Kein Aufsatz über Phonetik

Nach ihren furiosen Alben »The Taste and the Money« (2007) und »The Angst and the Money« (2009) veröffentlicht die Gruppe Ja, Panik in diesem Jahr ihr insgesamt viertes Album. Dessen Titel hätte so naheliegend lauten können: »The Money and the Money« – was man nach dem enormen Popularitätsgewinn der mittlerweile komplett nach Berlin übergesiedelten österreichischen Gruppe als netten selbstironischen Kommentar hätte verstehen können. Glücklicherweise waren Ja, Panik aber nie die eindimensionale, berechenbare Band, wie es sie im deutschsprachigen Raum so oft gibt. Der Titel ihres neuen Doppelalbums lautet daher kryptisch: »DMD KIU LIDT«.

    Erstmals haben Ja, Panik ihre Platte komplett in Berlin geschrieben, aufgenommen wurde das Doppelalbum in Warren Suicides Neuköllner Chèz Cheri-Studios. Erneut mit Moses Schneider, der zuletzt Tocotronic, Fehlfarben, die Beatsteaks und Kreator produziert hat. An den neun Studiotagen Anfang November 2010 wurden alle Songs in der Fabriketage unter Live-Bedingungen in einem Raum aufgenommen, einen kurzen Studiobericht der Sessions hat Simon Wangemann, Musiker der Band I Heart Sharks und in diesem Fall als Toningenieur tätig, auf seinem persönlichen Blog notiert. Derzeit wird »DMD KIU LIDT« von Norman Nitzsche (Masha Qrella, Mina, NMFarner) abgemischt.

    Aber was bedeutet »DMD KIU LIDT« nun eigentlich? Ausgesprochen wird der Titel in englischer Sprache, will sagen: »DMD Q LIDT«. Um nun keinen Aufsatz über Phonetik im Allgemeinen bzw. alveolare Verschlusslaute und stimmhafte bilabiale Nasal-Laute im Speziellen schreiben zu müssen, kürzen wir ab: Der genaue Titel ist auch in der Spex-Redaktion unbekannt, »DMD KIU LIDT« ist allerdings die Abkürzung einer Botschaft, die in den nächsten Wochen bis zur Albumveröffentlichung in Schnitzelart-Manier von Ja, Panik bzw. ihren Fans dechiffriert werden soll – kurz: Bitte assoziieren Sie. Und noch ein Gerücht: Ja, Panik-Sänger Andreas Spechtl soll seine Songs dem Vernehmen nach nur noch in englischer Sprache texten. Handfester geht es in seinem Blog zu: Bei FM4 schrieb Spechtl zuletzt ein Neujahrsgrußwort zum großstädtischen Flaneur.

    »DMD KIU LIDT« erscheint am 16. April als Doppel-Vinyl bzw. -CD und als Download auf Staatsakt, im Mai soll eine ausgiebige Live-Tour folgen.

 


STREAM: Ja, Panik – Paris (Hans Unstern Cover)


STREAM: Ja, Panik – Alles hin, hin, hin