und Ramones die Falsche-Brüder-Band Spacek und zählt(e) J. Dilla und King Britt zu seinen Freunden. Neben der Erfahrung verbindet Pritchard und White die Neigung zu bassbetonten Musiken unterschiedlichster Ausprägung – Hauptsache Hardcore Continuum.
Erschienen in SPEX #333 07/08 2011 | 31.07.2011 13:15
Text:
Kirsten Riesselmann
Vier Jahre ist es her, seit der erste BATTLES-Longplayer Mirrored für Aufsehen sorgte und die dazugehörigen Live-Auftritte der so-called Supergruppe für mehr als das – für unhaltbare Begeisterung meisthin und die Ahnung vom Anbruch einer neuen Warp-Ära an der Schnittstelle zwischen Elektro-Knurpslern und Indie-Rockern. Vier Jahre, in denen der monumentale Überhit Atlas Zeit hatte, als Maßstab zu reifen und ordentlich auf die Schultern seiner Väter zu drücken. Vier Jahre, nach deren erster Hälfte Sänger und Real-Time-Loop-Orchestrierer Tyondai Braxton ein Soloalbum veröffentlichte. Vier Jahre, an deren Ende zeitgleich mit der Ankündigung des Erscheinungstermins von Gloss Drop die unerwartete Nachricht stand: Braxton macht nur noch Solo, bei Battles ist er ausgestiegen.
Erschienen in SPEX #333 07/08 2011 | 30.07.2011 11:30
Text:
Daniel Fersch
Die Popgeschichte ist auch eine Geschichte der Provokation: Schließlich war Pop lange gleichbedeutend mit jugendlicher Rebellion und deshalb eignete sich alles, was die Elterngeneration in Rage versetzte, hervorragend als Marketinginstrument für Bands und Labels. So bekundeten die Rolling Stones ihre Sympathie für den Teufel, Ozzy Osbourne biss auf der Bühne Fledermäusen den Kopf ab, Marylin Manson benannte sich nach dem Serienmörder Charles Manson und coverte dessen Songs. Ähnliches haben offensichtlich auch die Mitglieder des Duos CULTS aus New York vor.
Text:
Daniel Fersch
»Du hast Hamburg gerade noch gefehlt!« – unter diesem Motto sucht Hamburg vier Bewohner für das Projekt #hh_wg, die ab September für ein Jahr dort einziehen. Eine 200 qm große WG-Wohnung mitten auf der Reeperbahn wird zwölf Monate lang zur Homebase für vier Neu-Hamburger, die von dort aus die Hansestadt erkunden. Laptops, Smartphones und ein WG-VW-Bus inklusive. Einzige Bedingung: Sie müssen von ihren Erfahrungen im Kiez bei Facebook, Twitter & Co. berichten. Wer die Chance auf ein Jahr St. Pauli für umsonst wahrnehmen will sollte sich beeilen - die Teilnahmefrist endet am 31. Juli!
Text:
Tobi Müller
Dieses Album ist nicht die Weiterentwicklung des lustigen Autotune-Onkels geworden, den viele hinter einem Sample aus Kanye Wests aktuellem Werk vermutet haben. West spielte am Anfang von Lost in the World unbehandelt BON IVERs synthetischen Falsett-Folk aus dessen Stück Woods, und auch auf Wests Track Monster hört man die lässigen Pitch-Modulationen, die weniger an den jungen James Blake denn an den alten Frank Zappa erinnern. Die Referenz ist hier nicht das europäische Kunstlied, das selbst in den Gospel-Aneignungen Blakes noch zu hören ist, sondern die scheinbare Kunstwerdung der Natur. Und dafür steht bei Justin Vernon, Boss von Bon Iver, weites flaches Land, irgendwo westlich von New York.
Erschienen in SPEX #333 07/08 2011 | 28.07.2011 14:00
Text:
Daniel Fersch
Als »vergrößertes Wohnzimmer« beschreibt Hans Joachim Irmler, Mitglied der Krautrock-Pioniere Faust, das KLANGBAD FESTIVAL im oberschwäbischen Scheer an der Donau. Im Fall von Irmler, der das Festival-Programm zusammenstellt, trifft diese Aussage in doppelter Hinsicht zu. Denn das Städtchen, das ziemlich genau in der Mitte zwischen Ulm und Konstanz liegt, beheimatet das von Irmler betriebene Faust-Studio und sein Klangbad-Label. Das ohne Gewinnabsicht betriebene Festival findet somit buchstäblich vor seiner Haustür statt.
