Trinken, rauchen, knutschen

Vor etwas mehr als einem Jahr hieß es in diesem Magazin zu der Jungspund-Sensation Chuckamuck: »Beat aus Berlin. Beat im Sinne von Beatles, Kinks – oder von uns aus auch Billy Childish und Black Lips. Und natürlich: Garagenrock und Powerpop – von Teenies ohne Retrofimmel.« Daran hat sich bis heute nichts geändert. Abgesehen davon, dass Chuckamucks im März erscheinendes Debütalbum noch heißer ist, als ihr damals referenzierter Song »Jagen Schmagen« (siehe Spex-CD #87) erwarten ließ.

    »Wild for Adventure« wird auf dem Türen-, Rösinger-, Ja, Panik- und Bonaparte-Label Staatsakt veröffentlicht, eingespielt und aufgenommen wurde die Platte an drei Tagen mit Norman Nitzsche (Mischer für The Whitest Boy Alive) und Ramin Bijan (Die Türen) – ein glattes Popalbum darf man deshalb natürlich nicht erwarten, im Gegenteil: Durch Support-Auftritte für Bands wie Health und The Strange Boys in erfrischernder Anti-Haltung geschult, spielen die vier gebürtigen Berliner Teenager Oska, Jules, Lorenz und Jiles in schrammeligster DIY-Manier ihre Zweiminüter auf verstimmten Gitarren, jammernder Mundharmonika und polterndem Schlagzeug runter, zwischendruch erlaubt man sich auch zwei, nunja, Balladen.

    Gesungen wird abwechselnd in verschnoddertem Deutsch und Englisch über das, was den Teenager wie auch den Erwachsenen tief im Inneren bewegt: Schokoriegel, Eiskrem, des Menschen bester Freund, Popstars, Urlaubserinnerungen und natürlich Alkohol trinken, Zigaretten rauchen, knutschen und letztlich noch mehr rauchen und trinken – die wichtigen Themen des Lebens also, alle in dieser bzw. wechselnder Reihenfolge.

    Das Musikvideo zu »Ostsee« darf man nun natürlich nicht als wirkliches Musikvideo verstehen: Mit kein Geld produziert, selbst gefilmt, und geschnitten gibt der Clip aber ein authentisches Bild der besten Teen-Band wieder, die dieses Land derzeit zu bieten hat.

 


VIDEO: Chuckamuck – Ostsee
 

Chuckamuck – Wild for Adventure:
Spex präsentiert Chuckamuck Live:
01. Eis am Stiel
02.04. Leipzig – Ilses Erika
02. Mars Mandel
03.04. Hamburg – Hafenklang
03. Outta My Way
16.04. Kassel – Mind the Gap @ Schlachthof
04. Mein Hund & Ich
18.04. Köln – Zum Scheuen Reh
05. Chuckamuck
19.04. Frankfurt a.M. – Sinkkasten Arts Club
06. Souvenirs
20.04. München – Rote Sonne
07. Walk Like a Duck
21.04. A-Wien – B72
08. Ostsee
22.04. Dresden – Scheune (Lounge)
09. Honey
24.04. Berlin – Rosi’s
10. Gestern traf ich Dan Treacy

11. Caroline

12. Schlaf noch nich’

Foto: © Tassilo Rüster

Rock en Seine

Wilde Tiere unter sich: Das Rock-en-Seine-Festival im Livestream

Ab heute für drei Tage im Livestream: Das Pariser Festival Rock en Seine mit SPEX-Titelstars wie den Libertines und Hot Chip.

fehlfarben

Fehlfarben: Videopremiere »Untergang«

Wer sind die Herren der Dinge? Fehlfarben veröffentlichen am 25. September ihr 13. Album Über… Menschen. SPEX präsentiert neben der dazugehörigen Tour nun auch die erste Videopremiere zum Eröffnungssong »Untergang«.

Brandt_Brauer_Frick_Ensemble_feat._Beaver_Sheppard_2_Credit_JOY_MAX_PAROVSKY

Kingsizeklackern: Brandt Brauer Frick Ensemble live / Ticketverlosung

Brandt Brauer Frick sind moderne Rattenfänger: das Trio wirft die Groovebox an und in seinem Schatten formiert sich ein Schwanz von Musikern. Für zwei Aufnahmesessions zu einem Live-Album spielt das Brandt Brauer Frick Ensemble nun in Berlin. SPEX.de verlost Tickets.

balbina.jpg

Hat Pop ein Frauenproblem? – SPEX-Diskussion heute auf dem Pop-Kultur Festival

SPEX-Chefredakteur Torsten Groß diskutiert mit Sandra Grether, Anne Haffmanns, Balbina und Theresa Lehmann in der Halle am Berghain.

destroyer

Destroyer »Poison Season« / Review

Für Poison Season gilt beinahe alles, was auch für Kaputt galt, solange man Hornsby durch Springsteen ersetzt, beim aufgeknöpften Hemd auch noch die Ärmel hochkrempelt und statt eines Saxofons eine Armada von Saxofonen zum Einsatz bringt.

frank1

Frank – kopflos brotlos

Frank nimmt die Gegenposition zur affirmativen Mythen- und Legendenbildung von Cameron Crowe und anderen Rock-Regisseuren ein. Rockmusik? Kein Traum ist, der sich auszuleben lohnt. Ab heute läuft der Film in den deutschen Kinos – dazu das komplette Feature aus SPEX N° 363.

coffee

Kupferkesselpop: das Coffee Festival in Berlin

Genussmittel sind Popkultur. Es geht um das gute Leben, um Distinktion, Nerdtum und Festivals. So wie beim Coffee Festival Anfang September in Berlin.

foals

Foals »What Went Down« / Review

Der Stadionplatzwart hat die LED-Strahler angeschmissen und Foals verhalten sich wie die Motten zum Licht. Unter 20.000 Watt wird nicht mehr geflirrt.

findus live

MS Dockville Festival in Hamburg – Rückblende in Wort und Bild

Trotz fehlender Ecken und Kanten: das Dockville ist und bleibt eines der detailverliebtesten Festivals in Deutschland. Ein Blick zurück auf ein Wochenende mit viel Pose und weniger Haltung.

beach-house-depresssion-cherry-album1

Beach House »Depression Cherry« / Review

Pluspunkt für die weiterhin konsequente Erfindung einer eigenen Welt. Der Haken: wie schon beim letzten Album Bloom fragt man sich auch bei Depression Cherry, wie zum Teufel Beach House ihre eigenen Songs auseinanderhalten können.

modestrecke10_quer

Till Dawn – Modestrecke aus SPEX N° 363 / Verlosung Floris van Bommel

Die Fotoserie aus der aktuellen Printausgabe plus Verlosung.

compton

»Straight Outta Compton« / Review zum Filmstart

»Man könnte fünf verschiedene N.W.A-Filme drehen«, sagt Ice Cube. F. Gary Gray legt mit dem autorisierten Biopic »Straight Outta Compton« den wahrscheinlich zahmsten davon vor.