Text:
Walter W. Wacht
Wie geht man um mit der Krise, wenn sie da ist? Neil Tennant und Chris Lowe scheinen es auf die leichte Schulter zu nehmen, sonst würden sie nicht frei heraus über ihre Webseite mitteilen, dass EMI International in Frankreich keinen ausreichenden Markt für die Pet Shop Boys und ihr hervorragendes Album »Yes« zu sehen scheint (oder die Pet Shop Boys das letzte Geld des Labels mit der Promotion in England verbrannt haben). Im Wortlaut teilen Neil und Chris mit: »EMI International have informed us that neither ›Yes‹ nor ›Love etc.‹ are being actively promoted in France due to ›understaffing‹.«
Genial bescheuert, nicht?!
Bei EMI Frankreich arbeiten also wohl nur noch vier Mitarbeiter und zwei Praktikanten (oder umgekehrt), dann muss man eben auf anderen Märkten mehr Exemplare verkaufen. In Deutschland beispielsweise, wo z.B. ein international durchaus renommiertes Kulturmagazin namens Spex sie gerade auf den Titel ihrer aktuellen Ausgabe gehoben hat, die Wochenzeitung ZEIT für ihre Magazinbeilage ein Interview mit Neil und Chris zum Thema Mode führen ließ und Radio Regenbogen sie für einen Auftritt nach Deutschland holt.
Text:
Walter W. Wacht
Man muss niemandem etwas vormachen: Bob Hund war diesem Autor bis vor kurzem noch völlig unbekannt. Die schwedische Twee-Pop-Band ist angeblich in ihrer Heimat eine respektable Nummer, aufmerksame Spex-Leser können bei Interesse gerne mit guten Argumenten bzw. persönlicher Begeisterung in den Kommentaren punkten. Grund für die Thematisierung von Bob Hund ist jedenfalls nicht ihre musikalische Originalität, sondern die Wahl eines besonders interessanten Vertriebsweges: ihre neue Single »Fantastiskt«, auf exakt ein Exemplar limitiert, wird zusammen mit einem Plattenspieler bei eBay verkauft.
Text:
Walter W. Wacht
Im regulären Plattenhandel muss man gar nicht erst nach dem Videoalbum von TannhäuserSterben & dasTod suchen – hundert Exemplare ihres neuen Noise-DroneStep-Projekts haben Thomas Machmoud (Ex-Von Spar) und Gerald Mandl (Mediengruppe Telekommander) aufgelegt, auf dem eigenen Label Edition Mutation wurde die DVD veröffentlicht. Darauf arbeitet das aus Berlin operierende Duo in den Grenzgebieten von Ambient, Dubstep, Noiserock und freier Improvisation, vier Stücke entstanden so im Laufe der vergangenen Monate.
Text:
Martin Hossbach

Auf seinem neuen Album »Years of Refusal« folgt Morrissey dem Weg, den er 2004 mit »You Are the Quarry« eingeschlagen hat. Martin Hossbach traf ihn zum Spex-Gespräch.
Erschienen in SPEX #319 03-04.2009 | 11.03.2009 00:00
Text:
Ralf Krämer

Andrew Birds Familienname bestimmt zunehmend seine Identität als Musiker. Auf seinem neuen Album verbindet der Stadtflüchtige das Kreatürliche mit dem Kreativen.
Erschienen in SPEX #319 03-04.2009 | 09.03.2009 00:00
Text:
Walter W. Wacht
Ein Aufbruch Richtung Neon, so ließe sich das fabelhafte neue Album »Wolfgang Amadeus Phoenix« der Band Phoenix nach den ersten Hördurchgängen resümmieren. Zum Launch ihrer neuen Webseite verschenken sie derzeit den neuen Song »1901«, somit sind nun zwei aktuelle Produktionen der Franzosen im Umlauf (Ende letzten Jahres hörte man bereits »Twenty-One One-Zero«, eine Dreingabe für eine Cartier-Kampagne mit u.a. Grand National, Thomas Dybdal, Little Dragon, Lou Reed, fennesz+sakamoto). »Wolfgang Amadeus Phoenix« gestaltet sich tempo- und variantenreicher als seine Vorgänger, was nicht nur an »1901« gut abgelesen werden kann, sondern auch an der Wahl Philippe Zdars (Cassius) als Koproduzenten – die Geschichte zum Album findet sich ab Mitte April in Spex #320. Für uns noch spannender ist allerdings ihre Zusage für das Spex Live-Festival im Berliner Berghain.
Text:
Alexander Köhn

Wer glaubt sich neu erfinden zu müssen, wer Abstand und Abschottung braucht, der geht nach Berlin. Musikern galt die Stadt spätestens seit den ausgehenden siebziger Jahren als Underground-Oase, als Abenteuerspielplatz für verbrauchte Rockstars. Es ist der Ort, an dem sich David Bowie, Iggy Pop und Nick Cave auskurierten und ausprobierten. Vielleicht war es dieser romantische Mythos, ...
Text:
Walter W. Wacht
Immer dann, wenn man Dinge nicht mehr anders zu erklären weiß, greifen Verschwörungstheorien am Besten. Warum nicht auch im Falle des Todes Prinzessin Dianas? Geschichten um ihren Tod gibt es nicht gerade wenige, aber die folgende erscheint uns doch am ›schlüssigsten‹ – oder in Zusammenhang mit Morrisseys jüngstem Album »Years of Refusal« zumindest am kurzweiligsten …
Text:
Uli Eulenbruch

Die EP »High Noon« ist mit vier Stücken eine kurze aber angenehme Bekanntmachung mit den Franzosen von Toy Fight. Ihren leichtfüßigen, multiinstrumentalen Pop besingen sie auf Englisch, wodurch man sich bei dieser wohldosierten Mischung aus Melancholie und Freude noch mehr an Schotten wie Belle & Sebastian oder die von ihnen beeinflussten Texaner Voxtrot erinnert f& ...
Text:
Walter W. Wacht

Sébastien Tellier am Strand der Küstenlandschaft von Biarritz, das weiße Piano spielend, umgeben von blau Ganzkörperbemalten Brünetten, überdimensionierten roten Kussmündern, dem Marvel-Comichelden Silver Surfer und einer gigantischen Rothaarigen im weißen Badeanzug, welche Tellier und eine Unbekannte wenig später auf einem Pferd ›bereiten&ls ...
Text:
Alexander Müller

Hall und neblige Verzerrung sind wieder angesagt. Letztes Jahr gedachten die Magnetic Fields mit »Distortion« äußerst gewieft den brummigen Shoegazern von The Jesus And Mary Chain, nun packen die Crystal Stilts auf ihrem Debütalbum noch ein paar Surf- und Twang-Gitarren sowie scheppernde Garagen-Beats dazu, sodass die dröhnende Rappelkiste voller guter Songs ordent ...
Text:
Klaus Walter

Die Jugend in London, das Modell des konstruierten Teenagers, die Wurzeln des Rock’n’Roll und seine Beziehung zu Neil Tennant – Jon Savage im Gespräch mit Klaus Walter.