Der Beat der Menschheit

barbara-panther-moonlightpeople-videoVideo-Standbild: Barbara PantherMoonlightpeople

    »Herkunft wird überschätzt«, sagt BARBARA PANTHER und verschweigt aus diesem Grund Details aus ihrem Lebenslauf genauso konsequent wie ihr Geburtsdatum. »Alter ist nicht wichtig«, erklärt sie knapp. Nur so viel lässt sie wissen: Sie wurde in Ruanda geboren, wuchs in Brüssel auf und ist seit fünf Jahren Berlinerin – wobei all diese Orte keinen größeren Einfluss auf sie ausübten »als das, was gerade sonst auf der Welt passiert«.

    Was der Komponistin, Texterin und Performerin selbst gerade passiert, ist vor allem ihre Transformation in einen Star. Ihr Mix aus fidelem Paganismus Marke Björk und ladyliker Astronautik à la Grace Jones besitzt schon jetzt eine Strahlkraft, die weit über die eines Berliner Szenephänomens hinausreicht. Nachdem Panthers keinerlei Widerspruch zulassender, äußerst variantenreicher Soul- und Rap-Sopran in den letzten Jahren auf Tracks von T.Raumschmiere oder Jahcoozi zu hören war, ließ sie 2010 für das Artwork ihrer ersten EP Empire das eigene Porträt als Silbermünze gestalten. Diesen Herrschaftsanspruch untermauert nun ihr Debütalbum, das selbstbetitelt ist, wie es einer Königin gebührt.

    Am Klangteppich unter ihren Füßen hat Matthew Herbert mitgeklöppelt (»das Album war schon fertig, er hat in drei Sessions für das Finetuning gesorgt«). Rhythmusmaschinen spielen zu ungeraden Märschen auf, die sich im Chorus gerne zu Sing-along-Hymnen auflösen. Songs wie Unchained, Rise Up oder Voodoo sind nichts weniger als Souveränitätserklärungen, in denen die Befreiung der »Unzähmbaren« und der »beat of the motherland« beschworen werden – wobei mit »motherland« eben nicht Ruanda oder sonst ein umzäuntes Territorium gemeint ist, sondern der »Ursprung« der Menschheit. In ihrer Musik gehe es darum, so Panther, die Mauer zwischen Archaischem und Futuristischem zu durchbrechen. »Why don’t we start a cosmic revolution?«, singt sie, und man fragt sich unwillkürlich: Ja, warum denn eigentlich nicht?

LABEL: City Slang | VERTRIEB: Universal | : 16.05.11


VIDEO: BARBARA PANTHER – Moonlightpeople