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Klaus Walter
MTV? CD? www? SMS? Spex? Nie gehört, als 1979 Gang Of Four ihr erstes Album »Entertainment« veröffentlichten. In der Zwischenzeit ist die Berliner Mauer gefallen, die Twin Towers stehen nicht mehr, und die freie Marktwirtschaft hat die chinesische Mauer übersprungen. Darf man von einem neuen Gang-Of-Four-Album erwarten – dem ersten seit 15 Jahren – diese Zeitenbrüche wiederzuspiegeln, so wie man ihren frühen Alben anhörte, woher der politische Wind wehte?
Erschienen in SPEX #330 01-02.2011 | 31.01.2011 10:41
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Michael Lutz
Thomas Meinecke hat mit seiner Veranstaltung »Plattenspieler« ein höchst amüsantes Assoziations-Pingpong erfunden, das für die Vermittlung von substanziellem Popwissen steht. Der Autor, Musiker und Radiomoderator legt vor Publikum im Wechsel mit seinen Gästen Platten aus allen Bereichen und Epochen der Popmusik auf, die Cover werden per Beamer an die Wand geworfen. Im Februar ist die Musikerin, Moderatorin und Labelbetreiberin Gudrun Gut zu Gast im Hebbel Theater.
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Ralf Krämer
Am gestrigen Dienstag kam der Film in die Köpenicker Straße in Berlin-Kreuzberg. Vor einer Fabrik, direkt neben der Redaktion der Spex, wuchs ein Gerüst in die Höhe, Scheinwerfer strahlten ins Gebäude, ein Wagendorf aus Trailern und Catering-Bus entstand. Auf dem Drehplan: Die Fortsetzung der erfolgreichen Kinokomödie »Männerherzen« – business as usual also. Keine drei Stunden später erreichte die Redaktion die Meldung, dass der deutsche Filmproduzent Bernd Eichinger völlig unerwartet an einem Herzinfarkt verstorben ist. Ein Nachruf.
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Robert Defcon
»Kampf im Kulturkaufhaus« – so lautet die mehrstimmig gejohlte Parole zum bratzigen Techno-Beat von Driver & Driver, unterfüttert mit stilechten Hallenrave-Synthies der Neunziger. Es handelt sich um ein weiteres Kapitel Elektropunk, das – eingebettet in das Driver-&-Driver-Debütalbum »We Are the World« – von den Seltsamkeiten der kulturwirtschaftlichen Verwertungskette erzählt.
Erschienen in SPEX #330 01-02.2011 | 25.01.2011 19:26
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Walter W. Wacht
»Worüber sollte Joan Wasser noch singen«, fragt Lutz Happel in der aktuellen Spex #330 anlässlich des neuen, ein Sternbild des Großen Bären im Titel tragenden Albums »The Deep Field« von Joan As Police Woman, »nachdem der Superlativ der eigenen Sinnlichkeit besungen ist? Gott?« Mit einer Antwort auf die Frage darf sich die amerikanische Songwriterin gerne noch etwas Zeit lassen, schließlich ist ihr drittes, diese Frage aufwerfende Album gerade erst erschienen. »The Deep Field« kann man jetzt schon im Stream hören, vorab spielt Joan As Police Woman ein Radiokonzert in Berlin und für die Tour im Februar verlosen wir Tickets.
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Walter W. Wacht
Eine passende, treffende Übersetzung für »Bokeh« gibt es nicht: Es steht für das subjektive Unschärfeempfinden auf Fotografien, variiert je nach Kameraobjektiv und ist allgemein schwierig zu messen. Eigentlich naheliegend, dass dies auch für Musik gelten kann – löst sie doch bei jedem Menschen grundlegend andere Assoziationen und Gefühle aus, obwohl die Hörgrundlage dieselbe ist. Das neue, sechste Album des britischen Produzenten Stephen Wilkinson alias Bibio soll sich nun wohl um das Motiv der subjektiven Gedankenunschärfe drehen – betitelt ist die Platte »Mind Bokeh«.
Text:
Walter W. Wacht
Das wohlbehütete Leben am Rande der Großstadt: Ruhe, Sicherheit, Freundschaft und Langeweile – vermeintlich jedenfalls, denn plötzlich drohen dem Idyll Krieg, Gewalt und Verrohung. Gemeinsam mit Regisseur Spike Jonze produzierten und drehten Arcade Fire im vergangenen Jahr den Kurzfilm »Scenes From the Suburbs«. Die Weltpremiere ist im Februar im Rahmen der Berlinale zu sehen.
Text:
Walter W. Wacht
»Todesmelodien«! »Größenwahn«! Wortgewaltige Titel, die Andreas Dorau, spätestens seit Mitte der Neunziger einer der wichtigsten deutschsprachigen Künstler im Referenzrahmen der dreißigjährigen Spex-Geschichte, im Juni mit seinem neuen Album transportiert. Den ersten Song von der Platte kann man nun im Stream hören.
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Edwina Pru
»I don’t speak German, but I can if you like«, moderiert Lady GaGa ihre jüngste musikalische Äußerung an. Ein Remix ihres neuen Songs begleitete vorgestern bei den Modenschauen in Paris die Präsentation der Männerkollektion Herbst/Winter 2011/2012 des frisch reaktivierten Modehauses Thierry Mugler.
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Barbara Schweizerhof

Die Instrumentalisierung der eigenen Physis, die Sucht, auf der Bühne zu stehen und ein wahrlich mephistophelisches Angebot: In Darren Aronofskys neuem Psychotriller »Black Swan« glänzt Natalie Portman als von tiefer Unsicherheit geprägte Ballettänzerin, die sich alles abverlangt, um endlich groß herauszukommen.
Text:
Walter W. Wacht
Er hatte nicht nur das Album mit einem der besten Artworks des vergangenen Jahres, es war auch musikalisch eine der besten Platten 2010 – jedenfalls solange es nach der Meinung dieses Autoren geht. Für das neue Jahr hat sich Darren J. Cunningham, der Mensch hinter den Maschinenklängen von Actress, einiges vorgenommen: Gleich zwei neue Alben will der Londoner veröffentlichen.
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Roberta Hanke
Im Referenzrahmen zwischen Wohnzimmer- und Clubtauglichkeit bewegt sich Rajko Müller – der inoffizielle Erfinder des Microhouse –, seitdem er mit seinem Langzeitprojekt Isolée 1998 den veritablen Hit »Beau Mot Plage« vorgelegt hat. Jener signifikante Track trägt zwar unverkennbar Müllers Handschrift, implizierte aber auch in seiner dubtechnoiden Delay-Lastigkeit mehr Tanzflächen-Wahnsinn, als Isolée mit seinen ersten zwei Alben einlösen konnte oder wollte. Nun, nach sechs Jahren Pause, setzt der gebürtige Frankfurter auf seinem Drittling »Well Spent Youth« zu einer neuen Positionsbestimmung an.
Erschienen in SPEX #330 01-02.2011 | 20.01.2011 08:20