Michael Jackson

1958 - 2009

Text: Die Redaktion


Foto: © Action Press / Axel

Im Alter von 50 Jahren verstarb gestern Michael Jackson an Herzversagen, eines der größten Popgenies unserer und vergangener Zeiten lebt nicht mehr. Gestern Nacht um 23.26 Uhr wurde der Tod des Künstlers in Westwood, Los Angeles bestätigt, Jackson war schon weit vor seinem Tod zur Legende geworden (und bleibt dies nun). Erst im vergangenen Jahr gratulierte Spex den wichtigsten Pop-Stars zum fünfzigsten Geburtstag: Madonna, Prince und Michael Jackson, dem King of Pop.

    Michael Jacksons Leben war stets geprägt durch reine Highlights und bittere Niederlagen: seine aufstrebende Karriere als talentiertester Sänger der Jackson Five war verbunden mit Repression und Misshandlungen durch seinen Vater, Jackos Solo-Karriere mit Millionenfach verkauften Hits wie »Thriller« oder »BIllie Jean«, »Beat It« oder »Man in the Mirror« wurde immer wieder überschattet durch seine stetige Wandlung vom Afroamerikaner zum Ganzgesichtsoperierten und gebleichten weißen Mann. Seine Rolle als großes Kind ohne eigene Kindheit versuchte er als dreifacher Vater abzustreifen, wurde dafür belächelt und teils verspottet. Dazu kamen immer wieder Vorwürfe des Kindesmissbrauchs auf seiner Neverland-Ranch auf, die 1993 zunächst durch einen Vergleich in Höhe von 25 Millionen Dollar Schweigegeld bei-, und nach erneuten Anschuldigungen 2005 gerichtlich widerlegt wurden – allerdings einen gebrochenen Mann zurückließen, dem man seine Unschuld nie ganz glauben konnte oder wollte, der die Menschen zudem durch sein exzentrisches Leben immer wieder irritierte.

    Arto Lindsay stellte in der letztjährigen Spex #315 anlässlich Jacksons 50. Geburtstag fest, dass Michael Jackson in seinem Größenwahn ganz und gar amerikanisch sei:

»Alle amerikanischen Superstars haben im Grunde eine Vollmeise. Sie sind durch und durch das, was man landläufig als ›kranke Persönlichkeiten‹ bezeichnet. Sie alle haben Probleme, die weit über das ›normale‹ Maß hinausreichen, sie haben mindestens einen benennbaren großen Defekt. Einerseits erklärt ein solcher Defekt den übermenschlichen Antrieb, den diese Persönlichkeiten – ob sie nun James Brown, Madonna, Prince, Bruce Springsteen oder Michael Jackson heißen – an den Tag legen, um ihn zu überstrahlen. Der Defekt mag eine Ursache für ihren Ehrgeiz sein. Erst dieses kranke Element, das sie aus der Reihe schlagen lässt, ist der Garant, dass es jenseits von Talent ein echtes Interesse der gesamten Öffentlichkeit an ihnen gibt.«

    Das öffentliche Interesse scheint nie größer als am heutigen Tag gewesen zu sein: Michael Jacksons früher Tod bestimmt alle Medien und Millionen Menschen weltweit. Im März erst kündigte Jackson sein Live-Comeback mit zunächst zehn, dann fünfzig restlos ausverkauften Konzerten in London an, verkaufte über eine Million Tickets und sicherte sich neben seinen zahllosen Auszeichnungen, Verkaufsrekorden und goldenen Schallplatten auch noch diesen Weltrekord.

    Abseits aller Zahlen, der Verkaufsrekorde, der Skandale und des Tratsches werden wir einen Mann in Erinnerung halten, der als wahrer Innovator die Popmusik, den Tanz, die Video- und Filmproduktion sowie das Showgeschäft nachhaltig prägte. Die Spex-Redaktion verneigt sich vor dem King of Pop, vor dem großen Michael Jackson. Hoch die Tassen!

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2 Kommentare:
  1. Ralf Krämer:

    Tasse ist oben! Auch Marzahn ist traurig. Und irgendwo im Hinterkopf erklingt Miles Davis' Version von Jacksons "Human Nature". Take a bite!

     
  2. Dieser Kommentar ist ein Trackback von Spex - Magazin für Popkultur » Der Spex-Extrakt:

    [...] bestimmt vor allem der Tod von Michael Jackson den Spex-Extrakt: der Streit zwischen Jackson und Sony-Boss Tony Mottola, dein 1-on-1 mit [...]

     
 
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