Der Spextrakt vom 15. Juli 2009

Gute Nachrichten sind im heutigen Spextrakt leider aus: Stuart Braithwaite äußert sich zur angeblich siechenden Musikkritik, Julian Weber umreißt den musikexpress- und Rolling-Stone-Umzug nach Berlin und Marek Lieberberg ›scheißt‹ auf die »Toilettenparolen« der GEMA. Moment, soeben wurden doch noch gute Nachrichten gefunden: ein neues The-Notwist-Album, Joy Division im Dub-Cover und ein Fahrrad zum Bauhausjahr.

  • INDUSTRIE: »It wasn’t meant to end up like this«
    Stuart Leslie Braithwaite, Multi-Instrumentalist und Gründer der schottischen Band Mogwai, schreibt für Drowned in Sound über unsere heutige Musikrezeption und die Relevanz der Musikkritik: »The idea of waiting for the release of a record before hearing it never mind buying it is antiquated. The very mention of a new band’s name and you can go to their MySpace and hear what they sound like. (…) Isn’t it a little bit sad that with all the music now at our fingertips we still need someone else to tell us what to like?«
  • INDUSTRIE: Pop verträgt keine Routine – Musikmagazine ziehen nach Berlin
    Apropos Musikjournalismus: Auf taz.de berichtet Julian Weber über den redaktionellen Umzug von musikexpress, Rolling Stone und Metal Hammer zum 1. Oktober nach Berlin. Die im Axel-Springer-Verlag erscheinenden Magazine werden zukünftig von Ex-SZ-Magazin und -Vanity Fair-Chefredakteur Ulf Poschardt geleitet, der weiterhin auch stellvertretender Chefredakteur der Welt am Sonntag bleiben soll.
  • INDUSTRIE: Von der GEMA und DIXI-Klos
    Und weil zu schlechten Nachrichten immer noch schlechtere dazugehören: nach der erfolgreichen Online-Petition zu den Anhebungen der GEMA-Live-Gebühren und der kürzlichen Äußerung Lieberbergs zum Ticketing-Schwarzhandel wird nun nachgelegt. Marek Lieberberg kommentiert in Sachen GEMA: »Bei den horrenden Beträgen, mit denen die GEMA das Live-Entertainment belastet, fehlt offensichtlich jedes Verständnis für menschliche Bedürfnisse!«
  • MUSIK: The Notwist – Sturm
    De:Bug-Redakteur Thaddeus Herrmann meldet: The Notwist komponieren nach dem Soundtrack zu »Lichter« nun mit »Sturm« die Musik zum gleichnamigen Spielfilm von Regisseur Hans-Christian Schmid. Der Score soll am 18. Spetember als Album auf Markus und Micha Achers Label Alien Transistor veröffentlicht werden.
  • STREAM: Jah Division
    Kürzlich wiesen wir auf das Calypso-Cover von Joy Divisions »Transmission« hin, worauf wir einen Hinweis auf eine andere Art des Covers erhielten: Joy Division in Dub. Das New Yorker Quartett Jah Division spielt die Evergreens der Band aus Manchester in Bass nach, auf MySpace hört man u.a. »Dubmission«, »Dub Disorder« und »Dub Will Tear Us Apart«. Über den Witz der jeweiligen Titel kann man streiten, musikalisch sind die Jah Division-Varianten allerdings sehr interessant. Veröffentlicht wurden sie teilweise auch bereits auf The Social Registry, dem Label von z.B. Gang Gang Dance, Growing und Blood On the Wall. (Eingereicht von André Friedrichs)
  • DESIGN: Das BauBike
    Es ist Bauhausjahr, und das folgende Design-Objekt – das BauBike – ist die vielleicht beste Reminiszenz an das von Walter Gropius initiierte Kunstschulprinzip, die wir in den letzten Monaten gesehen haben: »The design follows a set of formal rules, limiting the geometry to straight lines in a pattern of 60 and 90 degree angles in proportions following the principle of the golden section.« Die Arbeit des dänischen Designers Michael Ubbesen Jakobsen wurde kürzlich auf dem DMY Berlin vorgestellt, auf der Webseite finden sich zahlreiche Ansichten des äußerst gutaussehnden Fahrrads. Wobei wir jetzt noch nicht über das tatsächliche Fahrverhalten des Rechtwinklers gesprochen haben.

Ergänzende Vorschläge für den Spextrakt nehmen wir über das Kontaktformular entgegen.