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Walter W. Wacht
In Sachen Online-Promo scheinen The Dead Weather nichts, oder mindestens wenig falsch zu machen. Ihr Album »Horehound« wurde lange im Vorfeld durch stetig tröpfelnde Informationen anmoderiert, im Gegensatz zu vielen anderen heiß erwarteten Platten leakte es allerdings erst sehr spät ins Netz – bis zwei Tage vor Veröffentlichung blieb es unter Verschluss. Dann der aufmerksamkeitswirksame Stream aller Songs bei Facebook, ein aggressives Musikvideo zur Single und nun ein Remix von Diplo, der obendrein kostenlos als Download angeboten wird.
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Walter W. Wacht
Cassius sind mit einem Label, zwei neuen Songs, großen Zukunftsplänen und einem leider miesen Artwork zurück. Mit »Youth, Speed, Trouble, Cigarettes« haben Philippe ›Zdar‹ Cerboneschi (der gerade erst das neue Phoenix-Album produziert hat) und Hubert ›Boombass‹ Blanc-Francard die erste Veröffentlichung ihres neugegründeten Labels Cassius Records vorgelegt, digital ist die Veröffentlichung bereits erhältlich, ein physischer Tonträger mit zusätzlichen Remixes befindet sich derzeit in Vorbereitung.
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Maurice Summen

In einer alten Geschichte fragt ein Kind seinen Vater, warum der Mensch eigentlich Angst vor dem Wolf habe, und der Vater antwortet: »Der Wolf heult nachts so grauenvoll!« Genauso jault Mark Oliver Everett – das E der Eels – wie ein Wolf ins übersteuerte Mikrofon des Album-Openers »Prizefi ghter« und lockt uns in die amerikanische Garagen-Blues-Rock-Kaputtnick-Welt, die spätestens seit dem Erfolg der White Stripes auch in der Jukebox einer Premiere-Sportsbar in Wanne-Eickel zu finden sein dürfte.
Erschienen in SPEX #321 05-06.2009 | 22.07.2009 09:00
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Walter W. Wacht
Rocinha dürfte Rios bekanntestes Favela sein. Mit inoffiziell geschätzten 200.000 Einwohnern ist das Nahe der touristischen Highlights Ipanema und Copacabana gelegene Stadtgebiet auch das bevölkerungsreichste Favela Brasiliens. Dort begannen der amerikanische Produzent und DJ Diplo (bürgerlich: Wesley Pentz) sowie der brasilianische Filmemacher Leandro HBL vor vier Jahren die Dreharbeiten zum Film »Favela on Blast«, einer Mischung aus Dokumentation und Hommage an den harten musikalischen Carioca- und Baile-Funk-Sound sowie das Feiergefühl der Einwohner des Viertels. Zu Wort kommen zahlreiche Akteure des Baile Funk wie Sany Pitbull, MC Galo, Deize Tigrona oder Mr. Catra, der Film zeigt außerdem das rabiate Vorgehen der Sondereinsatzkommandos der brasilianischen Polizei. Heute Abend wird er in Berlin in Anwesenheit Diplos aufgeführt
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Walter W. Wacht

