Aus der Reihe »Musiker mit Tiernamen«: John Maus

Text: Michael Lutz

John MausWir leben im Zeitalter der Empfehlungen. Das Schlagwort vom »Recommendation Age« – bekannt geworden mit der Long-Tail-Theorie Chris Andersons, Chefradakteur des amerikanischen Wired Magazine – bringt die heutigen Gegebenheiten auf den Punkt. Empfehlungen, so ein zentraler Gedanke bei Anderson, schaffen Abkürzungen durch das Dickicht der Informationen. Dabei gilt: Je bekannter uns der Empfehlende ist, je mehr wir über seinen subjektiven Geschmack wissen, desto glaubwürdiger und vielversprechender sind seine Tipps.
Nun gab vor kurzem Noah Lennox alias Panda Bear eine Empfehlung, die uns durch den unwegsamen Dschungel musikalischer Nichtigkeiten direkt auf eine malerische Lichtung führt. Dort steht John Maus mit Keyboard und Gitarre. Über seine Songs schrieb Lennox: »I've listened to them more than any others this year, (...) they're really great«. Und weil Panda Bear mit »Person Pitch« eines der besten Alben des Jahres einspielte (siehe Spex #312) und zudem mit seiner Band Animal Collective schwer begeistert hat, sind seine Empfehlungen natürlich besonders wertvoll.

John Maus kommt aus Austin, Minnesota und wirkte unter anderem schon bei Ariel Pinks durchgeknalltem Avantgarde-Projekt »Haunted Graffiti« mit. Sein Album »Love Is Real« erschien im November auf dem englischen Label Upset! The Rhythm und ist in Deutschland derzeit über Import-Services erhältlich. Die Songs darauf klingen melancholisch bis apokalyptisch. Maus spielt eine Art elegisch-majestätischen Barock-Pop, der mit elektronischen Effekten nicht geizt. Drei Songs aus dem Album sind als kostenlose Downloads verfügbar. Außerdem gibt Maus morgen, am 20. Dezember, sein vorerst einziges Deutschland-Konzert im Berliner Club West Germany. Eine wunderbare Gelegenheit dieses junge Talent kennenzulernen. Wärmstens empfohlen von Spex. Und Panda Bear.

John Maus Live:
20.12. Berlin - West Germany

MP3John Maus - Pure Rockets
MP3: John Maus - Do Your Best
MP3: John Maus - My Whole World Is Coming Apart

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1 Kommentar:
  1. Dieser Kommentar ist ein Trackback von Spex - Magazin für Popkultur » »Nicht neu für mich, sondern neu als solches«:

    [...] war er in Ariel Pinks Underground-Avantgarde-Projekt Haunted Graffiti und als Tour-Keyboarder für Panda Bear tätig, um 2006 auf dem Label Upset! The Rhythm sein erstes Solo-Album [...]

     
 
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