Juni, 2009

Der Spextrakt

Die Leseempfehlungen der Redaktion vom 30.06.2009

Text: Die Redaktion

Ein Techno-Track aus der Kommandozeile. Ein schwelgerisches Techno/House-Set als Podcast. Ein lesenswertes Blog des Uncut Magazines. Ein potentieller Popwitz des Sommers. Mehr dazu in den Links des Tages aus Sicht der der Spex-Redaktion und -Leser:                            

 
 

Der Spextrakt

Die Leseempfehlungen der Redaktion vom 29.06.2009

Text: Die Redaktion

Wie muss es sein, im digitalen Zeitalter mit einem Walkman konfrontiert zu werden? Wie sieht der teuerste 3D-Animationsfilm des 20. Jahrhunderts aus? Wo finden wir sehenswerte Filme, Listen, YouTube-Links? Wie steht es um die steigenden GEMA-Gebühren für Live-Konzerte. Und wie war das erste große Reunion-Konzert von Blur? Antworten auf diese Fragen gibt der heutige Spex-Extrakt mit den – aus Redaktionssicht – interessanten Links des Tages.                            

 
 

Das Spex-Mixtape auf ByteFM

Die Sendung vom 30. Juni 2009

Text: Die Redaktion

Ran an die Empfangsgeräte: am morgigen Dienstag, 30.06.2009 sendet die Spex-Redaktion wieder das Spex-Mixtape auf ByteFM, ab Mitternacht hört man Ausschnitte der aktuellen »wichtigen Songs« der Printausgabe, daneben neue Tracks und Remixes von u.a. Animal Collective, BLK JKS, Discovery, Phoenix und The Hidden Cameras.                            

 
 

Guillermo Scott Herren vs. Zach Hill

Streit, Diamond Watch Wrists-Tour abgesagt, neue Prefuse 73-Show in Berlin

Text: Walter W. Wacht

Ein Nachtrag zu Sven Beckstettes Rezension der Diamond Watch Wrists, dem gemeinsamen Projekt von Guillermo Scott Herren, Zach Hill und Tyondai Braxton (Battles): die geplante, gemeinsame Europa-Tournee von Prefuse 73 und Diamond Watch Wrists wurde ersatzlos abgesagt, es gäbe ›Differenzen‹, die gemeinsame Live-Shows ausschließen. Anonym meldete dies ein Blog-Eintrag der Diamond Watch Wrists auf MySpace, im Wortlaut liest sich dies wie folgt:                            

 
 

A-Trak

Fabriclive 45

Text: Alexander Müller

Wenn das mal keine Ansage ist: »I hear the bass and I say whoa!«, heißt es im Opener zu A-Traks Mix-CD – und danach lässt dieser Bass tatsächlich nicht mehr von einem ab. Es ist natürlich kein Geheimnis mehr, dass Alain Macklovitch alias A-Trak – Tour-DJ von Kanye West und ehemaliges Mitglied der Invisibl Skratch Piklz – über eine gewisse Fingerfertigkeit an den Turntables verfügt.                            

 
 

The Hidden Cameras

Neuer Song »Walk On« auf kostenlosem Arts & Crafts-Sampler, Album, Video

Text: Walter W. Wacht

Nicht eins, zwei, drei oder vier – nein: fünfzehn MP3s verschenkt das kanadische Label Arts & Crafts aktuell in seinem »Summer Sampler 09«. Viele der enthaltenen Stücke kann man bereits kennen, sind die Alben von u.a. The Stills, Los Campesinos!, Brendan Canning (Broken Social Scene) oder The Constantines doch bereits erschienen. Dafür eröffnet der Sampler mit einem majestätischen neuen Stück der Hidden Cameras.                            

 
 

Musik zur Zeit

Max Dax

Text: Max Dax

musikzurzeit_maxdax2In unserer Rubrik »Musik zur Zeit« schreiben Musiker, Schriftsteller, bildende Künstler, Spex-Redakteure und -Autoren über ihre derzeit liebsten Musiken. Spex-Chefredakteur Max Dax braut tagtäglich den Arabica auf der Faema E-61.

