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Daniel Fersch
Die Streetwear-Messe BREAD & BUTTER feiert kommende Woche in Berlin ihr zehnjähriges Jubiläum mit einem dreitägigen Musikfestival auf dem Rollfeld des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Aus dem vollständigen Line-up der sogenannten B&B Super Nights machten die Veranstalter bis vor kuzrem ein großes Geheimnis. Inzwischen ist jedoch bekannt, dass am Eröffnungsabend Mos Def und Deichkind spielen werden; die Headliner der weiteren Abende bleiben vorerst weiter unbekannt. Während sich die Messe ausschließlich an Fachbesucher richtet, sind die Super Nights öffentlich zugänglich. Die Tickets gibt es nicht zu kaufen, sondern nur zu gewinnen - zum Beispiel bei uns.
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Daniel Fersch
Der rituelle Sufi-Trance der MASTER MUSICIANS aus dem Dorf Jajouka im marokkanischen Rif-Gebirge hat ein ganz eigenes Timing. Die Auftritte der vielköpfigen Gruppe können mehrere Stunden dauern, in denen sie ohne Unterbrechung einen repetitiven, rhythmisch komplexen Klangteppich weben. Die mystische Aura der Musik, der eine transzendente Kraft und heilende Wirkung nachgesagt wurden, brachte ihr in den Fünfziger und Sechziger Jahren die Aufmerksamkeit der westlichen Alternativkulturen ein. William S. Burroughs, der Jajouka in den Fünfziger Jahren besuchte, nannte die Master Musicians eine »4.000 Jahre alte Rock’n’Roll-Band«. Nach zwanzig Jahren tourt die von Bachir Attar geleitete Band in dieser Woche zum ersten Mal wieder durch Deutschland.
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Daniel Fersch
Zum Start der Beck's Mix Fusionpartys am 9. Juli in der Hamburger Oberpostdirektion zeigt Beck's, dass ein Elternabend auch mit Electro fusionieren kann. Bei der Nacht unter dem Motto Elektro_Eltern wird zwischen spießigen Eicheschrankwänden getanzt, während die Mutti in der Küche Wurstbrote schmiert und nebenan die Jungs mit geballter Leidenschaft Carrerabahn fahren. Für den passenden Soundtrack sorgen Liem und H.O.S.H. aus dem Hamburger Club Ego und die über 70-jährige britische DJ Ruth Flowers alias Mamy Rocks.
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Daniel Fersch
Seit BJÖRK Anfang Mai auf ihrer Webseite ihr neues Album Biophilia ankündigte, sind nur häppchenweise neue Informationen über das Projekt bekannt geworden. Biophilia (in etwa: »die Liebe zu allem Lebenden«) sei eine Erkundung der Beziehungen zwischen Musik, Natur und Technologie, hieß es zunächst etwas schwammig in einem offiziellen Statement. Einige Tage später kam heraus, dass es sich nicht um ein klassisches Album handelt, sondern um ein Multimediaprojekt, das als Serie von iPad-Apps erscheinen wird. Nun ist mit Crystalline der erste Song von Biophilia im Internet aufgetaucht - und dieser überrascht vor allem musikalisch.
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Daniel Fersch
Die Auftritte des britischen DJs und Produzenten Orlando Higginbottom sind mindestens so extravangant wie sein Künstlername TOTALLY ENORMOUS EXTINCT DINOSAURS: Gerne trägt er hinter dem DJ-Pult bizarre Insektenkostüme und wird von Tänzerinnen mit Dinosauriermasken begleitet. Entdeckt hat den in Oxford aufgewachsenen Higginbottom der Hot Chip-Gründer Joe Goddard, der ihn auch kurzerhand für sein Label Greco-Roman verpflichtete. Am 7. Juli wird T-E-E-D mit seiner gewagten Mischung aus avantgardistischem Rave-Wahnsinn und subtilem Electropop bei der Jägermeister Wirtshaus Tour die Lederer Kulturbrauerei in Nürnberg auf den Kopf stellen. Wir verlosen dafür Karten.
