Der Spextrakt vom 9. Oktober 2009

Stadt Hamburg spendiert Clubs Geld für die GEMA – – – Tim Renner gibt der Musikindustrie Tipps für die Musik-Flatrate – – – Gizmodo überbringt Indie-Labels schlechte Nachrichten in Sachen »iTunes LP« – – – No Age liefern veganen Sneaker ab – – – Außerdem: Silver Columns im Hot-Chip-Remix – – – Kreidler im Bodytonic-Podcast – – – Hyperdub-Sampler im Stream – – – Inoffizielles Burial-Musikvideo – – – Der Spextrakt.

  • INDUSTRIE: Hamburger Kulturbehörde zahlt GEMA-Gebühren für Clubs
    Das passt zu unserer Agenda: Nachdem wir gestern Kritik am Hamburger Stadtmarketing melden konnten, erreichte die Redaktion heute die Nachricht, dass die Hamburger Kulturbehörde künftig die GEMA-Gebühren kleinerer Clubs übernehmen bzw. mit einem Budget von 150.000 Euro subventionieren will. Was wohl Ted Gaier dazu sagt?
  • INDUSTRIE: Tim Renner – Das Ende der Krise der Musikwirtschaft
    History repeating: In einem sehr lesenswerten Blog-Eintrag resümmiert Labelbetreiber, Online-Magazin– und Radiomacher, Konzertveranstalter und Lobbyist Tim Renner die Geschichte der Musikindustrie und kommt zu dem Schluss: Dieselbe Krise, die wir heute erleben, gab es schon einmal mit der Einführung des kostenlosen Rundfunks. »Akzeptiert man das jetzige, mehrheitliche Nutzerverhalten im Netz als Realität und versucht ein Angebot zu machen, dann führt kein Weg an einer Form der Flatrate vorbei«, beschließt Renner den Text und legt auch dar, wieviel die Musikindustrie seiner Rechnung nach heutzutage schon an einer Musik-Flatrate verdienen könnte: 663 Millionen Euro jährlich, »mehr als die Hälfte dessen, was die Industrie 2008 mit CDs erzielen konnte.«
  • DIGITAL: Apple to Indie Labels: iTunes LP is out of your league
    Anfang der Woche wiesen wir bereits auf die Gebrauchsanweisung von Ars Technica zum neuen Digital-Format »iTunes LP« hin, nun darf man der Selbstdemontage des Hochglanzmediums genüsslich zusehen: Wie das Tech-Blog Gizmodo berichtet, koste die Einstellung einer »iTunes LP« in den Apple-Music-Store rund 10.000 Dollar, außerdem dürfe nicht jedes Labelbei den großen mitspielen. Gizmodo zitiert dazu Brian McKinney, den Betreiber des Indie-Labels Chocolate Lab Records, und der berichtet kurz von einem Gespräch seines Vertriebs mit iTunes, in dessen Verlauf die folgende unschöne Formulierung fiel: »›(iTunes) LPs‹ aren’t being offered to indies«. Dazu fällt einem fast nichts mehr ein, als eine Umdeutung einer Simpsons-Szene zu den Printmedien auf die »iTunes LP«. (Link gefunden bei De-Bug)
  • MODE: No Age mit veganem Emerica-Sneaker
    Das geniale kalifornische Somehow-Noise-Duo No Age hat soeben ihre Version für die neueste Emerica-Signature-Sneaker-Linie des Skateboard-Profis Ed Templeton abgeliefert. Ihr außen größtenteils grau gehaltener, aber auf der Sohle mit Sonnenaufgangs-Rot und -Gelb belegter Hi-Cut-Schuh wurde dabei aus rein synthetischen Materialien hergestellt und vom hersteller Emerica als Veganer-tauglich abgestempelt.
  • MP3: Silver Columns – Brow Beaten (Joe Goddard’s Hot Chip Remix)
    Das neue Projekt Silver Columns ist derzeit noch recht geheimnisumwittert: Joe Goddard von Hot Chip produziert und remixt den Act, im November erscheint ihre streng limitierte erste Single »Brow Beaten« auf weißem Vinyl und der zuständige Promoter hält uns auf Nachfrage zu den Hintermännern mit den Worten hin, er dürfe derzeit noch nichts verraten, die beiden Musiker seien aber »in sehr bekannten Bands« unterwegs. Silver Columns sind also noch vor Single-Veröffentlichung ziemlich sichere Hype-Kandidaten für 2010.
  • MP3: Kreidler mit Podcast für Bodytonic
    Ihr neues Album »Mosaik 2014« ist soeben erschienen, gemeinsam mit zero" verschenken sie ein MP3 des Tracks »Mosaic«, und nun haben Kreidler für die neueste Ausgabe des Bodytonic-Podcasts Stücke von u.a. Conrad Schnitzler, Chromatics, Pet Shop Boys, Grace Jones, NEU! und Coil zu einem schön tanzbaren, epischen Mix verschnitten.
  • STREAM: Diverse – 5 Years of Hyperdub Records
    Ob Burial, Zomby, Martyn, King Midas Sound, The Bug oder Joker – egal wer in Sachen Bassmusik und Dubstep Rang und Namen hat, kann sicherlich wenigstens einen Release auf dem Label von Kode 9 – Hyperdub Records – vorweisen. Soeben feierte man im Londoner Büro das fünfjährige Bestehen, anlässlich dessen eine umfangreiche Mehrfach-Vinyl- bzw. Doppel-CD-Compilation mit den essentiellsten Hyperdub-Tracks veröffentlicht wird. Beide Platten kann man nun vorab in Gänze streamen.
  • VIDEO: Burial – Fostercare (Unofficial)
    Apropos Hyperdub Records: Auf der Geburtstags-Compilation des Labels findet sich auch das neue Stück »Fostercare« von Burial, anlässlich dessen sich der tschechische YouTube-User VJ Paparazzi fragte, wie man den Track wohl illustrieren könne. Als Ergebnis sehen wir ein verschwommenes, mehrfach gespiegeltes Musikvideo, das natürlich hochgradig inoffiziell ist, aber eben auch zu gut zu diesem Track passt, um den Clip unerwähnt zu lassen. (Link gefunden im Kraftfuttermischwerk)

Ergänzende Vorschläge für den Spextrakt nehmen wir über das Kontaktformular entgegen.