 

Primal Scream: »Shoot Speed / Kill Light«
von der Neu!-Compilation »Brand Neu!« (2009)

Wer sich jemals fragte, weshalb »Shoot Speed / Kill Light« von ihrem 2000er Album »XTRMNTR« so genial hypnotisch klang, dem fällt es spätestens jetzt wie Schuppen von den Augen: Primal Scream stehen nun mal auf Krautrock, nicht nur auf Can (siehe »Kowalski« von 1997), sondern auch auf Neu!. Auf der Compilation »Brand Neu!« sind Tracks von LCD Soundsystem, Oasis, Ciccone Youth, Kasabian, aber auch von LA Düsseldorf und Michael Rother versammelt. Sie alle eint, dass sie im Takt der Repetition pulsieren.

Moritz von Oswald Trio: »Pattern 2«
von dem Album »Vertical Ascent« (2009)

Da dubstept der Bär: Wenn Neu! in den Siebzigern ganz weit vorne waren, so ist es dieser Tage Moritz von Oswald. »Pattern 2« ist eine ebenso von Einstürzende Neubauten (siehe »Armenia«, 1981) wie von der Soundästhetik moderner Bass-Architekturen informierte 13-Minuten-Super-Slow-Motion-Instrumentalnummer von irritierender struktureller Strenge. Reduktion, die zu keinem Moment unvollständig wirkt. Marc Brandenburg gestaltete die Labels von CD und Vinyl.

                             

 
 

Savath & Savalas / Diamond Watch Wrists / Prefuse 73

La Llama / Ice Capped At Both Ends / Everything She Touched Turned Ampexian

Text: Sven Beckstette

Nur wer reichlich sät, kann auch reichlich ernten, scheint der Wahlspruch von Guillermo Scott Herren zu sein. In diesem Frühjahr erweitert der Produzent und Multiinstrumentalist mit den unzähligen Decknamen seinen alles andere als übersichtlichen Katalog um gleich drei weitere Tonträger. Herren hat zum einen an seinem Soloprojekt Prefuse 73 weiter gearbeitet, zum anderen legt er die vierte Platte von Savath & Savalas vor. Mit Diamond Watch Wrists hat er außerdem ein komplett neues Bandprojekt initiiert.                            

 
 

Der Spextrakt

Die Leseempfehlungen der Redaktion vom 26.06.2009

Text: Die Redaktion

Heute bestimmt vor allem der Tod von Michael Jackson den Spextrakt: der Streit zwischen Jackson und Sony-Boss Tony Mottola, sein 1-on-1 mit Basketball-Star Michael Jordan, die zu »Thriller« tanzenden Gefängnisinsassen und der Regiekommentar zu »Billie Jean«. Außerdem: auch Farrah Fawcett und Sky Saxon sind verstorben, Musik kommt von Major Lazer und Rye Rye, und zum Schluss wird das mit den sinkenden CD-Verkäufen wegen Filesharings mal aufgedröselt.                            

 
 

Michael Jackson

1958 - 2009

Text: Die Redaktion


Foto: © Action Press / Axel

Im Alter von 50 Jahren verstarb gestern Michael Jackson an Herzversagen, eines der größten Popgenies unserer und vergangener Zeiten lebt nicht mehr. Gestern Nacht um 23.26 Uhr wurde der Tod des Künstlers in Westwood, Los Angeles bestätigt, Jackson war schon weit vor seinem Tod zur Legende geworden (und bleibt dies nun). Erst im vergangenen Jahr gratulierte Spex den wichtigsten Pop-Stars zum fünfzigsten Geburtstag: Madonna, Prince und Michael Jackson, dem King of Pop.

    Michael Jacksons Leben war stets geprägt durch reine Highlights und bittere Niederlagen: seine aufstrebende Karriere als talentiertester Sänger der Jackson Five war verbunden mit Repression und Misshandlungen durch Jacksons Vater, seine Solo-Karriere mit Millionenfach verkauften Hits wie »Thriller« oder »BIllie Jean«, »Beat It« oder »Man in the Mirror« wurde immer wieder überschattet durch seine stetige Wandlung vom Afroamerikaner zum Ganzgesichtsoperierten und gebleichten weißen Mann. Seine Rolle als großes Kind ohne eigene Kindheit versuchte er als dreifacher Vater abzustreifen, wurde dafür belächelt und teils verspottet. Dazu kamen immer wieder Vorwürfe des Kindesmissbrauchs auf seiner Neverland-Ranch auf, die 1993 zunächst durch einen Vergleich in Höhe von 25 Millionen Dollar Schweigegeld bei-, und nach erneuten Anschuldigungen 2005 gerichtlich widerlegt wurden – allerdings einen gebrochenen Mann zurückließen, dem man seine Unschuld nie ganz glauben konnte oder wollte, der die Menschen zudem durch sein exzentrisches Leben immer wieder irritierte.

