Matthew Herbert

Vertont Club Robert Johnson

Text: Walter W. Wacht

Robert Recorded JohnsonBeginnen wir diesen Text mit einem Kalauer: Matthew Herbert hat bisher kein Schwein gehabt. Seit der Ankündigung Ende Mai wartet der britische Musiker vergeblich auf die Geburt eines Ferkels, dessen Leben und Tod er im weiteren Verlauf akustisch einzufangen und in Albumform zu bringen gedenkt. Kein Wunder also, dass sich der derzeit unterbeschäftigte Herbert nach anderen Projekten umsieht. Ende September erfolgt der Beschäftigungstherapie erster Streich, Matthew Herbert plant eine Hommage an eine der reinsten Formen des Feierns von Musik: Herbert wird den Offenbacher Club Robert Johnson samt Publikum und Toiletten vertonen.

    Die Aufnahmen werden zwischen 20 und 22 Uhr stattfinden, das gesamte Gebäude wird dann mit Mikrofonen im Innen- und Außenbereich ausgestattet sein, jeder Gast ist zur Geräuschproduktion aufgerufen. Am Ende soll ein Album entstehen, welches ausschließlich aus den mitgeschnittenen Geräuschen jenes Abends angefertigt wird. Alle Teilnehmer werden zudem – sofern gewünscht – in den Credits des Albums vermerkt, zudem soll jeder Kontributor eine kostenlose CD der Platte erhalten. Ob das Projekt in der Robert-Johnson-eigenen Veröffentlichungs-Reihe »Live at …« erscheinen wird, ist derzeit offen.

    »I wanted to create a document, almost a living archive of the people and atmospheres of a modern night club«, erklärt Herbert die Idee zur Aufnahme. »I wanted to celebrate some of the great experiences and communities that exist in such a temporary way in clubs. I’m interested in the possibility sound recording has of rendering the temporary more permanent.«

    Er habe das Robert Johnson gewählt, weil er an den Club – verglichen mit vielen anderen weltweit – eine weit zurückreichende Erinnerung und Verbindung habe. Und dank der traditionellen Begeisterung Deutschlands für (elektronische) Tanzmusik sei es die naheliegendste Entscheidung für dieses Projekt gewesen. Abschließend teilt Herbert mit: »I'm not entirely sure what will happen on September 30th, although I do have a plan and some microphones. All i need now is a bumping crowd. So please come down and help us make it a record to remember.«

    Der einzige wahre Nachteil: bei dem 30. September handelt es sich um einen Mittwoch.

Matthew Herbert records Robert Johnson:
30.09. Frankfurt Offenbach - Robert Johnson (ab 20 Uhr, später DJ-Set)

Abbildung: Robert Johnson / Paul Snowden | Montage: Spex

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3 Kommentare:
  1. Dieser Kommentar ist ein Trackback von Spex - Magazin für Popkultur » Club-Vertonung für alle!:

    [...] stets in einer schlüssigen Form präsentiert. Am kommenden Mittwoch wird er – wir berichteten – im Frankfurt-Offenbacher Club Robert Johnson die Arbeit zu seinem zweiten 2010 [...]

     
  2. Dieser Kommentar ist ein Trackback von Spex - Magazin für Popkultur » Matthew Herbert:

    [...] One« ist der erste Teil einer Trilogie – angekündigt sind für den Sommer: »One Club«, die dekonstruierte Aufzeichnung eines Herbert-Auftritts im Frankfurter Club ..., und für den Winter: »One Pig«, die Audiobiografie (s)eines Schweins von der Wiege [...]

     
  3. Dieser Kommentar ist ein Trackback von Spex - Magazin für Popkultur » Nasenbluten-Techno mit Denkmal-Kickdrum:

    [...] Musik zu transformieren. Als Ort wählte Herbert dafür das Offenbacher Robert Johnson aus, Spex.de berichtete über »One Club«. Anfang Juli diesen Jahres kehrte Matthew Herbert nun nach Offenbach zurück, um das Ergebnis [...]

     
 
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