Lady GaGas Penis
Oder: Was Collien Fernandes zu ihrem GaGa-Rauswurf zu sagen hat
Text: Walter W. Wacht
Verhältnismässige Übertreibung gehört zum Geschäft des Boulevard-Journalismus, das ist wohl jedem bekannt. Umso weniger wird es die geneigten LeserInnen überraschen, gestern und heute mit der quasi-skandalösen Berichterstattung zu Lady GaGas und Dr. Dres quasi-diktatorischer Pressekonferenz im Rahmen der Funkausstellung IFA konfrontiert zu sein.
»Eklat auf der IFA – Zickenalarm in Berlin«, schreibt RP Online, »Lady GaGa wirft Viva-Star raus«, heißt es im Blick, »Penis-Eklat bei IFA – Lady GaGa lässt Collien Fernandes rausschmeißen«, titelt Express.de, und die deutsche Dependance von MTV beschwört vorsichtshalber den Kampf der Titanen herauf: »Collien Fernandes vs. Lady GaGa«. Was war nur passiert? Collien Fernandes, eine Moderatorin des vor Jahren mit MTV fusionierten Jugendsenders Viva, wurde gegen Ende der gestrigen Pressekonferenz von Monster Cable, einem Hersteller von u.a. Kopfhörern von Dr. Dre, des Saals verwiesen. An ihr Lob für GaGas aus »Lara«-Kleid und pinken »MJ 13289«-Stiefeln bestehendes Outfit (»I’m wearing Marc Jacobs from head to toe.«) knüpfte Fernandes jene eine große Frage, die die Popwelt jüngst erzittern ließ: Ist Lady GaGa ein Hermaphrodit oder nicht?
Das ist sie sicherlich nicht, auch wenn GaGa jüngst auch nichts weiter unternahm, um die seit Tagen brodelnden Gerüchte zu dementieren. Derlei Fragen schienen dennoch weder GaGa noch den Gastgebern des Vormittags-Pressegesprächs zu schmecken: man wolle über »Heartbeats«, die neuen, von GaGa designten Kopfhörer, über Musik und Technik sprechen, nicht aber über das oft genug (auch von ihr selbst) thematisierte Privat- bzw. Sexleben. »My beautiful Vagina is very offended by this question«, hielt Lady GaGa leicht genervt fest, der Ton dürfte exakt derselbe gewesen sein wie jener, mit dem sie die Gerüchte um ihren angeblichen Penis schon vergangene Woche in einem Interview mit dem australischen Radiosender Nova aus der Welt schaffte. Gut aber, dass man noch einmal nachgefragt hat.
Unter dem großen Tuscheln der im Saal vertretenen Journalisten wurde Fernandes schließlich zur Tür geleitet, im Anschluss an die Pressekonferenz gab sie – von Kamerateams umlagert – Interviews zum ›Eklat‹. Aber hören wir doch selbst, was Collien Fernandes zu dem Rauswurf zu sagen hat:
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STREAM: Collien Fernandes - Gewaltsam rausgeworfen
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STREAM: Collien Fernandes - Skandal inszeniert
Auf die Frage, wie sie reagiert hätte, hätte Lady GaGa die Penis-Affäre bestätigt, antwortete Fernandes:
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STREAM: Collien Fernandes - Penis zeigen
Was lässt sich abseits dessen zur Veranstaltung sagen? Die von GaGa dreieckig gestalteten (»They represent my spirit (…) I’m obsessed with triangles«) Kopfhörer erscheinen in Deutschland pünktlich zum Weihnachtsgeschäft in allen besser sortierten Elektro-Märkten, das Internet ist ihrer Meinung nach die Zukunft des Geschäftsmodells Musik (»The Internet is the future!«) und ihr Album »The Fame« wird Ende des Jahres in einer Bonus-Version neu aufgelegt, wie der ebenfalls anwesende Interscope Records-Vorsitzende Jimmy Lovine zwischen dem Checken seiner Blackberry-E-Mails verkündet: »It’s about feeding the fans.«
Dr Dre. sagte – mal abgesehen von einer kurzen Begrüßung – übrigens tatsächlich kein Wort. Aber ihn hat ja auch schließlich niemand nach seinem Penis befragt.
Foto: Universal Music

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