Human Bell

Human Bell

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Und ich dachte, Post Rock wäre tot. Diese Platte hier beweist das Gegenteil! Glockenklare, kalte, lang gestreckte Tracks, die sich steigern und wieder fallen, sich dauerhaften, repititiven Melodien hingeben, sie in Krach auflösen, sich dann wieder zurücknehmen und nur geringfügig verändert von Neuem beginnen. Alles ohne ein einziges Wort. Die einzelnen Stücke tragen Stimmungen wie alte Klamotten, die wiederum in schwarz-weiß unheimlich gut aussehen; ihre Titel lauten »A Change In Fortunes«, »Hymn Amerika« oder »The Singing Trees«. Eingespielt wurden sie von Human Bell, vier jungen Männern mit Vergangenheit: Nathan Bell (Lungfish), David Heumann (Arbouretum), Matt Riley (The Moss Collector, sollte man sich auch mal anhören) und Michael Turner (Warmer Milks, dito), unter Beteiligung von zwei weiteren und der Abmischarbeit von niemand geringerem als John McEntire.

    Das ist beste melancholische Gitarrenmusik (mit u.a. Trompeten- und Kalimbaeinsatz) aus Nordamerika, folgerichtig auf Thrill Jockey erschienen. Ohne den nervenden Jazz von Tortoise, ohne die Zerstörungswut (und den Gesang) von Slint, dafür klingen Human Bell manchmal wie eine Übersee-Version von Mogwai (ich denke besonders an deren bestes Stück, »My Father, My King«). Und absolut nicht ist auf Nähe aus. Was soll man noch dazu sagen? Die Hochglanzfaust wird hier nicht geschüttelt. Hier wird in Stein gemeißelt. Post Rock war tot, es lebe Human Bell.

LABEL: Thrill Jockey

VERTRIEB: RTD

VÖ: 08.02.2008

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