Damon Albarn gut unterwegs…

Was denn nun? Erst sind Blur der Idee gegenüber völlig desinteresssiert, dann beschließen sie eine Reunion und einige Shows. Bald darauf hört man Gerüchte ob eines neuen Albums, die schließlich wieder weggewischt werden. Nun gut: zu einem gewissen Teil ist sicherlich auch dieses Magazin an den Spekulationen über eine neue Blur-Platte schuld. Halten wir fest: Blur sind für’s Erste vom Tisch, richten wir den Blick nach vorne: Damon Albarn hat soeben eine unter seiner Mitbeteiligung entstandene Compilation vorgelegt. »Africa Express presents …« versammelt 17 Stücke mehr oder minder bekannter afrikanischer Künstler, darunter Amadou & Mariam, Bassekou Kouyate, Tony Allen und Femi Kuti. Initiiert von Damon Albarn stellt »Africa Express presents …« auch einen Gegenpol zu Bob Geldofs globalem Charity-Event Live 8 dar, welches sich zwar die Rettung des afrikanischen Kontinents vor Krankheit und Armut auf die Fahnen geschrieben hat, den einheimischen Künstlern dann aber doch lieber nicht die Bühne überlässt – wozu gibt es schließlich U2?

    Dort setzt »Africa Express presents …« an: sowohl die Compilation als auch das vergangene Woche in Paris stattgefundene Festival Fnac Indétendances präsentieren ganz explizit afrikanische Musiken des ganzen Kontinents, als Zugeständnis an die Vermarktbarkeit wurden die einzelnen Stücke von bekannteren westlichen Bands vorgeschlagen. Adrian Sherwood präsentiert die aus Guinea stammende Band Ba Cissoko, Hard-Fi stellen den algerischen Raï-Musiker Rachid Taha vor, Björk steht hinter dem malischen Koraspieler Toumani Diabaté, und Damon Albarn selbst wirbt für die ghanische Percussion-Jazz-Highlife-Truppe The La Drivers Union Por Por Group.

    Neben der CD samt ihrem aufwändig gestalteten Booklet (mit einem Vorwort von Damon Albarn und Mit-Kompilator Ian Birrell) liegt der Compilation eine 35-minütige Dokumentation auf DVD bei. In der berichten Albarn sowie die beteiligten westlichen Künstler Martha Wainwright, John MacLean, Sam Duckworth, Jesse Hackett, Norman Cook und Martina Topley-Bird von ihren Afrika-Reisen und den dort gesammelten Erfahrungen. Die in Zusammenarbeit mit dem Sportartikel-Hersteller Puma entstandene Compilation »Africa Express presents …« wird ausschließlich über Puma-Stores sowie die Filialen der französischen Medien-Handelskette Fnac vertrieben, außerdem kann man die Songs als MP3 bei iTunes einkaufen.

    And in other Albarn-related news: im März nächsten Jahres wird ein neues, reich-orchestriertes Gorillaz-Album erscheinen, über das wir derzeit allerdings noch keine näheren Worte verlieren dürfen. Bis dahin müssen es diese vier Demo-Aufnahmen richten, die bereits ihren Weg ins Internet gefunden haben.


STREAM: Gorillaz – Broken (Demo)


STREAM: Gorillaz – Electric Shock (Demo)


STREAM: Gorillaz – Styleo / Binge (Demo)


STREAM: Gorillaz – Plastic Beach (Demo)

Africa Express presents …:
01. Staff Benda Bilili – Je T’aime (proposed by 3D of Massive Attack)
02. Bidjoi Sisters – Chantal (proposed by Martha Wainwright)
03. Amadou & Mariam – Bimogo (proposed by The Magic Numbers)
04. Rachid Taha – Teketoi (proposed by Hard-Fi)
05. Tinariwen – Imidiwanin (proposed by The Aliens)
06. Baaba Maa -l Djarabi (proposed by Franz Ferdinand)
07. Bassekou Kouyate & Ngoni Ba – Torin Torin (proposed by Reverend & The Makers)
08. Toumani Diabate – Boulevard de l’Independence (proposed by Bjork)
09. Ba Cissoko – Sora (proposed by Adrian Sherwood)
10. Rokia Traore – Koronoko (proposed by VV Brown)
11. Oumou Sangare – Wele Wele Wintou (proposed by Sam Duckworth)
12. Big Voice Jack – Tsi Tsi No.1 (proposed by Gruff Rhys)
13. Alemayehu Eshete – Addis Abeba Bete (proposed by Elvis Costello)
14. Honny & The Bees – Psychedelic Woman (proposed by Fatboy Slim)
15. Tony Allen – Crazy Afrobeat (proposed by Bashy)
16. Femi Kuti – Bebebe (proposed by Flea)
17. The LA Drivers Union Por Por Group – Otsokobilae (proposed by Damon Albarn)

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