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Daniel Fersch
Ursprünglich als Kammerorchester gegründet, sorgt das Solistenensemble KALEIDOSKOP inzwischen mit seinen szenischen Produktionen, die Konzert, Tanz, Schauspiel und Lichtinstallationen verbinden, für Aufsehen. In Berlin werden die Mitglieder der Gruppe am kommenden Wochenende den Konzertsaal verlassen und auf öffentlichen Plätzen, Hinterhöfen und Straßen eine Konzertperformance zu Ehren des griechischen Komponisten und Architekten Iannis Xenakis aufführen. Wir verlosen dafür 3x2 Eintrittskarten.
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Lutz Happel
Der britische Multiinstrumentalist PATRICK WOLF scheint sich unsterblich verliebt zu haben. Das hat revolutionäre Auswirkungen auf seine Kunst. In einem Interview sagte er kürzlich, sein neues Album Lupercalia sei extrem »ehrlich« und jeder seiner Songs beruhe auf einer »wahren Geschichte«. So viel Wille zum Authentischen, Lebensnahen überrascht, hatte man Patrick Wolf doch bis jetzt als einen früh vollendeten Meister romantisch-fantastischer Inszenierungen abgespeichert, an denen sich vorzüglich heruminterpretieren ließ.
Erschienen in SPEX #333 07/08 2011 | 25.06.2011 21:00
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Daniel Fersch
New Wave Dance Music From South Africa lautete der Untertitel einer Kompilation, mit der das britische Label Honest Jon's im vergangenen Jahr das Dance-Phänomen SHANGAAN ELECTRO aus dem Johannesburger Stadtteil Soweto weltweit bekannt machte. Der minimalistisch produzierte, ultraschnelle Stil greift Elemente der traditionellen Tanzmusik der Shangaan-Volksgruppe auf und verfremdet diese etwa durch die elektronische Manipulation der Gesangsspuren. Hinter Shangaan Electro steckt der charismatische Produzent Richard Hlungwani alias Nozinja, der nun mit einer Gruppe von Sängern und Tänzern durch Europa tourt. Wir verlosen Karten für den einzigen Deutschland-Auftritt am 30. Juni in Berlin.
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Daniel Fersch
Als der britische Produzent Aaron Jerome vor zwei Jahren das Pseudonym SBTRKT annahm, machte er zuerst mit Remixen auf sich aufmerksam. Doch es wäre fahrlässig, Jerome als reinen Remix-Spezialisten abzutun. Denn gerade die Kompromisslosigkeit, mit der er in seinen eigenen Stücke einen eleganten Stil-Mix aus Dubstep, Broken Beat und House ausformuliert, machen ihn zu einem der spannendsten Vertreter jener neuen englischen Musiker-Generation, die in den Nachwehen der Dubstep-Explosion nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten sucht.
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Jörg Sundermeier
»Do you want it all?«, fragt die Band. Und beklagt »too much government control«. Sie droht: »Wir werden zum Bundestag marschieren«. Und fordert selbstredend eine »Revolution«. ATARI TEENAGE RIOT sind wieder da, gefühlte hundert Jahre nach dem letzten Longplayer, dem Live-Album von 2000. Inzwischen hat Hanin Elias die Band verlassen, Carl Crack ist vor zehn Jahren gestorben. Alec Empire und Nic Endo sind übriggeblieben, der neu hinzugekommene MC CX Kidtronik ergänzt die Band zum Trio.
Erschienen in SPEX #333 07/08 2011 | 22.06.2011 14:00
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Ralf Krämer
»Herkunft wird überschätzt«, sagt BARBARA PANTHER und verschweigt aus diesem Grund Details aus ihrem Lebenslauf genauso konsequent wie ihr Geburtsdatum. »Alter ist nicht wichtig«, erklärt sie knapp. Nur so viel lässt sie wissen: Sie wurde in Ruanda geboren, wuchs in Brüssel auf und ist seit fünf Jahren Berlinerin – wobei all diese Orte keinen größeren Einfluss auf sie ausübten »als das, was gerade sonst auf der Welt passiert«.
Erschienen in SPEX #333 07/08 2011 | 21.06.2011 14:00
Text:
Carolin Weidner
Iron, ein Video zum Musikprojekt WOODKID des französischen Alleskönners Yoann Lemoine (Regisseur, Fotograf, Illustrator, Sänger), ist die Bebilderung einer lustvollen Entgleisung. Betörend, gierig und triebhaft.