Editorial Spex #333

LADY GAGA, Protestsong-Wettbewerb, Gil Scott-Heron

Text:

lady-gaga-by-wolfgang-tillmansLady Gaga, fotografiert von Wolfgang Tillmans (Ausschnitt)

    Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    am Tag der Drucklegung dieses Hefts verstarb in New York im Alter von 62 Jahren Gil Scott-Heron. Ein Verlust, der umso schmerzlicher ist, weil der »Godfather of Rap« 2010, vierzig Jahre nach seinem zur viel zitierten Protest-Ikone gewordenen Song The Revolution Will not Be Televised, mit seinem Comeback-Album I’m New Here Hoffnung auf weitere, ähnlich deepe Spätwerke weckte. Rest in peace, Gilbert.

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    »Es werden keine Protestsongs mehr geschrieben«: Mit diesen Worten eröffneten wir – plakativ, aber so sollte es sein – den Schwerpunkt unserer letzten Ausgabe zur merkwürdigen Abwesenheit politischen Bewusstseins im aktuellen Pop, vor allem dem deutschsprachigen. Die Süddeutsche Zeitung, Zeit Online und diverse Blogs griffen das Thema auf, der Einsendeschluss für unseren in Kooperation mit ByteFM gestarteten Protestsong-Contest war am 6. Mai. Wie es weiterging, steht auf den Seiten 18-21.

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    Zwei Sommer ist es her, dass LADY GAGA in Spex von sich als »die Rockgöttin, die ich in Zukunft sein werde« sprach (Mode-Interview Heft #322). Eine self-fulfilling prophecy! Nun ist die Sängerin Titelheldin dieser Ausgabe und Gegenstand einer Roundtable-Diskussion, an der sich u.a. die amerikanische Gender-Forscherin Judith Jack Halberstam und Georg Seeßlen beteiligt haben. Letzterer erkennt in Gaga eine soziale Skulptur nach Beuys. Besonders stolz sind wir, die Titelstrecke mit Fotografien des Künstlers Wolfgang Tillmans bebildern zu können. Sie entstanden, als Tillmans im Sommer 2010 mit Gaga einen Nachmittag im Duisburger Lehmbruck-Museum verbrachte.

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    Alles neu macht der Mai, so heißt es, und doch schienen Teile unserer Leserschaft überrascht, als unsere Mai/Juni-Ausgabe in neuem Layout erstrahlte. Das Feedback war enorm, jedoch zeigte sich wieder einmal die Diskrepanz zwischen klassischer Einszu-eins-Kommunikation und Distanzschüssen aus den sozialen Netzwerken: Während uns konstruktive, detaillierte Kritik und Lob vor allem per E-Mail oder als klassische Papierpost erreichten, übte man sich auf Twitter und Facebook munter im Trollen. Ein User, dessen Name nichts zur Sache tut, sah sich sogar zur Forderung genötigt, unser Art Director möge sich etwas antun. Please!

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    Dies ist die 333. Ausgabe der Spex. Führende Numerologen wollen herausgefunden haben, die Ziffer 3 stehe für Ursache, für Selbstausdruck, aktiven Handlungswillen und Spannung. Aber auch ohne Zahlenforscher-Gedöns ist es natürlich eine schöne Zahl.

    Viel Spaß beim Lesen wünscht

    Die Redaktion

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