Pontiak
Sun On Sun
Text: Jeremias Heppeler
Eine Sache ist bereits nach wenigen Minuten »Sun On Sun« mehr als deutlich: Die drei Brüder aus Virginia haben die Musik, die sie zelebrieren, weder erfunden, noch werden sie sie revolutionieren. Die Diskussion um Bands wie Pontiak, die ihre Verehrung und Anleihen an alte Helden mehr als offensichtlich zur Schau stellen, sind kilometerweit breitgetreten und zäh wie zulang geschmorte Fischstäbchen: jeder Standpunkt ist felsenfest einbetoniert.
Blendet man jedoch diese Umstände aus, so liefern Pontiak in jedem Fall ein grundsolides Stück schmutzigen Rock ab. Auf ihrem zweiten Album gibt das eröffnende »Shell Skull« sogleich eine wütende Marschrichtung vor, steigert sich ins Unendliche, bis die berstende Explosion unausweichlich scheint – und doch ausbleibt. Pontiak fahren massive Geschütze auf, das wird mehr als deutlich. Es folgt ein präzis monotones Instrumentalstück, ehe die Platte zeitweise mächtig Fahrt aufnimmt, und sich unberechenbare Songstrukturen nach minutenlangen Gejamme zu mächtig kraftvollen Gesangszeilen aufschwingen. »Tell Me About« klingt dann tatsächlich, als hätte ein umtriebiger Geschäftemacher einen jahrelang verschollenen Song der Doors ausgegraben und auf das Pontiak-Album gewuchtet.
Die erinnert schemenhaft auch an Portugal.The Man und ist somit und sowieso alles andere als einfach und langweilig, sondern punktgenau, interessant und auch ein wenig aufregend – nur der Funken Eigeninitiative fehlt. Und doch kann man Pontiak nach knappen 35 Minuten abwechslungsreicher Unterhaltung keinen Vorwurf machen. Denn ganz im Gegensatz zu verbrannten Fischstäbchen machen die sieben Lieder Appetit auf mehr; mehr Musik dieser Art und vielleicht auch auf mehr Pontiak.
LABEL: Thrill Jockey
VERTRIEB: RTD
VÖ: 31.10.2008

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