Die Bilder wirken wie eine Montage aus Luis Buñuels und Salvador Dalís »Andalusischer Hund« und der Fotografie Anton Corbijns für Joy Division: Gemeinsam haben Regisseur Barney Clay und die Yeah Yeah Yeahs im Vorfeld der Veröffentlichung des jüngsten YYYs-Albums die Trilogie »Snakesweat« lanciert: drei, jeweils rund 50 Sekunden lange Videos ohne direkten erkennbaren Zusammenhang zur Musik der New Yorker Band, »The Philosopher«, »The Scientist« und »The Black Widow« betitelt.
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Die Redaktion
Ein zwiespältiges Mashup. Ein halbstündiges Mixtape. Ein als PDF wiedererlebbares Magazin. Ein ganz unorigineller Wahlwerbespot. Ein Spextrakt vom 20. Juli 2009.
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Walter W. Wacht
Der Anlass ist ernst, und doch lachen und albern Adam Yauch und Mike D in der kurzen Videobotschaft, die sie heute auf YouTube sowie der offiziellen Beastie Boys-Webseite veröffentlichten. Nach seiner Rückkehr von europäischen Promo-Terminen im Vorfeld der »Hot Sauce Committee Part 1«-Albumveröffentlichung wurde bei Beastie Boys-Rapper und -Bassist MCA alias Adam Yauch ein krebsähnlicher Tumor in der Ohrspeicheldrüse diagnostiziert.
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Walter W. Wacht
Anwärter auf den Titel »Song des Jahres«? Eher nicht. Kandidat für das beste »Musikvideo des Jahres«? Das ganz gewiss! Mit ihrer ersten Arbeit seit den Musikvideos zu »You've Got the Style« von Athlete und »E-Pro« von Beck (beide 2005) meldet sich das britische Animations- und Produktionsteam Shynola mit dem Clip zur neuen Coldplay-Single »Strawberry Swing« spektakulär zurück.
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Walter W. Wacht

Vor rund einem Monat schickten uns Elend Øye und Eirik Glambek Bøe alias Kings of Convenience eine hübsche Postkarte aus Bergen und ließen mitteilen: das neue Album ist fertig. Nun ist ein Radiomitschnitt der neuen Single »Mrs. Cold« aufgetaucht: das italienische Musik-Blog Inkiostro stellte die Aufnahme ins Netz. Das »Declaration of Dependence« betitelte und in Italien sowie Norwegen aufgenommene Album wird am 2. Oktober international bei EMI erscheinen, Karten für die begleitende Tour im Oktober sind bereits im Vorverkauf erhältlich.
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Peter Henning
Er schrieb die vielleicht besten Reportagen der achtziger Jahre und prägte ganze Generationen deutschsprachiger Autoren: Jörg Fauser, 1987 im Heroinrausch auf der Autobahn überfahrener Schriftsteller, Poet und Journalist, übertrug den Funken der Beat-Literatur der fünfziger Jahre auf den Schreibbetrieb der BRD und grundierte die eigene Sprache mit einer politischen Aufmerksamkeit, die bis heute selten erreicht ist. Der Autor Peter Henning, Bekannter Fausers in den Achtzigern, las sich durch »Gesammelte journalistische Arbeiten«, den endlich erschienenen Abschlussband der neunbändigen Werkausgabe.
Erschienen in SPEX #321 05-06.2009 | 20.07.2009 11:03
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Stephan Szillus
Dubstep war vor zwei bis drei Jahren die interessanteste elektronische Musik, weil sie keinerlei festem Schema, keiner statischen Formel folgte. Dass sich dieser Zustand völliger musikalischer Offenheit binnen kürzester Zeit in jeder Sub-Subkultur überlebt, ist ein Gemeinplatz. Und wenn sich innovative Mainstream-Ikonen wie Snoop Dogg plötzlich der Croydoner Soundästhetik bedienen, dann wittert man im Underground natürlich den Ausverkauf und übersieht in diesem Reflex, dass man sich längst schon wieder in einem inzestuösen Kreis bewegt. Kein Wunder, dass sich Martyn nicht (mehr) als Dubstep-Produzent im engeren Sinne verstanden wissen will. Die Künstlerbiografie des Niederländers ist ohnehin ein Sinnbild für die formwandlerische Evolution des Hardcore Kontinuums: Anfangs als Drum & Bass-Produzent aktiv, hatte er sich vor einigen Jahren dem Dubstep zugewandt, um sich in jüngster Zeit vor allem jenseits der Szene nach Geistesverwandten umzuschauen.
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Walter W. Wacht

Nachschub in Sachen
Major Lazer: auf dem Mad Decent-Blog wurden soeben die gelungensten Remixes der Major Lazer-Single »Hold the Line« als MP3 veröffentlicht, darunter der extrem entschleunigte und entbasste Mix von
Skream, dem aus London stammenden Dubstep-Produzenten, der kürzlich »In For the Kill« von
La Roux mit einem Remix veredelte und somit für ganz neue Musikgeschmäcker zugänglich machte.