Vielfalt der Positionen

finalisten-protestsong-wettbewerbDie zehn Finalisten des Protestsong-Wettbewerbs (in alphabetischer Reihenfolge und im Uhrzeigersinn von oben links). © Fotos: B. Hengst & Pastor Leumund, Frank Fenstermacher, Brockdorff Klang Labor, Der todtraurige Henning, Martin Ohliger, Komplizen der Spielregeln, Ute Zötsch, Ripped Underwear, SusanneBlech,  dercorn.

    Gibt es wirklich keine PROTESTSONGS mehr? Das war die Frage, die wir im Schwerpunktteil der aktuellen Spex-Ausgabe stellten. Wir wollten es genauer wissen, und riefen zusammen mit ByteFM zur Suche nach neuen Stücken auf, die auf die politischen, sozialen oder kriegerischen Konflikte der vergangenen Monate Bezug nehmen. Das Feedback übertraf alle Erwartungen: Mehr als 120 Einreichungen erreichten uns und machten es der Redaktion und der, aus Christiane Rösinger, Stephan Rath, Andreas Spechtl und Klaus Walter zusammengesetzten Jury schwer, sich auf eine engere Auswahl zu einigen.

    Die zehn Songs, die am Ende als Favoriten feststanden, gehen das Thema auf ganz unterschiedliche Weise an. Bernadette La Hengst nimmt eine bejahende Position ein und besingt bei Ich bau ein Haus im Ozean die Vision eine Zukunft ohne Grenzen. Der Fehlfarben-Sänger Peter Hein erklärt in seinem Beitrag mit der Combo Boys Beach: »Die Jugend darf alles, weil sie betrogen worden ist«. Brockdorff Klang Labor aus Leipzig reißen die Zäune der Festung Europa nieder und fordern Bewegungsfreiheit für alle Flüchtlinge. Friedemann Weise aus Köln wiederum ironisiert das Protest-Genre und findet in Apocalypso No. 1, dass der Titel das Beste an seinem Song sei. Der Todtraurige Henning nennt sich selbst den depressivsten Liedermacher der Nation und liefert eine hinreissende sächsische Version des Protestrap-Klassikers The Message von Grandmaster Flash & The Furious Five ab.

     Die Komplizen der Spielregeln verkleiden ihren Protest in poetisch komplexe Verse. Im einzigen Beitrag mit englischen Text findet die österreicherische Sängerin Mika Vember, dass in ihrem Heimatland einiges falsch läuft. Die junge nordfriesische Krawallbande Ripped Underwear and the Wanted Splash ruft in TapetenRakete zum Aufstand mit Hilfe von gerader Kickdrum und Electro-Synthesizer auf. Susanne Blech (die keine Frau, sondern ein Mann ist) stellt in Robocop hätte geschossen fest, dass Empörung keine Subversion ist, und Thomsen errichtet mit Leaks allen Cyber-Aktivisten ein akustisches Denkmal.

    Mehr zum Wettbewerb und die Bekanntgabe des Sieger-Beitrags gibt es in Spex-Ausgabe #333 zu lesen, die am 15. Juni am Kiosk erhältlich ist.

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