The Big Crunch Theory

Distortion (DJ Koze Remix)

Text: Walter W. Wacht

Es stellt schon eine recht gute Ansage dar, als Pop-Act den Tod des gesamten Universums, des »Big Crunch« als Namen zu tragen. Die französische Band rund um das Duo Lisa Li-Lund und Gilbert Cohen tut ebendies und nennt sich The Big Crunch Theory, womit die Wissenschaft das Forschungsfeld des umgekehrten Urknalls bezeichnet, also der Verkleinerung des Universums bis zum endgültigen Verschwinden aller Existenz. The Big Crunch Theory funktionieren als Band nun ganz anders: Sie sind – um einen jener fiesen Branchenbegriffe zu verwenden – Newcomer, verheißungsvolle sogar. Als diese streben sie natürlich weniger Richtung Kollaps sondern zur musikalischen Expansion, was sie mit ihrer auf Versatile Records erscheinenden ersten Maxi-EP zu unterstreichen versuchen.

    Auf ihrer Single »What to Say« hört man einerseits an Au Revoir Simone und Dirty Projectors geschulten süßlichen und mehrstimmig arrangierten Gesang sowie klassiche Keyboard-, Gitarren- und Schlagzeug-Instrumentierung, was aber andererseits deutlich stärker Richtung Electronica-Pop unterbaut wirkt. Dies spinnt auch die erwähnte Single weiter: Neben dem Original des Tracks hört man darauf die Bearbeitung des Songs durch Alter Egos Roman Flügel in gleich zwei Varianten, auf der B-Seite findet sich dazu ein Remix von »Distortion« des allseits beliebten Stefan Kozallas. Im DJ-Koze-Remix gähnt der männliche Gesangspart von reichlich Reverb verzerrt zu den triumphierend gespielten Fanfaren, dem nach Goodtimes klingenden Piano-Motiv und den kurz aufheulenden Motoren-Samples.

    Und für alle, die sich nun noch fragen, was es sonst so mit dem Big Crunch aus wissenschaftlicher Sicht auf sich hat, ist der wie gewohnt sehr lehrreiche Vortrag von Prof. Harald Lesch zum Thema sicherlich von Interesse.

 


STREAM: The Big Crunch Theory - Distortion (DJ Koze Remix)


STREAM: The Big Crunch Theory - What to Say

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