Isobel Campbell & Mark Lanegan

Keep Me in Mind Sweetheart

Text: Alexander Müller

Anspielungen auf »Die Schöne und das Biest« mag man bei dieser Paarung eigentlich nicht mehr hören. Zumal sich das Biest etwa in dem gleichnamigen Musical – nur eine von unzähligen Aufbereitungen des Stoffes – nach unsäglichen Songs am Ende doch wieder in einen adretten Prinzen verwandeln muss. Das steht bei Mark Lanegan, der mit seiner knarzenden Reibeisenstimme ja schon die Screaming Trees, die Soulsavers, die Queens Of The Stone Age und die Gutter Twins prägte, nicht zu befürchten; da kann ihm die ehemalige Belle And Sebastian-Chanteuse Isobel Campbell noch so sehnsüchtig und offenherzig ihre Liebe gestehen, freilich nur in der platonischen Rolle der Duett-Partnerin.

    Dass diese Beziehung, in der jeder bleiben darf, wie er ist, allerdings prächtig funktioniert, davon legt die EP »Keep Me in Mind Sweetheart« abermals Zeugnis ab. Die darauf versammelten Kompositionen stammen allesamt aus den Aufnahmesessions ihres zweiten Albums »Sunday at Devil Dirt«, auf dem allein das herrlich saumselige Titelstück der EP bereits zu hören war. Der Rest der Country-, Folk- und Bluessammlung ist neu und klingt, als wäre er schon immer da gewesen. »Fight Fire with Fire« zum Beispiel schlendert derart zielsicher über die Irrwege der zwischenmenschlichen Zuneigung, dass selbst die Trübsal der Trennung zur reinen Freude wird: »Where are you now? / Can’t find my way home / Streets are too cold / When you walk them alone / Without your love / I sink like a stone / For love is what’s pullin’ us through.« Kitschig? Aber hallo! Trotzdem ist es schön, diesem Gespann ungleicher Charaktere zuzuhören; sie brauchen einander, nicht allein deswegen, weil ihre einzelnen Stimmen zwar markant, aber auch wenig variationsreich sind. Denn nur der Lichtstreif am Horizont treibt einen auf die kalten Straßen, dem anderen hoffnungsvoll entgegen.

LABEL: V2 Records / Cooperative Music

VERTRIEB: Universal Music

VÖ: 12.12.2008

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