    Arto Lindsay stellte in der letztjährigen Spex #315 anlässlich Jacksons 50. Geburtstag fest, dass Michael Jackson in seinem Größenwahn ganz und gar amerikanisch sei:

»Alle amerikanischen Superstars haben im Grunde eine Vollmeise. Sie sind durch und durch das, was man landläufig als ›kranke Persönlichkeiten‹ bezeichnet. Sie alle haben Probleme, die weit über das ›normale‹ Maß hinausreichen, sie haben mindestens einen benennbaren großen Defekt. Einerseits erklärt ein solcher Defekt den übermenschlichen Antrieb, den diese Persönlichkeiten – ob sie nun James Brown, Madonna, Prince, Bruce Springsteen oder Michael Jackson heißen – an den Tag legen, um ihn zu überstrahlen. Der Defekt mag eine Ursache für ihren Ehrgeiz sein. Erst dieses kranke Element, das sie aus der Reihe schlagen lässt, ist der Garant, dass es jenseits von Talent ein echtes Interesse der gesamten Öffentlichkeit an ihnen gibt.«

    Das öffentliche Interesse scheint nie größer als am heutigen Tag gewesen zu sein: Michael Jacksons früher Tod bestimmt alle Medien und Millionen Menschen weltweit. Im März erst kündigte Jackson sein Live-Comeback mit zunächst zehn, dann fünfzig restlos ausverkauften Konzerten in London an, verkaufte über eine Million Tickets und sicherte sich neben seinen zahllosen Auszeichnungen, Verkaufsrekorden und goldenen Schallplatten auch noch diesen Weltrekord.

    Abseits aller Zahlen, der Verkaufsrekorde, der Skandale und des Tratsches werden wir einen Mann in Erinnerung halten, der als wahrer Innovator die Popmusik, den Tanz, die Video- und Filmproduktion sowie das Showgeschäft nachhaltig prägte. Die Spex-Redaktion verneigt sich vor dem King of Pop, vor dem großen Michael Jackson. Hoch die Tassen!                            

 
 

Dubblestandart, Lee »Scratch« Perry & Ari Up

Return From Planet Dub

Text: Christoph Braun



Die sechziger Jahre waren gut. Allerorten wurde das Weltall angeflogen. Mit dem ersten Blick der Menschen auf die Erde gingen Militärkommunikation und geisteswissenschaftliche Theorie gleich mehrere Schritte weiter und erdachten die Prinzipien der Konnexion und Heterogenität. Die Folge waren ›Computer-Netzwerke‹ und der Ausbruch der ›Vielheit‹ aus der ›Masse‹. Und auf Jamaika produzierten Clement ›Sir Coxsone‹ Dodd, Lee Perry oder King Tubby den Dub als Vielheit des Songs. Seiner althergebrachten Erzählungen, meist ganz der menschlichen Stimme beraubt, wurde der Reggae zum Rohstofflager, das aus sich selbst heraus ständig neue Versionen seiner Bassfiguren, HiHat-Sounds, Snare-Beats und Echos an den Tag brachte.                            

 
 

Der Spextrakt

Die Leseempfehlungen der Redaktion vom 25.06.2009

Text: Die Redaktion

Heute in den Links des Tages: ein Sonic Youth-Cover-Album von Beck, ein Ticket-Machtwort von Marek Lieberberg, ein Klassik-Cover von Sting, ein Remix von Peter Bjorn And John sowie russische Plattencover, die auch nicht schlimmer als die aus Deutschland aussehen.                            

 
 
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    Die Spex-Redaktion hat die 30 wichtigsten Songs und Alben des Jahres kompiliert. Plus ByteFM-Stream.
  • Die neue Spex #336

    Spex #336 Teaser

    Die neue Ausgabe Spex #336 ist ab dem 16. Dezember im Handel erhältlich, u.a. mit Newcomerin Lana Del Rey, David Lynch als Musiker, Occupy Wall Street mit Mark Greif, The Black Keys und dem Jahresrückblick RE: 2011.

    Außerdem: Gordon Matta-Clark, Miguel Adrover, Frank Miller, Rodarte, Mary Bauermeister, Drive, Veronica Falls, Sepalcure, Das Racist, Winfried Menninghaus, Niobe, Let Me In u.v.m.

    Dazu: Die Spex-CD #100 mit 15 Titeln und einem tierischen Foto von Juergen Teller.
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