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Walter W. Wacht
Einatmen: Wo sollen wir seit unserer letzten Gonzales-bezogenen Meldung beginnen? Vielleicht bei der Antwort auf die Frage, wie es denn nun eigentlich bei Gonzales »Piano Talk Show« im Berliner Babylon Kino war. Nun, der selbsternannte ›Entertainist‹ lieferte vor restlos ausverkauftem haus eine rund zweistündige, von frenetischem Applaus begleitete und mit drei Zugaben äußerst befriedigende Show. Er präsentierte den befreundeten Jazz-Drummer Mocky auf dem Schlagzeugschemel, als Überraschungsgast betrat inmitten des Sets Joel »The Hidden Cameras« Gibb die Bühne, um gemeinsam mit Gonzales und Mocky ein Cover von Zarah Leanders 1937 aufgenommenes Stück »Ich steh’ im Regen« zu schmettern.
Dies und die Zusammenfassung der gesamten Show kann man untenstehend als Video ansehen, denn nun heißt es zügig weiter im Text: Gonzales hat bereits die nächsten Schachzüge parat: Ein neues Album, Single und Musikvideo, einen Spielfilm und Konzerttermine mit Peaches sowie – Achtung! – Helge Schneider.
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Walter W. Wacht

Mangels näherer Details zur Wiedervereinigung der Pop Group, der legendären und wegweisenden 70er-Post-Punk bzw. Dub- bzw. Kunstband aus Bristol, möchten wir uns an dieser Stelle ähnlich kurz fassen, wie es ihr Sänger Mark Stewart selbst s.o. auf Facebook tat:
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Walter W. Wacht
Es brummt, rauscht, scheppert, schleift, kreischt – Caspar Brötzmann spielt die E-Gitarre schon einmal, wie andere an der Kreissäge arbeiten: Sorgfältig, präzise, dabei aber energisch, laut und äußerst effektiv. Der 1962 in Wuppertal geborene Musiker arbeitete mit Künstlern wie FM Einheit, Diamanda Galas, Martin Aktins (Killing Joke, Ministry), Sibylle Berg und Page Hamilton (Helmet), mit seinen zwischen Noise, Progressive Rock, Free Jazz und Experimentalmusik mäandernden Stücken lotete Caspar Brötzmann sowohl als Solo-Künstler als auch als Kopf der Band Caspar Brötzmann Massaker schon vorausgreifend jene musikalischen Leerstellen aus, die erst Jahre später von Bands wie Wolf Eyes, The Ex und KTL besetzt wurden und die man von den Einstürzenden Neubauten und Sonic Youth relativ zeitgleich zu hören bekam. Am 3. Juni spielt das Caspar Brötzmann Massaker zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder ein Deutschland-Konzert, Spex präsentiert ihren Auftritt im »Elektroakustischen Salon« des Berghains.
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Walter W. Wacht

In den letzten beiden Jahren nicht wirklich ausgeruht haben sich die Prototyp-Indie-Romantiker Arcade Fire. Nach der Veröffentlichung ihres letzten Albums »Neon Bible« und ausgiebigem Tourbetrieb zogen sich die Kanadier zurück und begannen die Arbeit an dem, was nun als »The Suburbs« in Albumform gegossen wurde. Die ersten beiden Stücke kann man nun schon streamen, das Album vorbestellen und bei uns Tickets für ihr Berlin-Konzert am Tag der Album-Veröffentlichung gewinnen.
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Walter W. Wacht

