My Brightest Diamond

A Thousand Shark’s Teeth

Text: Stephan Loichinger

Seit jeher begleiten die Sterne das Leben der Menschen auf der Erde, doch auch sie vergehen irgendwann. Von der Erde aus sieht man sie nach ihrem Ableben noch das Nachglühen. Womöglich reizen Shara Worden Sterne auch als klassische Sehnsuchtsorte. Im Laufe der zweiten, unter ihrem Pseudonym My Brightest Diamond veröffentlichten Platte besingt sie wiederholt die Himmelskörper, deren Strahlen und Funkeln an Wert gewinnen, weil sie endlich sind. Das Helle und das Dunkle, die Euphorie und die Melancholie haben nicht nur Platz gefunden auf »A Thousand Shark’s Teeth« – wenn man will, ist der Dualismus das Thema des Albums, der Musik von My Brightest Diamond.

    »Apples« etwa ist mit seinen gezupften Geigen und Perkussionen bloß vordergründig heiter – im Hintergrund droht schon der Winter, der schließlich auch im Text auftaucht. Das dräuende »To Pluto’s Moon« beginnt zart mit Spanischer Gitarre und Streichern, endet mit einer roh angeschlagenen E-Gitarre und erinnert dazwischen vor allem in Wordens Gesang an Scott Walkers majestätisches 1995er Album »Tilt«. My Brightest Diamond spielen dezent, aber reich orchestrierten Pop, der sich stets vor seinem zentralen Element verbeugt: der Stimme Shara Wordens. Sie hat Operngesang studiert, entsprechend wandlungsfähig und reich an Schattierungen ist ihr Sopran. Man muss ihre Musik deswegen aber noch lange nicht Opern-Folk nennen.

    Licht und Schatten wechseln sich auf »A Thousand Shark’s Teeth« weniger ab, sondern sind gleichzeitig da. In »Goodbye Forever« singt Shara Worden: »I can hear you lighter than the stars / Your voice is musical / I can see you shining through the sun / You’re so mysterious« Das ist in der Tat zauberhaft und dient als Selbstbeschreibung von Wordens Stimme ebenso wie als Beleg dafür, dass noch funkelnder als der hellste Stern der Text eines Popsongs sein kann.

LABEL: Asthmatic Kitty

VERTRIEB: Cargo Records

VÖ: 20.06.2008

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