Gil Scott-Heron

Me and the Devil / Your Soul and Mine

Text: Walter W. Wacht

Diese durchaus distinktive Frage wäre hiermit also auch beantwortet: Welche Zigaretten-Marke raucht Soul- und Spoken-Word-Legende Gil Scott-Heron eigentlich? Antwort: Marlboro, das verrät uns jedenfalls das Cover-Artwork seines neuen Albums »I’m New Here«, das Scott-Heron beim genüsslichen Durchziehen eines Teerstengels zeigt. Anfang Februar wird »I’m New Here« auf XL Recordings erscheinen, es ist die erste Veröffentlichung des amerikanischen Sängers seit 13 Jahren.

    Gemeinsam mit XL-Labelchef Richard Russell begannen Anfang 2007 die ersten Arbeiten an dem neuen Material, Scott-Herons zwischen Gesang und Gedicht changierende tiefe Stimme wird darauf von düster-pumpenden, an TripHop, Dubtep und Techno geschulten Beats sowie von breit ausufernden Streicher- und Klavier-Arrangements unterrmalt. Für die Single »Me and the Devil« wurde nun auch ein Musikvideo veröffentlicht, das ein im Original vom amerikanischen Blues-Gitarristen Robert Johnson 1937 veröffentlichtes Stück in einen großstädtischen Hipster-Hexer-Kontext überträgt.

    Mit Masken ausgestattete bzw zu Voodoo-Priestern umgeschminkte Statisten machen darin in bester »Kids«-Manier auf Skateboards die Straßen New Yorks unsicher, die Großstadt wird so zu einem toten, gefährlichen aber auch aufregenden Ort stilisiert. Ab Minute 3:38 kippt das Video dann in das vierte Stück des Albums, das stark an Massive Attack erinnernde »Your Soul and Mine«. Die Video-Sequenz zu diesem Stück zeigt Scott-Heron in einer Studio-Situation, das Bild wird dabei von künstlichem VHS-Knistern, digitalem Rauschen, gebrochen.

    Entstanden ist der äußerst atmosphärisch gestaltete schwarz-weiß-Clip mit seinen zahllosen Schärfe/Unschärfe-Kontrasten unter Regie des Produktionsteams Coodie and Chike, die auch für Musikvideos von Mos Def, Kanye West und SA-RA Creative Partners verantwortlich zeichneten. Coodie and Chike zitieren dabei nicht nur die Voodoo-Skateboard-Zombie-Serie »Guerros a la Noche« des Fotografen Michael Sterling Eaton (der auf seiner Webseite mehrere entsprechende Bilder vorhält), Eaton selbst war ebenfalls am »Me and the Devil«/»Your Soul and Mine«-Dreh beteiligt, er hat außerdem die tolle Dokumentation »Friday the 13th: A Night with the Cool Kids & Mos Def« umgesetzt.

 


VIDEO: Gil Scott-Heron - Me and the Devil / Your Sould and Mine


STREAM: Robert Johnson - Me and the Devil Blues


VIDEOFriday the 13th: A Night with the Cool Kids & Mos Def

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5 Kommentare:
  1. Dieser Kommentar ist ein Trackback von Spex - Magazin für Popkultur » The XX:

    [...] des Songs kann man bei Stereogum kostenlos herunterladen, und: Sie sollen ein Stück aus Gil Scott-Herons neuem Album »I’m New Here« [...]

     
  2. Dieser Kommentar ist ein Trackback von Spex - Magazin für Popkultur » jj:

    [...] Spieldauer von knapp 30 Minuten Länge können – so das Klischee – nur Punks, ehemalige Punks oder astreine Popmusiker zustande bringen, jedenfalls muss die Anzahl der Songs überschaubar [...]

     
  3. Dieser Kommentar ist ein Trackback von Spex - Magazin für Popkultur » Kühl, bedrückend, rhythmisch:

    [...] »New York is Killing Me« ging er daher auch unkonventioneller an, als es beispielsweise Michael Sterlin Eaton bei »Me and the Devil / Your Soul and Mine« tat. Zum einen belässt es Cunningham nicht bei einem Bild. Einem Triptychon gleich projizierte er [...]

     
  4. Dieser Kommentar ist ein Trackback von Spex - Magazin für Popkultur » Legende trifft Hype:

    [...] veröffentlicht, leider handelt es sich dabei um einen etwas drögen Popstep-Remix der ursprünglichen Produktion von XL-Records-Labelchef Richard Russell, nach dem Chris-Cunningham-Edit handelt es sich sozusagen um den zweiten offiziellen Remix des [...]

     
  5. Dieser Kommentar ist ein Trackback von Gil Scott-Heron – Me And The Devil » BIGOD:

    [...] Spex [...]

     
 
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