Die verbotene Frucht

mater-suspiria-vision-seduction-of-the-armageddon-witches    Es gibt wohl keinen Witch-House-Act, der das Spiel mit den Symbolen so exzessiv auf die Spitze treibt wie MATER SUSPIRIA VISION. Alleine die Track-Titel, wie etwa Das Haus der Hexe oder The Drone Cabinet Of Doctor Trance sind dermassen plakativ, dass sie entweder ein Ausdruck purer Obsession oder aber eine hyper-ironische Parodie sein müssen. In den dazugehörigen Videos fährt MSV-Mastermind Cosmotropia De Xam zudem das komplette Horror-Trash-Programm ab und montiert Szenen aus Exorzismus- und Slasher-Filmen der Siebziger Jahre zu einem okkulten Bilderstrudel. Durch diese Ästhetik sei das Projekt aus Düsseldorf »kompatibel mit Wave-Gotik-Treffen und Meta-Kommentar zu dieser Bewegung zugleich«, schrieb Sebastian Hammelehle im Jenseits-Schwerpunkt von Spex #331.

    Für das Stück Seduction Of The Armageddon Witches hat nun zum ersten Mal ein anderer Regisseur als De Xam die Visualisierung besorgt. Der Spanier Diego Barrera bedient sich für den Clip bei der Ikonographie des Katholizismus und greift damit ein Motiv auf, das bereits im lateinischen Projektnamen Mater Suspiria Vision angedeutet wird. In seinen, in leuchtende Farben getauchten Tableaus, die barocken Altarbildern nachempfunden sind, interpretiert Barrera den Sündenfall der biblischen Schöpfungsgeschichte neu. Die verbotene Frucht ist auch hier ein Apfel, während Adam von einem gepiercten Jesus-Darsteller verkörpert wird und Eva wie eine Mischung aus Muttergottes, Lolita und Hexe gestylt ist.

VIDEO: MATER SUSPIRIA VISION – Seduction Of The Armageddon Witches

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