Popnoname

Jens-Uwe Meyer alias Popnoname, 1979 auf der Ostseeinsel Fehmarn geboren, ist ein Vertreter der neueren Kölner Schule zwischen Pop, Shoegaze, Ambient, Krautdisco, Trance, House-Texturen, Neunziger-Techno und euphorisierenden Rave-Signalen. Schon auf seinem letztjährigen Debüt »White Album« ging es nicht zuletzt darum, klassische Songstrukturen unter Clubbedingungen bestehen zu lassen. Zunächst machte Jens-Uwe Meyer mit seinem Beiträgen für die Kompakt-Compilation-Serie »Pop Ambient« auf seine zwischen Verträumtheit, Melancholie und Rave-Euphorie changierende Musik aufmerksam.

    »Surrounded By Weather«, das zweite Popnoname-Album, geht den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Dabei ist Jens-Uwe Meyer nicht allein für das Songwriting und die Produktion verantwortlich, er müht sich auch als Sänger und schlüpft schon einmal in die Rolle von Neil Tennant, was ihm wesentlich besser steht als der verunglückte Falsett auf »Touch«. Überhaupt stellt sich ein Stück wie »The Movement« unverkennbar in die Tradition der Pet Shop Boys. Eher deplatziert wirkt da im direkten Anschluss der übernervöse 90er-Techno-Wiedergänger »Crack«, der das Album ganz unerbittlich in zwei Hälften auseinander reißt. Erlösung naht in Form der schwelgerischen Trance-Nummer »Perspective«, die ohne den zuweilen unter Verkrampftheit leidenden Pop-Gestus von Jens-Uwe Meyer auskommt und vielleicht genau deshalb der beste Track des Albums ist. Das darauf folgende»The Smallest Part« ist leiser als andere, sich stellenweise doch ein wenig zu affektiert in Pose werfende Popnoname-Songs. In seiner Fragilität und Demut ist dies vielleicht der Moment des Albums: Hier lässt Popnoname alles Wollen und sämtliche Ambitionen fallen – und ist genau deswegen ganz bei sich.

LABEL: Italic

VERTRIEB: RTD

VÖ: 24.10.2008

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