Editorial Spex #331
Hallo Jenseits
Text: Jan Kedves, Ralf KrämerDie neue Spex #331 ist ab dem 25. Februar am Kiosk erhältlich. Jan Kedves und Ralf Krämer geben im Editorial der neuen Ausgabe einen Überblick über die Themen des März/April-Hefts.
Liebe Leserinnen und Leser,
»Hallo Jenseits!?« Es ließ sich einfach nicht länger ignorieren: Die Kultur des Übernatürlichen erlebt gerade allerorten, in Kino, Literatur und Pop, eine bemerkenswerte Hausse. Spätestens, als sich zur Ankündigung von Clint Eastwoods Nahtod-Thriller »Hereafter« sowie zu den quasi stündlich eintreffenden Meldungen von neu gegründeten, gespenstische Namen tragenden Witch-House-Bands noch »Violet Cries« gesellte, das schwer spukende Debütalbum von Esben And The Witch, stand fest: Das braucht ein Special.
Während der Konzeption scheuten wir nicht den Spagat zwischen Theorie und Praxis. Denn wenn Geister und Hexen, Himmel und Hölle ergiebige Themen für die aktuelle Populärkultur sind, sodass unsere Autoren Georg Seeßlen, Sebastian Hammelehle und Thomas Hübener problemlos 18 Seiten damit füllen können, dann sollte Pop andersherum auch zum Inhalt einer ordentlichen spiritistischen Séance taugen – oder nicht? Wir erwogen also, mithilfe eines Mediums ein Interview mit Michael Jackson zu führen. In diesem Jenseits-Test wäre es nicht um Gossip-Quatsch gegangen. Wir hätten vom verblichenen King of Pop nur einfach gern gewusst, wie ihm sein eigenes neues Album gefällt – und vor allem, wie gelungen er die An- ordnung der Songs in der Playlist hält (Albumdramaturgie: ein Thema, das Oskar Piegsa in dieser Spex behandelt). Allein, es sollte nicht sein. Sämtliche kontaktierten Medien hielten unser Anliegen für »unseriös«. Sogar die Anfrage bei einem Berater des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. in Freiburg stieß auf höfliche, aber sehr bestimmte Ablehnung: »Schreiben Sie das ›Interview‹ doch einfach selbst und denken sich dafür einen Phantasie- Namen des ›Mediums‹ aus. Das führt zu den gleichen Ergebnissen.«
Anstelle neuer O-Töne von Michael Jackson gibt es in dieser Ausgabe zumindest ein Gespräch mit dem Mann zu lesen, der die letzten Outfits für Jackson geschneidert hat: Zaldy (Mode-Interview) konnte den verstorbenen Entertainer auf seine letzten Tage noch einmal sehr glücklich machen, indem er ihm für die »This Is It«-Show einen voll fernsteuerbaren LED-Anzug schneiderte, auf dem sich bunte Blitze von den Socken in den Handschuh schießen lassen. Aktuell arbeitet Zaldy an 260 Kostümen für das Michael-Jackson-Musical des Cirque du Soleil, das im Herbst in Las Vegas Premiere feiern und – Hallo Jenseits! – den Namen »The Immortal World Tour« tragen wird.
Eine Spex-Personalie: Wie im letzten Heft angekündigt, hat Mario Koell im Dezember unser Team verlassen, um zunächst seine »Bikini- Zone« (Zitat Koell) zwei Monate lang in Neuseeland zu sonnen und sich dann – nach insgesamt zehn Jahren Grafiker-Tätigkeit für Spex, vier davon als unermüdlicher Art Director – neuen Herausforderungen zu stellen. Wir wünschen Mario für die Zukunft von Herzen das Beste. Und begrüßen in diesem Heft Andreas Wesle als neuen Art Director.
Viel Spaß beim Lesen,
Jan Kedves und Ralf Krämer
Abbldung: Albert von Schrenck-Notzing, »Das Medium Stanislawa P. mit einer teleplastischen Form 1913«, Silbergelatineabzug Courtesy: IGPP e.V. Freiburg

TwitThis
Facebook
Buzz
del.icio.us
Google Bookmarks
Digg
Ping.fm
FriendFeed
Yigg
MisterWong.DE
Technorati
Netvibes
MySpace
Identi.ca
StumbleUpon



