Text:
Stephan Loichinger

In einem Interview sagte Karin Dreijer Andersson: »Es ist ja nicht so, dass unsere Gesellschaft hören will, wenn eine Frau singt: ›If I had a heart I could love you.‹« Wer mit den Werken von The Knife und nun Fever Ray unvertraut ist, wird zunächst gar nicht hören, dass hier eine Frau singt. Karin Dreijer Andersson hat für die erste Fever Ray-Single &r ...
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Ralf Krämer

Nina Persson, die Stimme der Cardigans, von Gunnar Klack in der aktuellen Spex als die »amerikanischste Schwedin seit Greta Garbo«, geadelt, legt mit dem zweiten Album ihres Projektes A Camp in der Tat das Zeugnis einer vollzogenen Assimilierung vor. So gut, wie jeder der Songs von »Colonia« knüpft an Muster hundertmal gehörter Songs an. Alles hier ist neu, soll a ...
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Wibke Wetzker

Als Daniel Day-Lewis 1997 die Schnauze voll hatte von der Schauspielerei, da ging er einfach weg, nach Italien, um dort Schuhe zu machen. Elf Jahre später gewann er einen Oscar als bester Hauptdarsteller. Dass Joaquin Phoenix vor ein paar Wochen beschloss, Hiphop als neue künstlerische Ausdrucksform zu nutzen, brachte ihm eine Parodie auf der Oscarverleihung ein. Will sagen: Ein Neuanfan ...
Erschienen in SPEX #320 05-06.2009 | 27.03.2009 00:00
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Kai Ginkel

Eine Pyjama-Party für Kenner und Parallelen zu Delia Derbyshire sowie Brian Eno bilden mit DJ Olives neuem Album »Triage« den Schwerpunkt der neuen Ausgabe der »Geräuschmusik«.
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Walter W. Wacht
»Aus einem Abwasserrohr und einer Tischtennisplatte«, antwortet Tony Sabanski, Produzent der englischen Blackout Crew, auf die Frage, wo er denn eigentlich seine Donks finde. »Ein Donk besteht aus verschiedenen Ebenen, ist aber eigentlich nur ein virtueller Klick, ein ›Dink‹. Also unterlegt man ihn mit einem Bass, dazu kommt dann noch ein Mittelton. Der ganz normale Klang wird also fetter gemacht.« Unter Donk-Tracks versteht man auch extrem beschleunigte Rave-Beats, um die 150 BpM schnell und mit den erwähnten »Donk«-Samples versehen, dazu rappen die Donk-MCs in irrwitziger Geschwindigkeit. Wenn man denn so will: Scooter auf Amphetamin.
Text:
Walter W. Wacht
Die Unübersichtlichkeit in Sachen Sébastien Tellier ist nun komplett: nach unzähligen Werbespots, die seine Musik zur Untermalung von Körperpflegeprodukten oder neuen Autos verwenden und nach der angekündigten »Kilometer«-EP (mehr …), erscheint plötzlich ein Musikvideo zur Single »Roche«. Dazu tauchen offizielle und inoffizielle Remixes zu verschiedenen Songs im Netz auf, und schließlich schieben Record Makers einen Clip zu »Kilometer« nach.
Dann nochmal en passé ein Sahnekrönchen obendrauf: Roman Coppola darf Telliers Archiv-Material illustrieren. Aber der Reihe nach:
Text:
Walter W. Wacht
Neulich im Berliner Club Watergate: Swahimi, »Der Unerleuchtete« alias DJ Koze alias Stefan Kozalla spielt vor vollem Haus die Release-Show seiner neuen, auf Get Physical Music erschienenen Remix-Compilation »Reincarnations« (mehr …) (siehe dazu auch Spex #319). Und als man gegen vier Uhr morgens endlich die lange Warteschlange, die lange Garderobenschlange und schließlich die beinahe noch längere Tresenschlange bewältigt hat, nun den Dancefloor betretend, gluckert einem das legendäre Detroiter House-Stück »Shades of Jay« von Moodymann von Kosis Plattenteller entgegen. Es folgt ein rund vierstündiges Set bis in den Sonnenaufgang, das selbst dann nicht die Abfahrt verpasst, wenn Swahimi zur Peaktime ein gefühlt zehnminütiges Balearic-Gitarren-Stück einschiebt – um die Euphorie auf der Tanzfläche zumindest ein wenig zu deckeln. Apropos »Euphorie deckeln«: Koze hat kürzlich einen lässigen Ambient-Beitrag für das Label Mule Musiq abgeliefert.
Text:
Walter W. Wacht
Was ist Neue Musik? Eine Frage, der soeben auch das Maerz Musik-Festival nachging: in dessen Rahmen erwiesen beispielsweise Carsten Nicolai alias alva noto und der Komponist Michael Nyman dem Fluxus-Künstler George Brecht und dem sprechenden Wellensittich Sparkie Williams die Ehre. Auf die untereste ihrer zahlreichen Ebenen heruntergebrochen sucht die Neue Musik die Diskussion um und den Wiederaufbau von Musiken, womit wir mitten im Thema wären: wie lässt sich Techno neu interpretieren?
Text:
Jens Balzer

Frauen, die einen Hang zur Selbstzerstörung haben, sind im richtigen Leben natürlich eine ziemliche Last. Ständige Stimmungsschwankungen, Kreischen und Schreien in der Öffen tlichkeit, unmotivierte Ausbrüche der Gewalt gegen andere und sich selbst: Wer setzt sich schon gern solchen Verhaltensweisen aus, wenn er sich ihnen nicht – etwa aus Gründen des Masochismus ...
Erschienen in SPEX #319 03-04.2009 | 24.03.2009 00:00
Text:
Tara Hill

Wer nach Gemeinsamkeiten zwischen heutigen Rap-Ikonen sucht, wird nicht schnell fündig: Zu disparat klingen die Werke von Kanye West, Mos Def, Common oder Questlove. Dennoch gibt es einen kleinsten gemeinsamen Nenner: Allesamt berufen sie sich auf den mittlerweile legendären Detroiter Hiphop-Übervater J Dilla, der in den USA als ›Lieblingsproduzent aller Lieblingsproduzenten& ...
Text:
Lina Brion

Die Party mit Bonaparte wird fortgesetzt. Das hyperaktive Kollektiv aus Band, Tänzern, Riesenkaninchen und diversen Kopfbedeckungen hat im letzten Jahr zahlreiche Villen und Kaschemmen von Berlin bis Wellington plattgerockt, angefackelt, in tropfende, schweißige Feucht-Biotope verwandelt. Irgendwann dazwischen, im September, veröffentlichte es rasch das Debüt-Album &raqu ...
Text:
Thomas Hübener

Nach dem treffend mit »Thing of the Past« betitelten letztjährigen Album mit Coverversionen verehrter Americana-Helden hat der in San Francisco ansässige Singer und Songwriter Andy Cabic mit seiner Band für das vierte Full-Length-Werk wieder auf Eigenkompositionen zurückgegriffen. Seine sanfte, immer etwas belegt klingende Stimme erinnert einmal mehr an die des gro& ...