Trinken, rauchen, knutschen

Text von Walter W. Wacht
am 4. Februar 2011

Vor etwas mehr als einem Jahr hieß es in diesem Magazin zu der Jungspund-Sensation Chuckamuck: »Beat aus Berlin. Beat im Sinne von Beatles, Kinks – oder von uns aus auch Billy Childish und Black Lips. Und natürlich: Garagenrock und Powerpop – von Teenies ohne Retrofimmel.« Daran hat sich bis heute nichts geändert. Abgesehen davon, dass Chuckamucks im März erscheinendes Debütalbum noch heißer ist, als ihr damals referenzierter Song »Jagen Schmagen« (siehe Spex-CD #87) erwarten ließ.

    »Wild for Adventure« wird auf dem Türen-, Rösinger-, Ja, Panik- und Bonaparte-Label Staatsakt veröffentlicht, eingespielt und aufgenommen wurde die Platte an drei Tagen mit Norman Nitzsche (Mischer für The Whitest Boy Alive) und Ramin Bijan (Die Türen) – ein glattes Popalbum darf man deshalb natürlich nicht erwarten, im Gegenteil: Durch Support-Auftritte für Bands wie Health und The Strange Boys in erfrischernder Anti-Haltung geschult, spielen die vier gebürtigen Berliner Teenager Oska, Jules, Lorenz und Jiles in schrammeligster DIY-Manier ihre Zweiminüter auf verstimmten Gitarren, jammernder Mundharmonika und polterndem Schlagzeug runter, zwischendruch erlaubt man sich auch zwei, nunja, Balladen.

    Gesungen wird abwechselnd in verschnoddertem Deutsch und Englisch über das, was den Teenager wie auch den Erwachsenen tief im Inneren bewegt: Schokoriegel, Eiskrem, des Menschen bester Freund, Popstars, Urlaubserinnerungen und natürlich Alkohol trinken, Zigaretten rauchen, knutschen und letztlich noch mehr rauchen und trinken – die wichtigen Themen des Lebens also, alle in dieser bzw. wechselnder Reihenfolge.

    Das Musikvideo zu »Ostsee« darf man nun natürlich nicht als wirkliches Musikvideo verstehen: Mit kein Geld produziert, selbst gefilmt, und geschnitten gibt der Clip aber ein authentisches Bild der besten Teen-Band wieder, die dieses Land derzeit zu bieten hat.

 


VIDEO: Chuckamuck – Ostsee
 

Chuckamuck – Wild for Adventure:
Spex präsentiert Chuckamuck Live:
01. Eis am Stiel
02.04. Leipzig – Ilses Erika
02. Mars Mandel
03.04. Hamburg – Hafenklang
03. Outta My Way
16.04. Kassel – Mind the Gap @ Schlachthof
04. Mein Hund & Ich
18.04. Köln – Zum Scheuen Reh
05. Chuckamuck
19.04. Frankfurt a.M. – Sinkkasten Arts Club
06. Souvenirs
20.04. München – Rote Sonne
07. Walk Like a Duck
21.04. A-Wien – B72
08. Ostsee
22.04. Dresden – Scheune (Lounge)
09. Honey
24.04. Berlin – Rosi’s
10. Gestern traf ich Dan Treacy

11. Caroline

12. Schlaf noch nich’

Foto: © Tassilo Rüster

  • http://www.facebook.com/people/Markus-Gres/691467874 Markus Göres

    sweetness!

  • hase02

    Und dies sind die Vorbilder und wir eifern ihnen nach. Wir rauchen schon sehr früh, trinken und wollen Sex. Was ist daran so falsch? Ich mag es.

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