Vor knapp zwei Wochen drehte Robyn ihr neues Musikvideo zu »Dancing On My Own« ab, am nächsten Tag trat sie vor restlos gefülltem Haus bei Spex Live in Berlin auf. Dabei trug sie während ihres Auftritts im Berghain dasselbe graue, von Fußball inspirierte Sweater-Kleid mit braunen Leder-Schulterpolstern aus der Frühjahrs-Kollektion 2010 des Mode-Designers Alexander Wang – welches nun auch im neuen Clip zu sehen ist. Gedreht wurde in Stockholm, die Doppel-Nutzung des Kleides hat dabei ganz pragmatische Umstände: »Zwischen dem Videodreh und meiner Abreise nach Berlin lag nur sehr wenig Zeit – ich hatte einfach keine Gelegenheit mehr, mir ein zweites Outfit für Spex Live zuzulegen«, sagt Robyn selbst. Und auch beim nächsten Punkt fühlen wir uns stark an Robyns Live-Set in Berlin erinnert:
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Walter W. Wacht
Mit gänzlich ruhigem Gewissen darf man La Roux sowie Major Lazer wohl als zwei der musikalischen Erfolgsgeschichten des vergangenen Jahres bezeichnen. Während sich die Britin Elly Jackson als La Roux am sirenenhaften Achtziger- und Neunziger Wave-Pop versuchte, versammelten die Produzenten Diplo und Switch nahezu alle jamaikanischen Dub- und Reggae-Spitter von Rang und Namen unter dem Digital-Dancehall-Banner Major Lazer. Nun machen sie ein Mixtape lang gemeinsame Sache.
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Andreas Reihse, Ralf Krämer, Thomas Hübener, Anne Waak
Nach seinem großartig anmaßenden Anti-Sampling-Manifest P.C.C.O.M. (Personal Contract for the Composition of Music), mit dem sich Matthew Herbert 2005 fast so viele Freunde und Feinde machte wie zehn Jahre zuvor Lars von Trier mit seinem ›Dogma‹, versiegte der Strom relevanter Veröffentlichungen von Matthew Herbert abrupt. Schlimmer noch: Im Unterschied zu den Dogma-Filmen, die mit der Zeit immer bahnbrechender ausfielen, legte Herbert mit seinen unsäglichen Big-Band-Platten schreckliche Plagiate großer Swing-Aufnahmen vor. Auf »One One« nun gibt er den Brit-Barden. Zurückgezogen und ganz allein in seinem Studio will Herbert »One One« aufgenommen haben. Möglicherweise hat er sich für seinen fast parallel erscheinenden Beitrags zur »Recomposed«-Reihe der Deutschen Grammophon als Geistesverwandten Gustav Mahlers entdeckt.
Erschienen in SPEX #326 05-06.2010 | 25.05.2010 15:29
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Michael Lutz
Im September letzten Jahres nahm die Pavement-Reunion Fahrt auf. Nachdem sich die prototypische Neunziger-Indie-Band um Sänger Stephen Malkmus vor zehn Jahren auflöste, um drohenden Altersausfallerscheinungen präventiv vorzubeugen, sammelten sie sich im Herbst doch noch einmal, um das Musikprogramm des britischen All Tomorrow’s Parties- Festivals zu kuratieren. Aus vier Anfangs geplanten Shows wurde letztlich eine ausführliche Tournee, am Mittwoch spielten sie das erste ihrer drei Konzerte im deutschsprachigen Raum. Michael Lutz besuchte die Berlin-Show in der C-Halle und erlebte zwischen Mischpult und Moshpit jede Menge Quasi-Mittzwanzigjährige. Heute und morgen kann man Pavement noch Live in Wien und München erleben.
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Walter W. Wacht

Nach Jahren des Darbens stehen Musikvideos plötzlich wieder im Mittelpunkt des Interesses: Online-Musikfernsehsender wie tape.tv (mit dessen Hilfe die Spex-Redaktion das Format »Spex TV« gestaltet), Video-Plattformen wie YouTube (deren Inhalte zum Großteil aus Musikclips bestehen) und ein neues inhaltliches Interesse von Musikern, Labels, Regisseuren und Fans an in Bildern erzählten Geschichten zu Lieblingssongs ließen in den letzten zwei Jahren eine Vielzahl kreativer wie revolutionärer Musikvideos entstehen. Dabei geht es der Musik(video)branche nicht einmal maßgeblich besser. In diesem Zusammenhang geht die heute in Hamburg stattfindende Veranstaltung »Exemplarische Verschiebungstendenzen im Musikvideo« der Frage nach, wie es eigentlich in Budgetfragen um das Musikvideo steht – und wie kleine Budgets die Kreativität befeuern bzw. unterminieren können.
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Walter W. Wacht
Das umfangreiche Werk des deutsch-jüdischen Anarchisten und Publizisten, Revolutionär und Kabarettisten Erich Mühsam wird am Wochenende neu gewürdigt. In einer Kombination aus Lesung und Konzert werden Texte des 1878 in Berlin geborenen Agitators und Kommunisten vorgetragen, der Autor und Übersetzer Harry Rowohlt wird gemeinsam mit dem Publizisten, Ex-Grünen und langjährigen konkret-Autor Thomas Ebermann aus Mühsams umfangreicher Textsammlung vorlesen. Daneben werden Frank Spilker (Die Sterne), Knarf Rellöm und Manuel Schwiers (School of Zuversicht) als Quasi-Spilker-Rellöm-Schwiers-Trio Gedichte von Mühsam Live vortragen und vertonen
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Walter W. Wacht

Dass man 80er-Sport-Klamotte und Death-Metal noch einmal in einem Musikvideo harmonisch vereint sieht, hätte wohl niemand erwartet. Das neue Goldfrapp-Video zu »Alive«, der zweiten Single aus ihrem Album »Head First«, kombiniert nun Retro-Workout-Clips und Jazzdance-Choreografie mit Dimmu-Borgir-Lookalikes und Vampir- und Kuttenträger-Motiven.
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Walter W. Wacht
Clublastig ausgerichtet waren die Veranstaltungen von Electronic Beats schon immer, aber gerade im zehnten Jahr der Live-Reihe steht die Tanzmusik besonders im Vordergrund. Electronic Beats, das internationale Musik- und Lifestyle-Programm der Deutschen Telekom, eröffnet seine Live-Event-Reihe 2010 mit einem stilistisch weitgefächerten Festivalprogamm im Kölner E-Werk. Die auftretenden Acts sind keine Elektronikkünstler per se – lassen sich aber letztlich allesamt auf diesen Nenner herunterbrechen. Am Donnerstag fällt der Electronic-Beats-Startschuss mit Auftritten von Moderat, Kele Okereke, Major Lazer, Turboweekend, Miike Snow und Little Dragon, wir haben Tickets zu verlosen.