Get Well Soon
Rest Now Weary Head! You Will Get Well Soon
Text: Dennis Kastrup
Der Multiinstrumentalist Konstantin Gropper schafft sich mit seinem Soloprojekt Get Well Soon eine eigene Matrix, in der jeder Klang eine düstere Welt voller Schwermut, Traurigkeit und doch Hoffnung zeichnet. Gropper glaubt fest an das Durchhalten und das gute Ende. Langsam steigert er sich im Präludium (»Prelude«) mit den repetitiven Zeilen »Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon!« in sein Debütalbum. Am Ende des Openers steht dann das große mehrstimmige Finale, in dem er wahrscheinlich hinter jedem Ton ein erleichterndes Ausatmen versteckt hat. Denn nach vier Jahren und etlichen kreativen Stunden im heimischen Wohnzimmer darf seine Musik jetzt endlich, wie es der Titel verspricht, den erschöpften Kopf heilen. Die folgenden Stücke geben einen intimen Einblick in das große Talent, Kompositionen melancholisch, mitreißend und opulent zu arrangieren, so dass letztendlich aber nicht der tiefe Fall in die bodenlose Leere bleibt, sondern das Gefühl der Geborgenheit.
Neben diversen Gastmusikern waren auch der Cousin und Schwester Verena Gropper als Backingmusiker beteiligt, Verena tritt als Geigerin und Sängerin in zahlreichen Songs in Erscheinung. Auch die irische Vokalistin Wallis Bird hat erheblichen Anteil am stimmigen Bild. Sie überzeugt besonders als Duellantin im Italo-Western Duett »Your Endless Dream«. Groppers tiefe und facettenreiche Stimme durchzieht Bläserpassagen, die wiederum an Balkanmusik erinnern (»You/Aurora/You/Seaside«), ausufernde Klangweiten à la Sigur Rós (»I Sold My Hands For Food So Please Feed Me») oder das an Radiohead erinnernde Stück »We Are Safe Inside While They Burn Down Our House«. Auch die Coverversion von Underworlds »Born Slippy Nuxx« funktioniert im Gesamtkunstwerk; sie verpasst dem Club-Hit unaufdringliche und geordnete Schönheit.
Trotz der unzähligen Referenzen (literarische, cineastische und musikalische) liegt nie eine erdrückende Schwere auf den einzelnen Stücken. Dieses Album erzählt schwelgerische und tragische Geschichten aus vergangenen Jahrzehnten und das mit einer beeindruckenden eigenen Ästhetik.
LABEL: City Slang
VERTRIEB: Universal Music
VÖ: 18.01.2008

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