Barbara Buchholz

Moonstruck

Text: Kai Ginkel

Obwohl das Theremin, dem sich Barbara Buchholz in der Hauptsache verschrieben hat, naturgemäß ein Instrument ist, das bewusste Aufmerksamkeit auf sich lenkt, bricht »Moonstruck« niemals richtig aus seinem beständigen, wärmenden Wohlklang aus: Die Stimmung erinnert an den ausufernden Nachdenker-Pop der späten Talk Talk, der Sound ist im Ambient verwurzelt und mag manch einen gar an gehobene Entspannungsmusik erinnern.

    Dass Qualität und Ausdrucksstärke schwanken, ist dem Konzept hinter »Moonstruck« zu schulden, das mehr Kollaborationen in sich vereint, als ein einziges Album vertragen kann. Ein Fehler, den man verzeihen möchte, wenn man sich als Hörer die lohnenswerte Mühe macht, hinter die einzelnen Arrangements zu blicken und das durchweg gefühlvolle, witzige, markante, manchmal regelrecht rührende Spiel auf dem tragenden Instrument wahrzunehmen. Buchholz erfasst das Theremin in einer Bandbreite, die so manchen schwelgerischen Rhythmus oder sonstige Beiträge der Mitwirkenden zügig in den Hintergrund drängt. Das soll nun nicht bedeuten, dass hier die meisten musikalischen Zusätze geschmacklos wären. Ganz und gar nicht: Die Trompete des Norwegers Arve Henriksen ist ein sehr stimmiger Begleiter, und das Kammerflimmer Kollektief setzt seine passenden Jazz-Sensibilitäten ebenfalls recht stimmig ein. Insgesamt allerdings haftet dem Album ein Hit-And-Miss-Charakter an.

    Es bleibt am Ende der Eindruck, dass auf »Moonstruck« allzu oft gefällig verhüllt wurde, was in einer noch reineren, noch reduzierteren Form vermutlich einen weitaus direkteren Effekt entfalten könnte. Der kompositorische Input der Mitwirkenden hebt eben diese zwar zusätzlich über den Status bloßer Gäste hinaus. Trotzdem aber bleiben diejenigen Stücke klar die besten, die lediglich den folgenden Credit tragen: »Barbara Buchholz: theremin (& looper)«.

LABEL: Intuition

VERTRIEB: Sunny Moon

VÖ: 06.06.2008

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