Text:
Daniel Fersch
Der neue Clip zu BJÖRKs Crystalline stellt bereits das achte Mal dar, dass die isländische Sängerin für ein Musikvideo mit dem französischen Regisseur MICHEL GONDRY zusammenarbeitet. Es ist also an der Zeit für eine kleine Werkschau von Gondrys Björk-Clips - in Form einer Hitliste.
Text:
Daniel Fersch
Der neue Clip zu BJÖRKs Crystalline stellt bereits das achte Mal dar, dass die isländische Sängerin für ein Musikvideo mit dem französischen Regisseur MICHEL GONDRY zusammenarbeitet. Es ist also an der Zeit für eine kleine Werkschau von Gondrys Björk-Clips - in Form einer Hitliste.
Text:
Daniel Fersch
Der Tod von AMY WINEHOUSE, die am Samstag unter noch nicht geklärten Umständen in ihrer Wohnung in London verstarb, ist in der Musikwelt mit Trauer und Bestürzung aufgenommen worden. So teilte Mark Ronson, der 2006 ihr Album Back to Black produzierte, über Twitter mit, dies sei einer der "traurigsten Tage seines Lebens". Die britische Sängerin und Rapperin M.I.A. stellte wiederum den bisher unveröffentlichten Song 27 ins Internet, den sie Winehouse und allen Musikern widmete, die ebenfalls im Alter von 27 Jahren verstorben sind.
Text:
Daniel Fersch
Der Songtitel ist plakativ, aber das gehört zur künstlerischen Verwirrungsstrategie des Projekts DIE VÖGEL dazu wie der Truthahn zum Logo der Plattenfirma Pampa Records, bei der gerade ihre zweite Maxi-Single erschienen ist. Fratzengulasch - so heißt im Jargon der Afterhour-Klientel der leicht verzerrte Gesichtsausdruck, der bei Menschen nach MDMA-Konsum auftreten kann. Die Verwendung des Wortes als Titel legt zunächst die Vermutung nahe, dass es sich hier um ein Stück aus jenem Kosmos handelt, in dem auch Anarcho-Truppen wie HGich.T oder Deichkind - mehr oder weniger selbstironisch - drei Tage am Stück (und auch länger) ihr Unwesen treiben.
Text:
Detlef Diederichsen
Es ist schon seltsam, dass The Fiery Furnaces immer noch lediglich als eine weitere US-Indie-Rockband wahrgenommen werden, und nicht als das sehr lustige, hochkomplexe Konzeptkunstwerk, in das sie sich schon vor einigen Jahren verwandelt haben. Erstes Anzeichen dieses Verpuppungsprozesses war 2005 das kaum hörbare Album Rehearsing My Choir – die vertonte Autobiografie der Oma der Friedberger-Geschwister von den Fiery Furnaces – mit Oma persönlich in der Erzählerrolle. 2008 kam die fantastische Cut-up-Live-Doppel-CD Remember heraus, die das etwas angerostete alte Rockformat Live-Doppelalbum für das Copy-and-Paste-Zeitalter neu definierte. Zuletzt überschlugen sich die Meldungen: Noch vor Erscheinen des bislang letzten FF-Werks I’m Going Away (2009) veröffentlichten Eleanor und Matthew Friedberger das Download-only-Album Take Me Round Again mit Coverversionen der Songs eben dieses Albums. Das nächste FF-Werk wiederum sollte ausschließlich im Notendruck erscheinen, mit imaginierten Beschreibungen der Songs seitens williger FF-Fans.
Erschienen in SPEX #333 07/08 2011 | 23.07.2011 15:45
Text:
Daniel Fersch
Das britische Label Deep Medi Musik ist bisher vor allem als Hort eines, fast schon orthodoxen, klassischen Dubstep-Sounds bekannt geworden. Schließlich gehört der Gründer der Plattenfirma, Mark Lawrence (alias Mala) als Mitglied des Produzenten- und DJ-Duos Digital Mystikz zu den Pionieren des Genres. Mit Songs for William, einem Album des österreichischen Künstlers ULRICH TROYER, erweitert Deep Medi nun jedoch das Spektrum des Labelprogramms.