The Shaky Hands

The Shaky Hands

Text: Esther Göbel

Man könnte sich das Ganze vielleicht so vorstellen: Sänger und Songwriter Nick Delffs saß irgendwann 2003 in seinem Keller in Portland, Oregan, langweilte sich, während er so an seiner Gitarre herumzupfte. Er wünschte sich so gerne eine Band. Weil ihm das Gitarrengezupfe, das Pfeifen und das gebrochene, nicht immer so ganz stimmige Singen doch so viel Spaß machte! Er wollte eine Gute-Laune-Band, keine Frage, eine dieser Depri-Geschichten sollte seine Fünf-Mann-Kombo nicht werden. Leicht, beschwingt und vorwärts treibend.

    Hätte es zu diesem Zeitpunkt Bands wie Clap Your Hands Say Yeah oder die netten Herren Friska Viljor aus dem fernen Schweden schon gegeben, sicher hätte man an einem Tisch gesessen und sich ein gemeinsames Konzept ausgedacht. Dellfs hätte zu seinem Kumpel Ounsworth dann vielleicht gesagt: »Oh ja, ich mag eure Art, Musik zu machen. Die Gitarren sind gut, die Melodien auch, aber dieser Jammer-Gesang, der gefällt mir nicht.« Eine Minute später wäre die Tür aufgegangen, ein kurzes Hallo in die Runde, und die Strokes wären mit ihren Schrammelgitarren auch noch schnell auf ein Bier vorbeigekommen und hätten hier und da für einige wenige Stellen eine kleine Idee beigesteuert ...

    Natürlich ist all das pure Fiktion. Und  natürlich brauchen The Shaky Hands keine außer der eigenen Ideen, um ein gelungenes Debüt hinzulegen.

    Trotzdem lassen sich gewisse Ähnlichkeiten zwischen der Musik der genannten Bands wohl kaum von der Hand weisen. Ein bisschen fühlt man sich bei Delffs Stimme schon an die Alec Ounsworths erinnert, allerdings klingt sie weniger nölig, auf Dauer weniger anstrengend. Vielmehr kommen die Songs in diesem Falle fröhlicher, eingängiger daher, von einer Art Optimismus geprägt, wie ihn jeder eigentlich gebrauchen könnte. Und wenn Delffs in »Another World Pt. 1 & 2« singt: »Well I´ve been searching a long time for a heart that could beat with mine / I think I´ve found it«, dann springt dieser Optimismus unmittelbar auf einen über. Genauso, wie sich bei den ersten beiden Songs der Platte oder dem wunderbar leichten Pfeiffsong »Sunburns« in gleicher Weise eine Woge guter Laune und ein warmes Gefühl in der Bauchgegend breit macht. Die Gitarren, Handclaps, die spärlich eingesetzte Mundharmonika und das zwar immer nach vorne treibende, aber doch zurückhaltend gespielte Schlagzeug tun ihr übriges und machen aus dem selbstbetitelten Debüt der Shaky Hands eine sympathische Indie-Folk-Platte, die wohl tut in solch tristen Novembertagen.

LABEL: Moshi Moshi / Cooperative Music

VERTRIEB: Universal Music

VÖ: 23.11.2007

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