Text:
Ralf Krämer

»Strange things happening in the land« singt einem der uralte Blues, zart bearbeitet, von Ekkehard Ehlers’ MySpace-Profil entgegen. »Zärtlichkeit ist ein Umgang mit dem Detail«, hat Ehlers einmal geschrieben und »Das Detail ist politisch, es ist eine Erinnerung an Zustände, die verschwinden.« Zärtlichkeit, das Detail, Politik, das Verschwind ...
Text:
Florian Sievers

Jesse J. Jones war ein Stehaufmännchen, ein zäher Typ, der sich ganz sicher war, dass er irgendwann mal Erfolg haben würde. Der Soulmusik-Multiaktivist – Songschreiber, Produzent, Labelbetreiber und Saxofonist – hatte schon zahlreiche Bands verschlissen und gleich mehrere von ihm gegründete Labels an die Wand gefahren. Trotzdem klopfte er sich immer wieder den Staub ...
Text:
Walter W. Wacht

Das Musikvideo zu Phoenix’ neuer Single »Lisztomania« führt die Band nach Bayreuth. Ein Besuch im Festspielhaus wurde dafür mit Aufnahmen eines zuvor in Paris gegebenen Konzerts verschnitten, der Auftritt der Band im großen Saal ist somit bloße Inszenierung – und damit gelungenes Schauspiel, wobei man Phoenix tatsächlich gerne in jener alten ...
Text:
Walter W. Wacht
Wiederholt wurde an dieser Stelle bereits auf die gelungene Arte-Reihe »Durch die Nacht mit …« hingewiesen: zwei (mehr oder weniger) bekannte Künstler verbringen zusammen einen abwechslungsreichen Abend, besuchen Orte gemeinsamer oder kollidierender Interessen und versichern sich zum Abschluss der knapp einstündigen Sendung ihre gegenseitige Sympathie. Dabei gewinnen vor allem die Betrachter neue Erkenntnisse: Heinz Strunk pariert H.P. Baxxters Abfahrtsset im Studio mit erstklassigem Querflötenspiel, David Shrigley und Mirandy July genießen die Pediküre und – wie in der neuesten Ausgabe zu sehen – verlieren sich die Regisseurin Claire Denis und der Produzent Jeff Mills im Gespräch über Toaster. Interessant!
Text:
Heinrich Detering
Erschienen in SPEX #320 05-06.2009 | 15.04.2009 00:00
Text:
Max Dax

Die neue Spex #320 ist ab dem 17. April am Kiosk erhältlich. Max Dax gibt im Editorial einen Überblick über die Themen der aktuellen Ausgabe.
Erschienen in SPEX #320 05-06.2009 | 15.04.2009 00:00
Text:
Christoph Twickel
Er ist der Erfinder des ›Ethio Jazz‹, und ihr da draußen kennt ihn aus Jim Jarmuschs »Broken Flowers«, wo sich die Hammondorgel seines Stücks »Yegelle Tezeta« in den unruhigen Geist des von Bill Murray gespielten Protagonisten frisst. Mulatu Astatkes eigentlich doch meditative Musik verbreitet eine Unruhe, die ansteckend ist. So ansteckend, dass seine in den sechziger und siebziger Jahren eingespielten Instrumentals sich wie ein Virus verbreitet haben, nachdem sie einmal den Archiven entwichen waren. Vielleicht liegt es an der äthiopischen Fünftonskala, vielleicht an den koptischen Kirchentonleitern – irgendetwas ist ganz grundlegend, mythisch, spirituell an seiner Pentatonik. Aufgebaut auf schweren, aber milden Funk-Riddims und Latin-Jazz-Patterns erreicht uns Mulatu Astatkes Werk heute wie Popmusik aus sehr, sehr alter Zeit.
Erschienen in SPEX #320 05-06.2009 | 10.04.2009 11:45
Text:
Christoph Braun
Dietmar Dath zu lesen bedeutete bisher, sich viel Arbeit zu machen. Theoretisch immer interessant, weil voller Gegenwart, blieb man in der Science Fiction des Schriftstellers wie etwa »Am blinden Ufer« oder dem letztjährigen »Die Abschaffung der Arten« regelmäßig bei Unvertrautheiten der Physik hängen, zum Beispiel bei der Heisenbergschen Unschärfe-Relation oder dem Minkowskischen Gitterpunktsatz. Im Gegensatz zu den Feuilleton-Texten Daths wirkte seine Prosa überfüttert mit Naturwissenschaftlichem. »Im erwachten Garten« nun wirft neue Lichter auf seine Bücher.
Erschienen in SPEX #320 05-06.2009 | 10.04.2009 10:00
Text:
Walter W. Wacht
Aus eigener Erfahrung kann festgehalten werden: die »Adaptations«-Compilation der Kölner Produzentin Ada (bürgerlich: Michaela Dippel) ist feinste Balkon- respektive Sommermusik. Man hört zwar größtenteils stur schnaufende Techno- bzw. House-inspirierte Tracks, diese wirken allerdings alle derart warm und einladend, dass sie sich für ausgedehnte Nachmittage bei Kaffee und Kuchen auf der Terasse oder im Park beinahe besser eignen, als für den reinen Clubbetrieb. Man höre allerdings keineswegs ein ›klassisches‹ Mixtape, teilt das veröffentlichende Label Kompakt mit – alle Stücke werden ineinander übergeblendet. Dabei hört sich die gesamte Platte einem mangelnden übergeordneten Thema zum Trotz einwandfrei weg: kein einziger Track lässt den Finger zur Skip-Taste wandern.
Text:
Jens Balzer

Eine Kuh macht Muh. Viele Kühe machen Mühe. Die Hauptsache ist, dass nicht die Milch sauer wird. Auf ihren ersten Platten klangen Black Dice noch wie frisch gebackene Biolandwirte aus einer selbstverwalteten südbadischen Dorfkommune der siebziger Jahre, die sich in ihrer karg bemessenen Freizeit auf Soundsuche im sirrenden und zwitschernden Äther begeben: Kosmische Musik nach d ...
Text:
Walter W. Wacht

Eines zeigt das rückwärts laufende, mit dem Motiv des Studiowechsels spielende Musikvideo zur neuen Single »On the Edge of a Cliff« (aus »Everything is Borrowed«) von Mike Skinner alias The Streets ganz deutlich: ohne Vollbart und mit glattrasiertem Schädel sieht dieser Mann doch gleich sichtbar weniger aufgedunsen aus.
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Text:
Jan Kedves

In ihren Softwares kreist jeder Sound um seine eigene Achse: Hudson Mohawke und Rustie arbeiten mit ihrer manuellen Entperfektionierung an einem elektronischen Groove der Zukunft.
Erschienen in SPEX #319 03-04.2009 | 08.04.2009 00:00