»Villalobos«

Die Crowd bei einem Set von Ricardo Villalobos und Luciano auf Ibiza, 2008
Die Crowd bei einem Set von Ricardo Villalobos und Luciano auf Ibiza, 2008

Techno erfährt einen weiteren filmischen Höhepunkt: Der in Berlin lebende Regisseur und Filmproduzent Romuald Karmakar bringt das Portrait Ricardo Villalobos’, des prototypischen Techno-DJs unserer Zeit, in die Kinos. Während der 66. Ausgabe des Internationalen Filmfestivals in Venedig wird »Villalobos« seine Weltpremiere auf der Leinwand feiern, wann die Dokumentation in den Kinos zu sehen sein wird, ist derzeit noch unklar.

    »Villalobos« konzentriert sich nicht nur auf das Leben und Arbeiten des gebürtigen Chilenens, sondern behandelt  durch die langen Interviews mit Ricardo Villalobos auf der nächsten Ebene generelle, Künstlerübergreifende Fragen zur Produktion elektronischer Tanzmusik, das Selbstverständnis des DJs, die Funktion von Clubs und die Kunstproduktion an sich. Gedreht wurde in den ibizenkischen Clubs Amnesia und Privilege, im Rahmen des Sonar Festivals 2006 sowie während der letztjährigen Perlon-Labelnacht in der Panorama Bar des Berliner Clubs Berghain – in dem ansonsten generelles und strenges Filmverbot herrscht.

    Der 110-minütige Film erscheint in deutscher Sprache, daneben wird es für die Aufführung in Venedig eine italienische sowie englische Untertitelung geben. Romuald Karmakar ist wohl am Besten bekannt durch »Der Totmacher«, seiner Regiearbeit von 1995 mit Goetz George, seine inhaltlich wichtigeren Arbeiten sind aber zweifellos der Söldner-Film »Warheads« sowie die minimalistische SS-Reden-Umdeutung »Das Himmler-Projekt«. »Villalobos« wiederum markiert Karmakars Abschluss seiner Clubkultur-Trilogie, deren vorangegangene Teile »196 BPM« und »Between the Devila and the Wide Blue Sea« bereits erschienen sind.


VIDEO»Villalobos« (Trailer)

»Villalobos«:
08.09. IT-Venedig – Sala Darsena
09.09. IT-Venedig – PalaBiennale