Toy Fight

Text von Uli Eulenbruch
am 4. März

Die EP »High Noon« ist mit vier Stücken eine kurze aber angenehme Bekanntmachung mit den Franzosen von Toy Fight. Ihren leichtfüßigen, multiinstrumentalen Pop besingen sie auf Englisch, wodurch man sich bei dieser wohldosierten Mischung aus Melancholie und Freude noch mehr an Schotten wie Belle & Sebastian oder die von ihnen beeinflussten Texaner Voxtrot erinnert fühlt. Toy Fight schreiben kleine, feine Songs mit solidem melodischen Fundament denen man die Opulenz ihrer Inszenierung aufgrund ihrer Wohldosiertheit nicht sofort anmerkt. So gesellen sich im Titelstück zu einem Trio aus Gitarre, Piano und Schlagzeug ein zweites Tasteninstrument, gefolgt von einem Glockenspiel und einem munter heulenden Minichor, dann macht alles Platz für eine Trompete und unter kurz anschwellenden Streichern expandiert der Song zu einem Blitzfinale. Auch »Your Own Fireworks« steigert seinen beschwingten Energiepegel mit wechselnden Spotlights auf Banjo-Twang, Trompete und ein flott springendes Piano, das folgende »Victim’s Hairdo« ist subtiler mit wechselnden, gleichermaßen zart-süßen Boy/Girl-Vocals. »The Hidden Second« schließlich sticht auf doppelte Weise heraus: Zum Einen werden die ansonsten klaren Klänge hier von einem dreckig thrashenden Beckenrhythmus kontrastiert, zum Anderen streckt er sich mehr als doppelt so lange wie die restlichen, die alle mit 2:50 bis 2:54 Spielminuten zu Buche schlagen. Nicht dass sich dies unangenehm äußern würde: ohne eine einzige Konstante durchziehen das mit Solopiano beginnende Stück Gitarren-, Gesangs-, Glockenspiel-, Synth- und andere Motive, die immer wieder ein und aus wandern. Ein absoluter Übersong findet sich auf »High Noon« genausowenig wie ein lediglich mittelmäßiger, solch ein konstant gutes Niveau macht Hoffnung auf einen stimmigen Longplayer.

LABEL: City Slang

VERTRIEB: Universal Music

VÖ: 13.02.2009

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